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Thema: Reisen nach Tschernobyl

  1. #1
    Avatar von Sandra
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    Reisen nach Tschernobyl

    Tourismus ist mittlerweile in Tschernobyl angesagt.

    Wer will darf in die 30 Km Sperrzone mit Fuehrer und Messgeraet. Fotos von verlassenen Haeusern und Schulen machen. Nur zum Reaktor selber, da darf man nur auf 100 m ran.

    Ich habe durchaus verstaendnis dafuer, das Leute Geld verdienen muessen, aber mit Reisen nach Tschernobyl?

  2. Nach oben   #2

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    Erschreckend

    Das wäre ja ein Tod auf Raten. Verstrahlt ist verstrahlt. Da verschwindet keine Strahlung nach ein paar Jahren, sondern die bleibt ein paar Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende.

    Welcher Idiot, die früheren Bewohner einmal ausgenommen, fährt freiwillig nach Tschernobyl, es sei denn, dass er Selbstmord Absichten hat?

    Gruss
    Insider


  3. Nach oben   #3
    Avatar von Sandra
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    Zitat Zitat von Insider
    Welcher Idiot, die früheren Bewohner einmal ausgenommen, fährt freiwillig nach Tschernobyl, es sei denn, dass er Selbstmord Absichten hat?
    Ohne Scherz, es sind vorallem deutsche Touristen. Zudem arbeiten dort wieder ein paar Hundert Menschen (gem.Berichten viel glaube ich die Zahl 400). Taeglich rein in die 30 Km Sperrzone und Km 10 Strahlenmessung ab zum Arbeitsplatz und am Abend das gleiche in gruen. In einem gestern ausgesendeten Bericht haben Wissenschaftler die in den Block klettern (richtig gelesen klettern, rein in das Ding) ihre Theorien etc. zum besten gegeben. Zu den verstrahlten Gebieten gehoert auch Briansk, die Leute essen Ihre Kartoffeln unter dem Motto man muesse Sie nur gut schaelen Originialton: Die Kinder moegen eben die Erdbeeren. Die Leute haben Kuehe (offiziel duerfen sie die Milch nicht trinken) tun es aber natuerlich trotzdem. Viel Schlimmer ist aber die russische Gesetzgebung, die im Falle von radioaktiven Lebensmittelen, das Vernichten und eine geringe Busse vorsehen, ob wohl es bei diesen Lebensmittel um Mord auf Raten am Konsumenten gebt. Gerade billige Kartoffeln, Beeren, Honig und Pilze aus radioaktiven Gebieten tauchen immer wieder auf moskauer Maerkten auf. Die Bauern dort haben im Interview auch ausgesagt, wenn einer bei Ihnen Lebensmittel kaufen wolle (Eier, Milch, Honig) so wuerden sie ihm diese verkaufen. Verstrahlt ist uebrigens um es nochmal zu erwaehnen nicht nur Tschernobyl, Teile von Briansk und Weissrussland sondern auch viele andere Gebiete in Russland. Aus diesem Grunde funktioniert im Sommer der direkte Strassenverkauf an der Trasse bis Heute. Wer seine Beeren in Kasan an der Strasse kauft, darf sicher sein das die Oma sie auch von dort hat.

  4. Nach oben   #4

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    Reisen nach Tschernobyl

    Nun, deutsche Touris sind eben die crème de la crème - aber eben auch nur mit Crème in der Hirnschale. Wie sonst ist es moeglich, dass immer noch deutsche Touris nach Thailand fliegen - und laut vor Ort recherchiert habender Journalisten - etwa ab dem 3. Aufenthaltstag auf Kondome verzichten. Bei ihnen befindet sich wohl der Verstand in der Hose. Da ist dann Aids wie einige rem zuviel - beides fuehrt zum Tod, nicht sofort - dafuer aber sicher toedlich. Soviel zum Thema Dummheit.

  5. Nach oben   #5

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    Reisen nach Tschernobyl

    Hallo

    gestern habe ich im Fernsehen gesehen dass Reisebusse mit Gruppen zum Kernkraftwerk bzw. den Unglücksort von Tschernobyl fahren.

    Können da etwa wirklich normale Touristen hin?

  6. Nach oben   #6
    Avatar von Sandra
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    Reisen für Leute mit einem psychischen Problem gibt es seit über 10 Jahren! Die Leute kommen nicht so nahe zum Reaktor das ihnen die Dosis für einen Lernprozess reichen würde. Sie sehen den Turm nur aus gebührender Entfernung. Ansonsten dürfen Sie nicht vom asphaltierten Weg runter.

  7. Nach oben   #7

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    Sondergenehmigung für Tschernobyl

    In einer Reportage wurde gestern erwähnt dass man für das Besuchen des Atomkraftwerks in Tschernobyl eine Sondergenehmigung braucht und der Auffenthalt zeitlich begrenzt ist. ich danke mal nur besondere Leute wie Forscher, Journalisten oder ehemalige Arbeiter bekommen diese Sondergenehmigung.

  8. Nach oben   #8
    Avatar von Sandra
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    Nein, man kann die Tschernobyl-Reisen ganz offiziell buchen. Die Ukrainer leben gut davon. Kostet etwa 1300 Euro.

  9. Nach oben   #9

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    Zitat Zitat von Insider Beitrag anzeigen
    Das wäre ja ein Tod auf Raten. Verstrahlt ist verstrahlt. Da verschwindet keine Strahlung nach ein paar Jahren, sondern die bleibt ein paar Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende.

    Welcher Idiot, die früheren Bewohner einmal ausgenommen, fährt freiwillig nach Tschernobyl, es sei denn, dass er Selbstmord Absichten hat?

    Gruss
    Insider
    Naja, die "Touristengebiete" in Pripjat sind mittlerweile dekontaminiert. Dort ist die ionisierende Strahlung zwar fünfmal höher als normal, aber sie ist noch niedrig genug, dass unser Körper diese Strahlung absorbieren kann, ohne Schaden davon zu nehmen. Schädlich wäre es nur, wenn man mehrere Wochen in Pripjat wohnen würde, aber wer macht das schon?

    Zum Vergleich: Vier Tage nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl betrug die Strahlung in Pripjat das 15.000-fache der Norm.

    Also kein Grund zur Sorge.

  10. Nach oben   #10
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    ... und wenn Jahre später eine Onkologie oder Hämatologie feststellt, dass sich im Körper genauer gesagt im Rückenmark das Isotop Strontium 90 befindet, was die Funktion der Blutbildung auf molekular-genetischer Ebene verändert, kann man sich bei seiner eigenen Leichtsinnigkeit bedanken.

    Strontium 90 bewirkt fast immer Krankheiten im Blutbild, zum Beispiel Polycythaemia Vera oder eine Leukämie.

    Zwar ist die Halbwertszeit von Sr90 nicht lange, aber die Gene im Körper bleiben mutiert, Heilung ausgeschlossen mit Ausnahme einer KMT Knochenmarktransplantation.


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