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Thema: Kapitalflucht in aller Stille

  1. #1
    Avatar von Hasi
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    Kapitalflucht in aller Stille

    RUSSISCHE OLIGARCHEN


    "Kapitalflucht in aller Stille"

    Von Simon Hage
    Unauffällig investieren immer mehr russische Milliardäre in westeuropäische Unternehmen. Der Beteiligungshunger der Oligarchen stößt hierzulande auf Skepsis, manche fürchten gar den verdeckten Einzug des Kreml in deutsche Konzerne. Dabei hat so mancher Investor in Wahrheit ganz andere Motive.

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    Hamburg – Wiktor Wexelberg hat viele Stärken. Genügsamkeit gehört nicht dazu. Bis seine neue Prunkvilla in Kroatien bezugsfertig ist, hat sich der Oligarch aus Russland für ein halbes Jahr im Nobelhotel Sheherezad in Dubrovnik einquartiert. Kostenpunkt laut Medienberichten: 8500 Euro pro Tag.


    Der 50-Jährige ist jedoch kein verschwendungssüchtiger Hallodri, sondern ein Experte der Geldvermehrung. Sein Vermögen beträgt etwa zehn Milliarden Dollar. Die Beteiligungen seiner Investmentgesellschaft Renova, die ihm zu rund 80 Prozent gehört, werden mit elf Milliarden Dollar bewertet. Gemeinsam mit seinem nicht minder wohlhabenden Oligarchen-Kollegen Oleg Deripaska hat Wexelberg im März einen der mächtigsten Metallkonzerne geschmiedet. United Company Rusal deckt 12,5 Prozent der globalen Aluminiumproduktion ab. Momentan bereitet der Weltmarktführer einen Börsengang an der London Stock Exchange vor.
    Zuletzt machte Wexelberg vor allem dadurch von sich reden, dass er eine kleine, idyllische Alpenrepublik für sich entdeckt hat: die Schweiz. Er ist bereits Großaktionär bei den Maschinenbauern OC Oerlikon , Sulzer und Saurer, besitzt ein mondänes Terrassenhaus am Zürichberg - und beschäftigt den Schweizer Ex-Botschafter in der Bundesrepublik, Thomas Borer-Fielding, als persönlichen Berater. Einige Eidgenossen beäugen die Finanzinvestments des reichen Russen mit großer Skepsis. "Unheimlich! Russe will die halbe Schweiz kaufen", schrieb die Boulevardzeitung "Blick". "Die Schweizer Traditionsfirmen zittern", hieß es in dem Artikel. "Bald könnte über ihren Zentralen die russische Flagge wehen".
    Längst hat Wexelberg auch Übernahmeobjekte in Deutschland im Visier. Man könne sich vorstellen, alternative Energieanbieter in Deutschland zu kaufen, verkündete Berater Borer-Fielding in einem Interview. Außerdem soll der Oligarch an den Leipziger Stadtwerken interessiert sein. Dass er Großes vorhat, daran lässt der Werbeslogan seiner Investmentfirma keinen Zweifel: "Ideen, die den Lauf der Geschichte prägen".
    Ähnlich wie Wexelberg haben inzwischen etliche russische Investoren ausländische Firmen als lukrative Anlageziele entdeckt. Allein im vergangenen Jahr wickelten Unternehmen aus Russland 136 Fusions- und Übernahmegeschäfte außerhalb der eigenen Landesgrenze ab. Das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG errechnet. Der Gesamtwert der Deals liegt demnach bei 9,8 Milliarden Dollar, 15 Prozent höher als im Jahr 2005.
    "Deutschland ist der geborene Partner"
    Im kommenden Jahr werden die Geldgeber aus dem Osten noch häufiger zugreifen, prognostiziert KPMG, "da zahlreiche russische Firmen planen, globale Unternehmen zu werden, in ausländische Märkte einzudringen und Joint Ventures mit ihren ausländischen Partnern zu gründen". Der Rohstoffboom hat den Oligarchen die notwendige Liquidität verschafft. "Russische Investoren sind bemüht, ihre Anlagen zu diversifizieren", erklärt Reiner Perau, Osteuropa-Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), "Deutschland ist dafür der geborene Partner". In der russischen Wirtschaft herrsche Respekt für deutsche Konzerne, so Perau. Zuverlässigkeit und Produktqualität würden geschätzt.
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    Die Liste der russischen Großinvestoren, die sich in Deutschland engagieren, wird immer länger. Unlängst hat Oligarch Deripaska seinen Anteil an dem Essener Baukonzern Hochtief auf knapp 10 Prozent erhöht - wenige Wochen zuvor hatte er sich bereits beim österreichischen Konkurrenten Strabag eingekauft. Der Milliardär und Ex-KGB-Offizier Alexander Lebedew ist seit vergangenem Jahr an der Bocholter Charterfluggesellschaft Blue Wings beteiligt. Beim Münchener Luxusmodehersteller Escada sorgt seit einigen Monaten Großaktionär Rustam Aksenenko für Wirbel.
    Allerdings herrscht auch hierzulande keine ungeteilte Begeisterung über den Beteiligungshunger russischer Geldgeber. Immer wieder deutet der Mischkonzern Sistema an, bei der Deutschen Telekom einsteigen zu wollen - zuletzt sprach sich Vorstandschef Alexander Gontscharuk für einen gemeinsamen Telekommunikationskonzern aus. Bereits Mitte April hatte das russische Unternehmen auf Nachfrage von manager-magazin.de erklärt: "Bis jetzt führen wir keine spezifischen Verhandlungen mit der Deutschen Telekom, aber Sistema ist stets offen für neue Anlagemöglichkeiten". Das Problem: Der Bund als größter Telekom-Eigner wollte bislang keine Aktien an den Investor aus Russland verkaufen

    Schreckgespenst Gazprom
    Auch die globale Expansionsstrategie des Gazprom-Konzerns stößt hierzulande auf großes Misstrauen. Würde der staatliche Erdgasförderer bei Energiekonzernen wie RWE oder Eon einsteigen, gewänne er Einfluss auf die Versorgung deutscher Endkunden.
    Kritiker argumentieren, die Abhängigkeit und politische Erpressbarkeit Deutschlands könnte sich damit erhöhen. Dabei ist Gazprom auf dem deutschen Markt längst aktiv: Der russische Energieriese betreibt gemeinsam mit der BASF-Tochter Wintershall den Gashändler Wingas.
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    Das Schreckgespenst Gazprom spukte Mitte Mai wieder einmal in Deutschland herum, diesmal um den Essener RAG-Konzern. Die NRW-Landesregierung forderte plötzlich Aufklärung über angebliche Geheimverhandlungen zwischen RAG und Gazprom. FDP-Fraktionschef Gerhard Papke betonte, er wolle die RAG-Teilkonzerne Degussa und Steag "nicht in der Hand eines russischen Staatskonzerns wissen". Der Vorfall zeigte eindrucksvoll, welche Abwehrreflexe solche Einstiegsgerüchte auslösen. Selbst wenn sie sich im Nachhinein, wie zumindest in diesem Fall, als unwahr herausstellen.
    Ängste werden auch dadurch geschürt, dass russische Oligarchen wie Wexelberg oder Deripaska als Schergen Putins gelten. Nur wer die Wünsche des mächtigen Kreml-Chefs befolgt, den lässt er gewähren. Der Präsident erwartet von seinen milliardenschweren Untergebenen gesellschaftliches und kulturelles Engagement. So kaufte Wexelberg im Jahr 2004 für etwa 100 Millionen Dollar eine Sammlung von Zaren-Ostereiern des Juweliers Fabergé. Er erklärte damals, er wolle die prunkvollen Goldschmiedekunststücke heimholen nach Russland. Ein aufsehenerregender Akt der Vaterlandsliebe.

    Regelmäßig sprechen sich die mächtigen Manager mit Putin ab, auch über außenwirtschaftliche Strategien. "Die Oligarchen sind aber clever genug, zugleich ihre eigenen ökonomischen Ziele zu verfolgen", sagt Axel Lebahn. Er hat in den 80er Jahren die Ländergruppe UdSSR bei der Deutschen Bank geleitet und fungiert heute als freier Russland-Berater für Unternehmen und Politiker. Die Angst in Deutschland vor Investoren aus dem Osten erscheint ihm bisweilen geradezu "psychotisch".


    Schließlich seien Manager russischer Konzerne darum bemüht, "kontraproduktive politische Einflussnahmen des Kreml im eigenen Interesse abzuwehren". Lebahn betrachtet die Oligarchen gar als "unsere Botschafter für eine real praktizierte Marktwirtschaft in Russland": Je mehr Investoren sich im Westen engagierten, desto stärker würden umgekehrt auch hiesige Vorstellungen auf die russische Ökonomie übertragen.
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    Milliardäre wie Wexelberg gewännen durch Auslandsinvestments auch eine größere persönliche Unabhängigkeit zu Russland. "Die Oligarchen geben sich patriotisch, indem sie im Ausland Flagge zeigen", erklärt Russland-Experte Lebahn, "gleichzeitig können sie damit in aller Stille und völlig legal Kapitalflucht betreiben". Investitionen im Ausland seien schließlich vor dem Zugriff der russischen Behörden geschützt.
    Wiktor Wexelberg führt die Geschäfte längst von Zürich aus, wo auch seine Renova Holding sitzt. Sein Berater Borer-Fielding sagt, der Oligarch zahle sowohl in der Schweiz als auch in Russland Steuern. In welchem Ausmaß, ist jedoch nicht bekannt. Unter den Eidgenossen ist bereits eine Debatte darüber entbrannt, ob die geltende Pauschalbesteuerung für Superreiche wie Wexelberg noch tragbar sei. Der Oligarch lebe "fast gratis" in der Schweiz, mokierte sich der Züricher "Tagesanzeiger", der den "Aldi-Tarif" für Milliardäre anprangerte.
    Wexelberg dürfte solche Bissigkeiten entspannt verfolgen. Sollte es ihm in der Schweiz eines Tages nicht mehr gefallen, hat er ja immer noch ein schickes Domizil in Kroatien.

  2. #2

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    Gegen Expansion ist nichts einzuwenden. Den Oligarchen muss man jedoch vorhalten, dass sie das human capital nicht nutzen und somit besteht doch ein
    Unterschied zu US Unternehmen. Im Wesentlichen würde NN mit LionOre knowhow einkaufen , z.B. Wenn man US economy analysis liest, besteht da keinerlei "Furcht" vor Oligarchen, sondern man fragt sich, welches Konzept die eigentlich haben, und findet keins, ausser eine Monopolstellung zu festigen.
    Das wird nicht gern gesehen weil es eben an die UdSSR ernnertbzw.es wird so dargestellt.
    Da spielt auch Politik mit. Der Faktor Politik wird m.E. erheblichen Einfluss auf
    den RTS haben weil man Putin zwingt, auf Distanz zu EU und USA gehen.
    Merkel macht da natürlich mit und Sarkozy sowieso und Blair hat nie was anderes gemacht.

  3. #3

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    was.

    was faselst du da schon wieder von Humankapital.?
    wollen & sollen jetzt alle, uns Rentner wieder vor den Karren spannen.?
    am Ar-----sch die Reuber.
    Gruss
    Zimmi.

  4. #4

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    Zitat Zitat von marica
    was faselst du da schon wieder von Humankapital.?
    wollen & sollen jetzt alle, uns Rentner wieder vor den Karren spannen.?
    am Ar-----sch die Reuber.
    Gruss
    Zimmi.
    dann eben human resources egal wie mans nennt das problem bleibt

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