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Thema: Zur Lage der Nation

  1. #1
    Avatar von Sandra
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    Zur Lage der Nation

    In der Rede des Praesidenten zur Lage der Nation, wurde das Schwergewicht auf den Bevoelkerungsschwund gelegt. Nicht aber die Frage, wie reduzieren wir die statistisch erschreckend fruehe Sterblichkeit (Maenner 58) in Russland, sondern der Ruf nach mehr Kinder wurde laut. Dazu versucht man zu Mitteln zu greifen, die weder neu noch originell sind. Geburtengeld soll drastisch erhoeht werden und das Kindergeld. Nur in keinem Land dieser Erde haben solche Massnahmen zum gewuenschten Ergebniss gefuehrt. Eine Frau ist keine Kuh und nur wegen Geld wird sich niemand Kinder anschaffen. Fast niemand, den beim zweiten Kind soll es 8 000 Euro inskuenftig geben und dies koennte, wie so oft im Leben die falschen Leute tatsaechlich zur Fortpflanzung reizen. Von 8 000 Euro laesst sich lange trinken und der Nachwuchs kann dann die Kinderheime fuellen die ohnehin ueberfuellt sind. Tatsaechlich zeigt der statistische Trend von Heute 143 Mio. Menschen koennten es im Jahre 2050 noch 100 Mio. geben. Nicht wegen der Geburtenrate aber alleine sondern wegen einer extremalen Todesrate in fast jugendlichem Alter. Die Einkindfamilie war schon zur Sowjetzeit in den Staedten praktisch die Norm und um dies zu aendern waere weniger Wurfgeld als vielmehr der Wohnungsbau gefragt. Sozialpolitik am falschen Ende aufgezaeunt.

  2. #2

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    Was tun gegen den Biss der ‘Gruenen Schlange’?!

    Ich trinke taeglich einen viertele Schoppen Rotwein, am Freitag davor drei kleine Bier und jeden Monat ca. zwei Schnaepse. Das ist bekoemmlich, tut gut und befluegelt gelegentlich.

    Als Jugendlicher konnte ich ueber Jahre den allmaehlichen alkoholbedingten Gehirnschwund eines brillanten Menschen verfolgen. Seitdem habe ich gehoerigen Respekt vor der Gruenen Schlange.

    Aus pharmakologischer Sicht ist Alkohol die haerteste Massen-Droge auf Erden (als Zellgift, nur unter dem Mikroskop betrachtet) - ‘schlimmer’ als Her*in, Koks oder gar Crack.

    Jaehrlich trinken Deutsche pro Kopf etwas mehr als zehn Liter reinen Alkohol. Das staatliche Statistikamt in Russland geht von sieben Litern reinem Sprit aus, die jährlich pro Kopf getrunken werden. Da diese Zahl lediglich auf den offiziell verkauften Alkoholmengen beruht, sagt sie nur was ueber die offiziell verkauften Alkoholmengen aus. Nichts ueber die Mengen alkoholischer Getränke aus dunklen Quellen, nichts ueber den ‘wahren’ Alkoholkonsum der Russen, der irgendwo zwischen 15 und 19 Liter pro Kopf liegen duerfte.

    2,3 Millionen Russen, so die offizielle Statistik, sind chronisch alkoholkrank. Experten verweisen darauf, dass die reale Zahl wenigstens siebenmal hoeher sei – also gut 15 Millionen. In den vergangenen zehn Jahren starben mehr als 900 000 Menschen unter Einwirkung von Alkohol. 335 000 von ihnen vergifteten sich mit unsauberem Sprit, 230 000 wurden bei Saufereien umgebracht und weitere 250 000 wurden Opfer betrunkener Autofahrer.

    So symphatisch und anregend es ist, sich mit gebildeten Russen zu betrinken, so bedrohlich ist der Massenkonsum fuer die russische Gesellschaft. Wer Dr*gen nimmt, braucht eiserne Disziplin – Macht ueber sich selbst.
    Da Russland aber stets die Macht von oben propagiert, hoehlt es die individuelle Macht aus. Der Frust darueber wird ertraenkt, der starke Staat sieht sich bestaetigt und so geht es weiter abwaerts in die Abhaengigkeit.

    Den quirrligen Chinesen liegt ein mehr und mehr menschenarmes Sibirien zu Fuessen, und die nur von Allah trunkenen Moslems haben leichtes Spiel, ihre besoffenen Geschaeftspartner ueber den Tisch zu ziehen.

    Wenn das so weiter geht wird das russische Imperium auseinderbroeckeln. Nicht durch Aggression von aussen, sondern durch Schwaeche von innen. Die in Zeiten des 'Kalten Krieges I' vom Westen benannte 'Salami-Taktik' kehrt als Bumerang zurueck – das gibt Anlass zu sehr grosser Sorge.
    Falls die Tendenz zur Zentralisierung weitergeht, bricht Russland die Basis weg. Falls Russland sich selbst dezentralisiert, bricht es ebenso auseinander.

    Es ist extrem bitter, aber leider wahr: der Bereich, in dem die Russen unangefochten Nummer eins in der ganzen Welt sind, ist das Ueberleben im Gefaengnis – und im Trinken wohl leider auch.

    Putins Beliebtheit liegt wohl auch darin, dass er jung, stark und gegen Trunkenheit gefeit ist. Falls er wirklich in die Weltgeschichte eingehen will, muss er was gegen den Daemon der demographischen Entwicklung unternehmen – gegen den Geist aus der Flasche sozusagen.

  3. #3
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    Trinker

    ich hatte Genereladirektoren in meinem Leben als Vorgesetzte die um 9.00 die ersten 20 gr. Gin intus hatten. So den ganzen Tag. Das ganze nennt sich Spiegeltrinken und ist die typische Alkoholikererscheinung im Westen. Es wird genau so viel, nur anders getrunken. Man trinkt sich nicht bis zur bewusstlosigkeit und der Sprit ist sauber. Spiegeltrinker sind lediglich sozial unaufaelliger, trotzdem sind es Alkoholiker und der Prozentsatz im Westen gerade dieser Trinkerform ist enorm.
    Fuer das fruehe Sterben ist schlechte Oekologie (misserable Luft) und falsche Ernaehrung (das Fach gibt es an der Schule nicht, dafuer wenig Vitamine und viel Mayo, schlechtes billige Oel und davon Massen etc)genauso schuld, wie ein falsches und nicht funktionierendes Gesundheitssystem.
    Die fruhe Sterblichkeit alleine mit Alkohol zu erklaeren, ist zu einfach und es dem russischen Staat zu einfach gemacht. Das Problem liegt im Gesundheitssystem, grottenschlechte Aerzte (nicht alle aber die Mehrheit), schmutzige Krankenhaeuser, ungenuegende Pflege von Kranken durch das Pflegepersonal (naemlich eigentlich gar keine mehr als Spritzen geben russische Krankenschwestern nicht). Dazu gibt es keine Familienaerzte etc.etc. Der russische Staat haette gerne, das die ganze Welt an die Maehr des Hauptuebels Alkohol glaubt, nur komisch dass ich als nicht Trinker fast nur Russen kenne die auch nicht trinken.

  4. #4

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    Der Geburtenrückgang in Russland

    Die Erhöhung der Geburtenzahl als strategische Aufgabe von Russland (Russland.ru)

    Ich stimme mit Ihnen Sandra überein, dass eine erhöhung des Kindergeldes der falsche Weg ist. Das Problem des Geburtenrückganges haben wir ja auch in Deutschland. Und hier soll zusätzlich ein Elterngeld eingeführt werden.
    Legen sich gebildete Menschen mehr Kinder zu, nur weil es ein bißchen mehr Geld gibt? Mit Sicherheit nicht. Die Assozialen, der Abschaum der Gesellschaft, beruflich ohne Perspektive, dass sind diejenigen die sich mehr Kinder anschaffen werden. Für diese Leute, die nicht arbeiten gehen, die am existenzminimum leben, für die wird es noch attraktiver sich mehr Kinder zuzulegen, wenn das Kindergeld erhöht wird. Diese Menschen leben von dem Geld, was eigentlich für die Kinder gedacht ist. Was wird jedoch aus diesen Problemkindern? Die assozialen Eltern kümmern sich nicht um sie, die Kinder werden schlecht in der Schule sein, und später keinen Arbeitsplatz haben, weil sie dumm und schlecht ausgebildet sind. Es sind also die Problemfälle von morgen. Wenn man bedenkt, was der Staat an Sozialleistungen an diese Menschen leistet, sind sie eine größere Belastung, als das sie helfen.

    Ich habe kein Problem damit, wenn in Deutschland oder Russland die Einwohnerzahl zurückgeht. Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit, wenn wir in Deutschland von Türken (weil diese deutlich mehr Kinder kriegen) zahlenmäßig überrannt werden, und dasselbe trifft auf die Moslems in Russland zu. Es sollte eine klare Ausländerquote geben, die gewährleistet, dass wir auch in Zukunft noch Herr im eigenen Lande sind. Können Sie sich vorstellen werte Frau Sandra, was in Russland oder Deutschland los ist, wenn die Moslems sich dort in einigen Jahrzehnten in der Überzahl befinden? Sie werden überall sitzen: Sie werden die Mehrheit im Polizei-und Justizwesen stellen, und auch die Mehrheit der Abgeordneten. Dann werden wir fremde im eigenen Land (wir sind es heute schon teilweise!), und man wird gegebenenfalls uns davonjagen! Bsp. Kosovo: Das Kosovo ist Ur-Serbisches Land, es gehört den Serben, und niemand anderem! Da die Kosovo-Albaner im Laufe der Jahrzehnte aber erheblich mehr Kinder bekamen als die Serben, waren plötzlich 80% Muslime und nur noch 20% Serben. Die Serben waren nun fremde im eigenen Land, und wurden vertrieben. Die 20% Serben waren zahlenmäßig 200000. Nach der Vertreibung durch die Muslime sind es heute nur noch 20000!

  5. #5
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    Mhhhhhhmmm

    Lieber Grossmuffti, zuerst das Wort "sozialer Abschaum" muss ich ruegen. Ein Kind von Alkoholikern hat eine entsprechend verminderte Chance auf ein vernuenftiges Leben. Ist dieses Kind spaeter als Erwachsener sozialer Abschaum? Nein, den das Kind hat ein Anrecht auf den Schutz der Gesellschaft und auf alle Chancen (theoretisch) wie andere Kinder auch (Grundrecht). Allerdings, Theorie ist das eine, die Praxis zeigt, natuerlich hat dieses Kind nicht die gleichen Chancen. Wer ist Schuld? Das Kind? Quatsch, die Gesellschaft. Mir sind nette tuerkische Kinder lieber als deutsche Kinder mit Springerstiefeln. Ihrer Xenophobie bin ich grundsaetzlich nicht bereit zu folgen, den diese ist der Naehrboden fuer Probleme. Der Jugoslawienkrieg hat auch nichts mit Moslem oder nicht Moslem zu tun, sondern mit der Frage "Wie kann ich fuer mich moeglichst viel klauen". Antwort, Sezession macht immer einige Leute reicher. An allen Unruhen in Exjugoslawien waren indirekt die Europaer schuld, dumme und arrogante Welteinteilung nach dem ersten Weltkrieg machte es moeglich. Mit dem Lineal macht man keine Staaten.

  6. #6

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    @ Sandra

    Dass Sie als Nicht-Trinkerin ueberwiegend Nicht-TrinkerInnen kennen ist weder komisch noch ungewoehnlich – nur das Gegenteil waere eine Erwaehnung wert.

    Ihrer Aussage “Es wird genau so viel, nur anders getrunken” kann ich ebenfalls nicht zustimmen. Es wird in Russland mehr und anders getrunken.

    Nehmen wir einmal an, die russ. Milliardaere wuerden die Haelfte ihres Vermoegens einer Stiftung ueberweisen, deren Verfuegungswelt in Ihren Haenden laege. Vorher muessten Sie allerdings die Sterblichkeitsrate der Russen um x Jahre in einer Zeit y veraendern.

    Nehmen wir weiterhin an, Sie haetten 4 Schalter, mit denen Sie russiche Realitaeten veraendern koennten:
    Einen fuer gute Luft, einen fuer schlechte Ernaehrung, einen fuer das Gesundheitssystem und schliesslich einen, der das Trinken von Alkohol beendete.

    Sie duerften nur einen Schalter benutzen. Welcher waere das wohl?

  7. #7

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    @ Grossmuffti

    Kann es sein, dass ich mich irre, wenn ich auf Grund Ihrer Namensgebung bisher davon ausgegangen sind, dass auch Sie einer der muslimischen Tuerken sind, die uns Ureinwohner gerade ueberrennend vertreiben?

  8. #8

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    zum Thema:

    Da diesen Artikel bei der faz zu lesen 1.50 Euro kostet, erlaube ich mir ihn hier vollumfaenglich zu posten:

    Rußland: Der Tod ist den Jungen so nahe wie anderswo den Alten

    Nur auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde die kollektive Alterung der Bevölkerung in Rußland ganz ähnlich verlaufen wie in den meisten europäischen Ländern. Nach Schätzung des amerikanischen Statistischen Bundesamtes wird der Altersquotient - die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter von fünfzehn bis vierundsechzig Jahren, die auf eine nicht mehr erwerbsfähige Person über fünfundsechzig Jahre kommen - in Rußland von 5,5 im Jahr 2000 auf 3,3 im Jahr 2025 fallen.

    Die für 2025 absehbare Belastung der russischen Erwerbsbevölkerung durch die russischen Rentner ist zwar nach heutigen Maßstäben hoch, aber im europäischen Vergleich auch nicht außergewöhnlich. Im Jahr 2025 dürfte der Anteil der Russen, die fünfundsechzig Jahre oder älter sind, nur ein wenig höher liegen als in den Vereinigten Staaten und ein wenig niedriger als in Westeuropa.

    Man könnte daher versucht sein, die zukünftige Entwicklung des Altersaufbaus der russischen Bevölkerung als die einer typischen entwickelten Gesellschaft zu beschreiben, und prognostizieren, dass die Alterung der Bevölkerung in Rußland ähnliche Probleme aufwerfen wird wie in den europäischen OECD-Staaten. Doch Rußland ist auf besondere Weise anfällig für Probleme, die sich aus der kollektiven Alterung ergeben. Das liegt weniger am sinkenden Altersquotienten als an der schlechten Gesamtverfassung derer, die dann die Senioren des Landes versorgen müssen. Der Tod ist, statistisch betrachtet, einem dreißigjährigen Russen so nahe wie einem Holländer Mitte Fünfzig.

    Der Gesundheitszustand der russischen Bevölkerung wird sich nämlich Prognosen zufolge dramatisch verschlechtern. Die Entwicklung ist für ein Industrieland in Friedenszeiten äußerst ungewöhnlich und widerspricht unserem modernen Empfinden. Die Lebenserwartung der männlichen Neugeborenen ist zwischen den Jahrgängen 1961 und 2003 um fast fünf Jahre gefallen. Bei den weiblichen Neugeborenen war ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Doch für beide Geschlechter zusammen ergibt sich daraus über die letzten vier Jahrzehnte noch immer ein Rückgang der Lebenserwartung um nahezu drei Jahre.

    Zwischen den sechziger Jahren und dem Jahr 2000 sind die altersspezifischen Sterberaten bei Russinnen um fünfzehn Prozent und bei den russischen Männern um schockierende vierzig Prozent gestiegen. Diese Zunahme der Sterblichkeit traf insbesondere die Gruppe der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Gesundheit der Erwerbsbevölkerung verschlechtert, ist geradezu atemberaubend. Sämtliche weibliche Kohorten im mittleren Alter verzeichneten zwischen 1970 und 2003 eine Zunahme der Sterblichkeit um mindestens vierzig Prozent, bei den Männern zwischen dreißig und vierundsechzig Jahren nahm die Sterblichkeit einheitlich um fast die Hälfte zu, wobei einzelne Alterskohorten einen Zuwachs von mehr als achtzig Prozent zu verzeichnen hatten.

    Die Erwachsenensterblichkeit in Rußland hat ein Niveau erreicht, das man unnatürlich nennen will. Gibt es Gründe anzunehmen, dass sich in den kommenden Jahrzehnten ganz von selbst wieder "natürlichere" Niveaus einstellen werden? Die deprimierende Antwort lautet: nicht unbedingt. Denn in der Demographie Rußlands scheint das Anomale längst zur Norm geworden zu sein. Die jüngeren Generationen sind infektanfälliger, kränker, und sie sterben früher als ihre Eltern. Soweit die Sterberaten einen Indikator für den allgemeinen Gesundheitszustand darstellen, lassen die aktuellen Sterblichkeitsdaten für die russische Bevölkerung darauf schließen, dass jede neue Alterskohorte fragiler ist als die vorangegangene.

    In anderen westlichen Industriestaaten erfreut sich seit dem Zweiten Weltkrieg jede jüngere Generation einer höheren Lebenserwartung als ihre Vorgängerin. Im heutigen Japan etwa verzeichnet man für Männer, die 1950 geboren wurden, über deren gesamte bisherige Lebensspanne altersspezifische Sterberaten, die um dreißig bis achtzig Prozent unter den entsprechenden Raten der zwanzig Jahre zuvor geborenen Kohorte liegen. In Rußland dagegen hat sich die Lebenserwartung der beiden zwischen Ende der zwanziger Jahre und 1970 geborenen Generationen russischer Männer nicht erhöht. Ganz im Gegenteil: Bei jedem neuen Jahrgang russischer Männer scheint die Sterblichkeit im Verlaufe ihrer Lebensspanne gegenüber dem vorangegangenen Jahrgang ein wenig zugenommen zu haben. Bei den Frauen ist eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen.

    Angesichts des Negativtrends rückt das Ziel, den Gesundheitszustand der Erwerbsbevölkerung nachhaltig zu verbessern, immer stärker in die Ferne. Russische Demographen erwarten für die kommenden Jahre auf diesem Gebiet keine wesentliche Verbesserung. Das amerikanische Statistische Bundesamt schätzt, dass die Lebenserwartung der Männer in Rußland auch 2025 noch unter der Lebenserwartung der Männer in Indien, Pakistan oder sogar Bangladesch liegen wird.

    Die fortdauernde Gesundheits- und Sterblichkeitskrise in Rußland dürfte ein wesentliches Hindernis für eine rasche wirtschaftliche Entwicklung darstellen und die Bemühungen vereiteln, das Land auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie Rußland es schaffen sollte, einen dem irischen Niveau entsprechenden Lebensstandard zu erreichen, wenn in der Erwerbsbevölkerung ein Sterblichkeitsmuster vorherrscht, das dem indischen gleicht oder sogar noch dahinter zurückfällt.

    Daß sich ausgerechnet die russische Erwerbsbevölkerung durch gesundheitliche Erschöpfung und hohe vorzeitige Sterblichkeit auszeichnet, schwächt natürlich das wirtschaftliche Potential des Landes ungemein. Es hat auch weitreichende indirekte Auswirkungen auf die Produktivität. Weil sich das Arbeitsleben deutlich verkürzt, verändert sich die Kosten-Nutzen-Rechnung für das höhere Bildungswesen und die technische Ausbildung. Es wird insgesamt betrachtet weniger in das Humankapital investiert. Während andere Länder versuchen, ihre ältere Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wieder für den Arbeitsmarkt zu rekrutieren, um den Kindermangel auszugleichen, steht eine solche Strategie Rußland nicht zur Verfügung, weil die Älteren, um die es dabei geht, schlichtweg zu krank und zu schlecht ausgebildet sind.

  9. #9
    Avatar von Sandra
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    Psychotherapie und gesunde Kinder

    Zitat Zitat von Julius
    Nehmen wir weiterhin an, Sie haetten 4 Schalter, mit denen Sie russiche Realitaeten veraendern koennten:
    Einen fuer gute Luft, einen fuer schlechte Ernaehrung, einen fuer das Gesundheitssystem und schliesslich einen, der das Trinken von Alkohol beendete.

    Sie duerften nur einen Schalter benutzen. Welcher waere das wohl?
    Ganz klar das Gesundheitssystem! Gesunde Kinder, nicht verkrueppelte alte Leute und Psychotherapie fuer Trinker . Nicht Trinker heisst nicht, dass ich ein Glaeschen netten Rotwein fuer den Anfang von Alkoholismus halte. Perspektivlosigkeit, Langeweile, motivationslose Lehrer und leider auch genetische Disposition (hier waeren wir mal wieder beim Gesundheitssystem) etc.etc. aber schon. Trinken findet in Russland in einer auffaelligen Art und weisse statt. Ich habe zuviele Vorstandsvorsitzende, Hausfrauen und Generaldirektoren gesehen, in Westeuropa mit einer Spiegeltrinkerkarriere. Wenn einer eine 7 dl. Flasche Wein innert 15 Minuten alleine trinkt und mich fragt "wie haelst Du nur die trinkenden russischen Maenner aus?" Was ist das? Nur weil die Wessis nach drei Flaschen Bier jeden Abend nicht lallen und ueber die Autobahn rennen, heisst dass nicht, im Westen trinkt man nicht

  10. #10

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    Psychotherapie ... mit'm Taxi oder mit OMON?

    Zitat Zitat von Sandra
    Ganz klar das Gesundheitssystem! Gesunde Kinder, nicht verkrueppelte alte Leute und Psychotherapie fuer Trinker
    Alkoholiker gehen nicht zum Arzt und schicken auch ihre Kinder nicht hin.


    Falls es in Ihrem Gesundheitssystem fuer jeden Bewohner drei Mitarbeiter der Heilbehoerden gaebe, haette Ihr Ansatz vielleicht nach 10 Jahren einigen Erfolg.

    Ohne den seit Jahrhunderten von oben verordneten Suff ginge das zigmal schneller.

  11. #11
    Avatar von Sandra
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    Bloede Frage

    Zitat Zitat von Julius
    Ohne den seit Jahrhunderten von oben verordneten Suff ginge das zigmal schneller.
    Warum sollte der Suff von eben verordnet sein? Sorry, aber das Verstehe ich nun wirklich nicht wann, wer und wo
    Zur Frage von Kinder und Krankenhaus, es gibt wie in Westeuropa auch, Pflichtprogramme an den Schulen wo Kinder auf ihre Gesundheit hin untersucht werden. Hier gaebe es also Mittel und Wege auch ohne Einwilligung trunksuechtiger Eltern.

  12. #12

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    'wem es nuetzt'

    Seit rund 500 Jahren ist Wodka 'National'-Getraenk in Russland. Seit ca. 400 Jahren bestreiten die Einnahmen aus der Besteuerung des Suchtmittels zwischen 40 und 3,5% des russ. Haushaltes heutzutage (3,5 Milliarden Euro).

    Es waren uebrigens Deutsche, die 1901 riesige Zisternen Bauten (in Kasimow)
    als der damalige Finanzminister Graf Sergej Witte Wodkawerke bauen ließ, um den Staatshaushalt zu sanieren.

    Putin will das von Jelzin gekippte staatliche Alkoholmompol wieder einfuehren.
    Das ist eine hochprofitable Branche, die fuer Milliarden-Einnahmen sorgt.

    Das Gesetz heisst: "Über die staatliche Regulierung der Herstellung und des Umsatzes von Ethylalkohol, Alkohol und alkoholhaltiger Produktion"
    Die Aufsicht hat der Inlandsgeheimdienst.

    Die staatliche Alkohol- und Wodkaholding Rosspirtprom produziert 60 Prozent des Alkohols und 40 Prozent des Wodkas.

    Das nenne ich von oben verordnet.

  13. #13
    Avatar von Sandra
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    Danke fuer Erklaerung

    aber alle Laender haben Heute zum Teil enorme Steuern auf Alki und erst die Zigarettensteuern mittlerweile darf man sich ja in Westeuropa in einigen Laendern (Faschoitalien von Berlusconi) noch nicht mal mehr oeffentlich umbringen, sondern muss seinem Laster heimlich im Hinterraeumchen froennen. Als mal alle im Fernsehen rauchen durften (50er und 60er Jahre) kosteten die Zigaretten keine Marke und die Steuern entsprachen den Russischen. Nun sind Glimmstengel bald aus Gold (wegen den Steuern) und dafuer soll sich der Assi der es nicht lassen kann sich auch noch gefaelligst aufs Klo damit verziehen, wie einst in der Schule. Was ist dann das?
    Mittlerweile nimmt Russland genuegend Geld mit Gas und Erdoel ein und der Alkoholiker kauft sich sein Flaeschchen nicht im Laden (mit Steuer) sondern bei Oma im ersten Haus im Dorf (ohne Steuer und kostet nicht mehr als Brot).

  14. #14

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    Zitat Zitat von Sandra
    In der Rede des Praesidenten zur Lage der Nation, wurde das Schwergewicht auf den Bevoelkerungsschwund gelegt. Nicht aber die Frage, wie reduzieren wir die statistisch erschreckend fruehe Sterblichkeit (Maenner 58) in Russland, sondern der Ruf nach mehr Kinder wurde laut. Dazu versucht man zu Mitteln zu greifen, die weder neu noch originell sind. Geburtengeld soll drastisch erhoeht werden und das Kindergeld. Nur in keinem Land dieser Erde haben solche Massnahmen zum gewuenschten Ergebniss gefuehrt. Eine Frau ist keine Kuh und nur wegen Geld wird sich niemand Kinder anschaffen. Fast niemand, den beim zweiten Kind soll es 8 000 Euro inskuenftig geben und dies koennte, wie so oft im Leben die falschen Leute tatsaechlich zur Fortpflanzung reizen. Von 8 000 Euro laesst sich lange trinken und der Nachwuchs kann dann die Kinderheime fuellen die ohnehin ueberfuellt sind. Tatsaechlich zeigt der statistische Trend von Heute 143 Mio. Menschen koennten es im Jahre 2050 noch 100 Mio. geben. Nicht wegen der Geburtenrate aber alleine sondern wegen einer extremalen Todesrate in fast jugendlichem Alter. Die Einkindfamilie war schon zur Sowjetzeit in den Staedten praktisch die Norm und um dies zu aendern waere weniger Wurfgeld als vielmehr der Wohnungsbau gefragt. Sozialpolitik am falschen Ende aufgezaeunt.
    Wo sehen Sie das Problem? Russlands Bevölkerung schrumpft, während es auf dieser Erde eine Reihe von Länder gibt, die sich immer noch in der Phase der demografischen Explosion befinden. Wie wäre es, wenn Russland die Grenzen öffnen und Usbeken und Tadschiken nach Russland einwandern lassen würde?

  15. #15
    Avatar von Sandra
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    Wie waere es

    wenn Deutschland alle Chinesen einwandern lassen wuerde, die gerne in Deutschland wohnen moechten? Einfach mal kurz mit selber denken probieren, anstelle solcher Statments

  16. #16

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    Zitat Zitat von Sandra
    wenn Deutschland alle Chinesen einwandern lassen wuerde, die gerne in Deutschland wohnen moechten? Einfach mal kurz mit selber denken probieren, anstelle solcher Statments

    Die Einwanderung muss geregelt sein und die Lösung des demografischen Problems zum Ziel haben. Wenn ohne Einwanderung bis 2050 die russische Bevölkerung auf 100 Millionen schrumpfen wird, dann sollte man bis 2050 40 Millionen Ausländer einwandern lassen,um die Bevölkerungsverlust auszugleichen, aber das russistische Denken hindert euch daran, zu diesem Erkenntnis zu kommen

  17. #17
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    Hallo Freidenker,

    da muss ich Ihnen ja sogar mal fast recht geben.

    Zitat Zitat von Freidenker
    Die Einwanderung muss geregelt sein und die Lösung des demografischen Problems zum Ziel haben.
    Deutschland und Russland lassen sich im demografischen Problem sehr gut vergleichen. Beide Länder haben eine auf den Kopf gestellte Bevölkerungspyramide.

    Mit Einwanderern aus China wird man das Problem nicht lösen, denn durch die staatlich verordnete und jetzt durch wachsenden Reichtum produzierte Einkindpolitik wird China bald auch das Problem haben.

    Islamische Länder haben eine Bevölkerungspyramide die wir noch aus dem 19. Jahrhundert kennen. Dort liegt es größtenteils am religiösen Hintergrund.
    Aber da die deutsche wie die russische Bevölkerung kaum geschlossen zum Islam übertritt, wird die Möglichkeit uns wohl verschlossen bleiben.

    Die nächste Möglichkeit wäre eine vernünftige Familienpolitik. Davon sind Deutschland wie Russland Lichtjahre entfernt.
    Mit erhöhten Wurfprämien, wie beide das nun versuchen, ist das Problem nicht zu lösen.
    Da hilft ein Blick nach Skandinavien.
    Hochmoderne Schulsysteme und Kindergartenversorgung.
    In D wie in RUS Schulsysteme aus der Bismarkära.
    Familienpolitik in Skandinavien, die es beiden Elternpartnern ermöglicht wieder ins Berufsleben einzutreten.
    So verändert sich die Bevölkerungspyramide in Skandinavien wieder in die richtige Richtung und die Qualität der Schulabschlüsse spiegelt sich in den Pisastudien zur genüge wieder.
    Aber dazu sind Reformen nötig, für die Deutschland nicht in der Lage ist und Russland noch nicht weit genug ist.

    Dann kommen wir zur Einwanderungspolitik.
    In D wie in RUS ist erkannt worden, dass beides Einwanderungsländer sind. In D wird das auch von hochrangigen CDU-Politikern bereits gesehen.

    Dazu braucht man eine qualifizierte Einwanderung wie sie die USA, Canada und auch Australien – alles echte Einwanderungsländer – schon seit langen betreiben.
    Greecardsysteme, Ausbildungsnachweise etc. nur als Beispiele.

    Russland diskutiert bereits über solche Möglichkeiten.

    Deutschland hat in der Vergangenheit viele Fehler gemacht und versucht das Thema Einwanderung – laut CDU-Siozialausschuss sind etwa 400.000 bis 500.000 Einwanderer pro Jahr in D nötig – mit Rücksicht auf die rechtsnationalen Kreise aus der Diskussion herauszuhalten.

    In D macht man lieber wie unter Kohls Zeiten wahllos die Türen, um Rechtsnationale zufriedenzustellen, für Russland-Deutsche auf, deren einzige Qualifikation war irgendwann mal im 16. Jahrhundert einen Deutschen in der Familie zu haben.

    Da könnte ich ja auch nach Dänemark gehen, weil meine Wikingerahnen im 12. Jahrhundert von Jütland nach Deutschland ausgewandert waren.

    Damit die Russland-Deutschen auch schnell brav CDU wählen, durften sie entgegen allgemeiner Gesetzeslage auch gleich den deutschen und russischen Pass haben. Türkischstämmige Familien bekommen selbst in der dritten Generation in D nicht mal den deutschen Pass ohne Probleme.

    Dann lässt man die 250.000 jährlich eingewanderten Russland-Deutschen alleine und wundert sich, dass es Migrationsprobleme gibt.
    Das ist keine Einwanderungspolitik, das ist kurz gedacht und amateurhaft.

    Ein Blick nach Skandinavien zur Familienpolitik oder nach Canada, USA oder Australien zur qualifizierten Einwanderungspolitik könnte da eher helfen Ansätze zu finden.

    gruss gunnar

  18. #18

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    ich versuch mal meinen ersten beitrag aber nicht in bezug auf die anderen! sondern nur auf das thema!

    Der Bevölkerungsschwund in Russland ist natürlich ernst zu nehmen, vorallem dank der neuen Krankheiten wie z.B. HIV, oder eben auch durch den genuss des alkohols welche rolle die aber spielt kann ich nicht sagen, oder wieso die sterblichkeitsrate bei 58 jahren liegt, ist wohl dem gesundheitssystem zu verdanken! aber russland kann man auch nicht mit europa vergleichen wie ich denke! Russland heute ist aus meiner sicht in bezug auf gesundheitssystem wie deutschland vor 100 jahren, bis die menschen in russland ein alter von villeicht 100 jahren erreichen müssten villeicht erst noch 50 bis 100 jahre vergehen, aber vorraussetzung dafür ist nunmal ein gutes gesundheitssystem und geld um die gesundheit zu bezahlen!

    Ob man den Bevölkerungsrückgang durch Immigration abschwächen sollte oder nicht, tscha! Ich würde sagen solange es menschen aus der ehemaligen sowjetunion sind und die russische kultur kennen, sollte es kein problem darstellen! Bei anderen nationen ausserhalb der ehem. Sowjetunion sollte man wenn eine Quote einführen aber keine unkontrollierte einwanderung zulassen!
    Der Grund dafür liegt im Faschismus der immer weitere kreise beeinflusst und sich immer mehr ausbreitet. Der auch nicht zu ersticken ist solange die menschen nicht wissen was für konsequenzen so was haben kann!
    der mensch will immer was neues haben, wenn er genug von alten hat!

    kleine letzte bemerkung aus meiner sicht, wird russland auf lange sicht seine macht über sein land nicht halten können, wenn die bevölkerungszahl abnimmt! denn ein land ohne menschen, ist nicht in der lage sich vor feinden zu schützen. das sollten sich die "nazis" in russland durch den kopf gehen lassen. die russen sind vom aussterben bedroht wenn es so weiter geht, entweder russland sorgt von alleine dafür das es mehr nachwuchs gibt, damit russland als russland unter russen bestehen kann, oder es muss imigration zulassen damit sie Russland sein können!

    glaub der beitrag ist nicht so gut!
    würde ich gerne löschen, aber lass ich mal stehen!
    um zu sehen wie es ankommt!

  19. #19
    Avatar von Sandra
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    Das Durchschnittsalter

    liebe Leute ist das Problem, Russland liegt in der Geburtenstatistik vor Italien und der Schweiz. In der Todesstatistik ist es auf den hinteren Plaetzen mit den Drittweltlaendern.
    Es ist verlogen mehr Kinder zu vordern, wenn es genuegend Geburten gibt aber das Durschnitsalter dem der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts entspricht. Es braucht nicht mehr Kinder, es braucht bessere Versorgungen.

  20. #20
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    Statistik

    Hallo Sandra, dass stimmt so nicht.

    EU-weit liegt die Geburtenrate bei 1,48 Kindern pro Frau, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, wäre eine Rate von mindestens 2,3 notwendig.

    Italien, Deutschland, Spanien und Polen haben eine Geburtenrate unter 1,3 und sind damit am unteren Ende.

    Am höchsten liegt sie in Großbrittanien, Schweden und anderen skandinavischen Ländern.

    In Russland liegt sie zur Zeit unter 1,2.

    Das bedeutet, selbst bei entsprechend besserer Gesundheitsvorsorge würde es sarkastischer Weise eher zu noch größeren Problemen kommen.

    Die Bevölkerung würde dann erst altern und danach zurückgehen.

    Das Altern würde dann mit allen Problemen einer überalterten Gesellschaft einhergehen.

    (die Zahlen sind vom statistischen Bundesamt und anderen offiziellen Quellen)

    Gruss gunnar

  21. #21
    Avatar von Sandra
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    Falsche Zahl

    zumindest in den russischen Massenmedien wird die Zahl von 1,68 Prozent fuer Russland genannt. Staatliche Programme die nicht zuerst mal die Lebenden unterstuetzen sondern auf Geburtenraten in erster Linie abzielen erinnern leicht an das dritte Reich. Die Lebenden werden nicht geachtet und fuer diejenigen die Geboren werden, gibt es dann Mutterschaftsorden. Um Kinder in die Welt zu setzen braucht es mehr als nur Geld, es braucht vorallem auch eine entsprechende Welt in der Kinder alles bekommen was sie zum aufwachsen brauchen. Mit Geld alleine ist da nichts getann.

  22. #22
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    Zitat Zitat von Sandra
    zumindest in den russischen Massenmedien wird die Zahl von 1,68 Prozent fuer Russland genannt.
    Selbst diese Zahl würde nicht reichen. Unter 2,3 Kinder pro Frau gibt es ein Aussterben auf dauer.


    Zitat Zitat von Sandra
    Staatliche Programme die nicht zuerst mal die Lebenden unterstuetzen sondern auf Geburtenraten in erster Linie abzielen erinnern leicht an das dritte Reich. Die Lebenden werden nicht geachtet und fuer diejenigen die Geboren werden, gibt es dann Mutterschaftsorden. Um Kinder in die Welt zu setzen braucht es mehr als nur Geld, es braucht vorallem auch eine entsprechende Welt in der Kinder alles bekommen was sie zum aufwachsen brauchen. Mit Geld alleine ist da nichts getann.
    Damit die Lebenden und immer älter werdenden überhaupt eine Überlebenschanze haben, ist es nötig genug Kinder zu haben.
    Eine umgedrehte Bevölkerungspyramiede führt notgedrungen in eine Katastrofe und Verelendung der Alten und Gebrechlichen.

    Deswegen hatte ich ja die Beispiele Skandinavien angeführt, die haben es begriffen.

    gruss gunnar

  23. #23
    Avatar von Sandra
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    Durchschnittsalter

    wenn das Durchschnittsalter 58 ist kann man wohl kaum von einer umgekehrten Pyramide sprechen.
    Zudem hast Du die Zahl 2,3 erfuellt ich denke ich bin durchaus dafuer "Maenner faengt an zu gebaeren"!Klasse Idee! Es leben in Weissenhaeusern halb offiziell ueber 700 000 Kinder in Russland, wie waere es zuerstmal diesen Kindern allen ein zu Hause und damit eine Familie zu geben? Kinder die wegen Kindergeld geboren werden, werden genau dort landen .Der Weg von dort ist bekannt in Russland, gerade mal 15 Prozent schaffen es in ein normales Leben, 10 Prozent machen Suizid und ueber den Rest unterhalten wir uns besser garnicht erst, den die fuellen leider die Gefaengnisse. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es uebrigens 600 000 Kinder die in Kinderheimen lebten. Die meisten Eltern dieser Kinder leben! Noch ist es in Russland usanz, wenn die Kinder behindert sind werden sie dem Staat ueberlassen und die Muetter uebergeben sie noch in der Geburtsklinik in staatliche Haende und zwar fuer immer. Sollen die noch mehr Kinder machen? Es machen nicht die Leute Kinder bei hoeherem Kindergeld von denen sich der Staat Kinder wuenscht. Geld und Propaganda sind der falsche Ansatz. Uebrigens fuer Tierqualerei kann man jetzt bis zu drei Jahren Haft bekommen. Fuer Kindsmisshandlung eine Busse von 40 000 Rubel.

  24. #24
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    Zitat Zitat von Sandra
    wenn das Durchschnittsalter 58 ist kann man wohl kaum von einer umgekehrten Pyramide sprechen.
    kann man natürlich, denn selbst wenn die pyramide nur bis 60 geht steht sie auf dem kopf.
    ausserdem hatte ich ja schon ober erklärt, dass , wenn die gesundheitsversorgung besser wird und die menschen eben 80 werden, es ohne genügend kinder zu extrem großen problemen kommt.
    Zitat Zitat von Sandra
    Zudem hast Du die Zahl 2,3 erfuellt ich denke ich bin durchaus dafuer "Maenner faengt an zu gebaeren"!Klasse Idee! Es leben in Weissenhaeusern halb offiziell ueber 700 000 Kinder in Russland, wie waere es zuerstmal diesen Kindern allen ein zu Hause und damit eine Familie zu geben? Kinder die wegen Kindergeld geboren werden, werden genau dort landen .Der Weg von dort ist bekannt in Russland, gerade mal 15 Prozent schaffen es in ein normales Leben, 10 Prozent machen Suizid und ueber den Rest unterhalten wir uns besser garnicht erst, den die fuellen leider die Gefaengnisse. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es uebrigens 600 000 Kinder die in Kinderheimen lebten. Die meisten Eltern dieser Kinder leben! Noch ist es in Russland usanz, wenn die Kinder behindert sind werden sie dem Staat ueberlassen und die Muetter uebergeben sie noch in der Geburtsklinik in staatliche Haende und zwar fuer immer. Sollen die noch mehr Kinder machen? Es machen nicht die Leute Kinder bei hoeherem Kindergeld von denen sich der Staat Kinder wuenscht. Geld und Propaganda sind der falsche Ansatz. Uebrigens fuer Tierqualerei kann man jetzt bis zu drei Jahren Haft bekommen. Fuer Kindsmisshandlung eine Busse von 40 000 Rubel.
    wenn in russland nur 1,2 kinder pro frau geboren werden, dann ist es statistisch vollkommen egal ob sie in einer familie oder im heim aufwachsen, behindert sind oder sonstwas.
    wenn alle kinder aus einem heim in eine familie kommen, werden es auch nicht mehr als 1,2.

    bei wie du beschrieben hast, katastrofalen kinderverhältnissen, würde zu einer reproduktion der gesellschaft sogar ein faktor 2,3 wahrscheinlich nicht ausreichen.

    das problem ist eine überalterung der gesellschaft, wenn es kein umdenken gibt.

    und du hast ja zu recht geschrieben eine wurfprämie ist falsch. schreibe ich ja auch.

    das umfeld muss sich ändern. (siehe beispiel skandinavien)

    gruss gunnar

  25. #25

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    zum Thema

    aus der Frankfurter Rundschau
    "Der Kreml will mehr Babys"

    http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausl...?em_cnt=892669

    Die Idee mit den groesseren Wohnungen erscheint mir sinnvoll.

    Gru-lius

  26. #26
    Avatar von Sandra
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    Wohnungen

    reichen schon so nicht aus und sind fuer viele zu teuer. Tochter mit Mann wohnt bei Mama ist noch immer die Normalitaet. Fuenf Personen in einer 1 Zimmerwohnung schrecklich aber nicht ungewoehnlich. Drei Generationen in einer Dreizimmerwohnung nicht ungewoehnlich. Die Denkweise in Russland muss sich aendern. Russen halten es fuer schrecklich in einer Wohnung zur Miete zu wohnen. Nein, es muss gleich immer Eigentum sein und das kostet. Erzaehlen Sie mal einem durchschnittlichen Russen es sei normal eine Mietwohnung zu haben, er wird schockiert sein. Allerdings fehlt in Russland bis Heute ein Mieterschutz, entweder man kommt mit dem Inhaber aus oder eben nicht. Nur Mietwohnungen sind teuer. Uebrigens bin ich der einzige Mensch den ich kenne der schon seit 5 Jahren in der gleichen Mietwohnung lebt, die meisten anderen mit Mietwohnungen ziehen tatsaechlich jaehrlich um. Ich belaestige meinen Vermieter nicht, zahle puenktlich und er belaestigt mich nicht . Auch ich koennte meine Wohnung nicht kaufen, die duerfte an die 130 000 Euro kosten, unrenoviert versteht sich. 2 Zimmer Altbau. da kaufe ich mir lieber fuer 20 000 ein nettes kleines Haeusschen in der Provinz und zaehle auf meinen Lebenspartner der wird mal eine Wohnung erben . Bis dorthin jammert er aber von Zeit zu Zeit, weil wir nur in Miete leben. Irgendwie ist dies fuer viele Russen nahe zum Glochard.

  27. #27
    Avatar von Sandra
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    Link zum demographischen Institut

    findet sich hier (in Russisch versteht sich)
    http://www.demographia.ru/articles_N...R=21&idArt=240
    Davon ausgehend, das Russische Statistiken meistens nicht sonderlich gut gefuehrt werden und aus diversen Gruenden von den unterschiedlichsten Leuten manipuliert werden, faellt jedoch sofort die Kindersterblichkeit bis 1 Jahr auf.
    14 800 Kinder von 1 341 100 starben unter einem Jahr. Da liesse sich sicherlich schon mal einiges verbessern.
    Die Sterbestatistik zeigt eine Signifikanz bei der Todesursache Herz-Kreislaufsystem die den ersten Platz belegt weit, weit vor Alkoholvergiftung und Unfaellen sowie Krebs und Infektionskrankheiten. Wer sich uebrigens schon mal eine staatliche Geburtenklinik angesehen hat, sollte sich mal ueberlegen welche Frau moechte eigentlich dort Ihr Kind gebaeren? Mir erscheinen solche Kliniken immer eher wie ein Gefaengniss als wie Krankenhaeuser. Auch dort laesst sich (selbst mit einfachen Mitteln) sicherlich noch einiges leicht Verbessern. Zudem, muss man endlich weg kommen von der Idee Russland sei Arm. Ist es nicht, nur liegt das Geld sinnlos und monatlich um einige Prozentpunkte schwindend auf aeuslaendischen Bankkonten anstelle fuer dringend notwendige Investitionen im eigenen Land benutzt zu werden. Mit dem Geld liessen sich super moderne und sympathische Geburtskliniken im ganzen Land einrichten.

  28. #28
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    Sandra kennt meine Meinung über den Stabilitätsfond.

    Das Geld kann nun mal nicht einfach in die Wirtschaft gepumpt werden, denn das würde zu einer noch stärkeren Inflation führen als im Moment.

    Alle großen Energieexporteure haben das Problem.

    Bestes Beispiel Norwegen, die in einem noch ganz anderen Masse als Russland Geld gebunkert haben obwohl die Gesundheitsversorgung in keinem Fall auch nur annähernd in Deutschland gewohnten Standart entspricht. (Zahnversorgung, die gleich in die 10.000 Euro Privatzuzahlung geht, warten auf Röntgenbilder 6-8 Wochen usw. usw.)
    Dazu noch eine der höchsten Steuerbelastungen auf Einkommen in Europa.
    Aber kaum bzw. keine Arbeitslosigkeit und eine stabile Währung die gegen jeden Angriff von Spekulanten gefeit ist. (nicht so wie in Schweden oder England in den 80er Jahren als Spekulanten die Krone und das Pfund in den Ruin trieben und die Länder Jahre brauchten um wieder auf die Beine zu kommen. Obwohl im nachhineingesehen, das für die Länder gut war, weil sie Reformen schnell durchsetzen mussten. Aber das waren eben stabile Länder)

    Russland ist auf dem Weg zu einer konvertierbaren Währung. Das geht nur mit einer exorbitanten Sicherheit für den russischen Rubel.

    Wie dramatisch sich große Währungssprünge auswirken, kann der jüngste Dollarverfall zeigen. Russland muss ob es will oder nicht den Dollar stützen, sonst werden die Importe zu billig und das geht zu lasten der gerade langsam aufkeimenden heimischen Industrie.

    Also der Weg zwischen Inflation und Geld in die Wirtschaft pumpen ist ein äusserst schmaler Grad. Vor allem wenn man laufend die Inflationsvorgaben überschreitet.

    Im Vergleich mit allen großen anderen Energieexporteuren macht Russland da im Moment eine ziemlich gute Politik.

    Oder man verabschiedet sich endgültig von der freien Konvertierbarkeit. In einem geschlossenen System kann man wahllos Geld in die Wirtschaft pumpen und die Inflation auf später verschieben.

    Aber zurück zum Kinderkriegen.
    Laut Sandras Statistik sterben in Russland etwa 2mal soviel Kinder im ersten Jahr wie in Deutschland.(Damit müsste ja die Kinderkriegenkennziffer von mind. 2,3 sogar noch höher gedreht werden.)
    Das kann viele Ursachen haben. Zigaretten, Alkohol, Dr*gen etc. während der Schwangerschaft, bis hin zu Umweltschäden von Tschernoby bis zu den rotten Oelpipelines in Sibirien.

    Das die russischen Geburtshäuser eine Katastrofe sind, kann ich mir gut vorstellen.

    Da muss eben ein Umdenken her. Hebammen, Hausgeburten nur als Stichwörter.

    Aber es kommt alles wieder zu dem einen Punkt. Es müssen mehr Kinder geboren werden um eine Verjüngung zu erreichen und das geht nur über umfassende Reformen.

    Von der Schwangerschaft bis die Kinder ins Berufsleben entlassen werden müssen Reformen angegangen werden. ( Ist in Deutschland auch alles nötig)

    Nur ein Gesamtkonzept kann da greifen. Da ein bisschen hier zu schrauben oder da zu drehen reicht nicht. Dazu gehört auch ein Umdenken in der Gesellschaft. Vor allem da es funktionierende Beispiele gibt, an denen man sich anlehnen könnte.

    Aber ob die russische Bevölkerung schon dafür bereit ist, sehe ich im Moment noch nicht.
    Noch befindet sich das Land, die Wirtschaft, die Bevölkerung von Russland in einem Transformationsprozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

    So wird wohl leider alles noch lange dauern und es wird hilflos an einzelnen Schrauben in dieser riesigen miteinander Verbundenen Maschine geschraubt, in der Hoffnung, diese eine Schraube würde alles wieder reparieren.

    Gruss gunnar

  29. #29
    Avatar von Sandra
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    Norwegen und Russland

    lassen sich nicht vergleichen. Norwegen ist ein voll entwickeltes Land. Russland nicht. Die Inflation ist aus purer Geldgier ohnehin exorbitant, da kommt es auf die Entwicklung von Geburtskliniken deren Apparate ohnhin im Ausland gekauft werden nicht an.
    Kudrin und Gref wuerden Gunnar lieben, er ist einer der Wenigen die Ihren Argumenten bereit sind zu folgen. Sorry, als Betriebswirt bin ich es nicht, weil es tatsaechlich nicht stimmt.
    Die Theorie ist richtig in hochentwickelten Industrienationen davon ist Russland noch weit entfernt und solange das Geld nicht in die eigene Wirtschaft gelangt wird sich das Land leider auch nicht dazu entwickeln. Alles erinnert ein Wenig an Entwicklungen die man aus Suedamerika kennt. Viel Geld und eine Bevoelkerung die nichts davon hat. Zu was es fuehrt ist historisch auch Bekannt, irgendwann verlieren auch die Russen ihre Geduld!

  30. #30
    Russland.RU
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    Zitat Zitat von Sandra
    lassen sich nicht vergleichen. Norwegen ist ein voll entwickeltes Land. !
    Wirtschaftsmechanismen die mit diesem Problem zu tun haben machen keinen Unterschied über die Entwicklung eines Landes.
    Wobei es in einem Entwickelten Land auch noch leichter wäre das unter Kontrolle zu bekommen.
    Deutschland hatte übriegens mit seiner extrem starken Exportwirtschaft kurz nach dem 2.Weltkrieg auch da Problem. Da wurde dann rigeros angefangen das Geld zu verknappen. (da war die DM übriegens noch nicht konvertierbar)

    Aber wenn du der Meinung bist, das Geld sollte in die Wirtschaft gepumpt werden, dann bitte auch keinen konvertiebaren Rubel mit allen Problemen, die das in kürze nachsichziehen würde.

    Aber es geht hier nicht um einzelne Geburtskliniken, sondern wie ich geschrieben habe um komplexe Reformen zum kinderkriegen und nicht um ein kleines rumgeschraube an Geburtskliniken.

    Ohne umfassende Reformen wird nichts passieren. Naja, vielleicht gibts ein paar neue Geburtskliniken, aber nicht mehr Kinder. denn alles weitere fehlt einfach.


    gruss gunnar

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