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Thema: Wintersport in Russland

  1. #1

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    Wintersport in Russland

    Hallo,
    ich schaue mir gern im Fernsehen Wintersport an - Ski nordisch und Biathlon. Seit einiger Zeit habe ich gemerkt, dass die Russen immer weniger Medaillen bei den großen Veranstaltungen holen. Wenn man bedenkt, wie sie früher die Medaillen-Wertungen immer souverän gewonnen haben. Woran kann es liegen, dass der Nachwuchs nicht mehr so erfolgreich ist? Gibt es dafür bekannte Ursachen? Was denkt ihr über den Wintersport in Russland?

    Janin

  2. Nach oben   #2

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    Zitat Zitat von Janin Beitrag anzeigen
    Hallo,
    ich schaue mir gern im Fernsehen Wintersport an - Ski nordisch und Biathlon. Seit einiger Zeit habe ich gemerkt, dass die Russen immer weniger Medaillen bei den großen Veranstaltungen holen. Wenn man bedenkt, wie sie früher die Medaillen-Wertungen immer souverän gewonnen haben. Woran kann es liegen, dass der Nachwuchs nicht mehr so erfolgreich ist? Gibt es dafür bekannte Ursachen? Was denkt ihr über den Wintersport in Russland?

    Janin
    Ich gehe davon aus, dass die staatliche Förderung früher zu rein sozialistischen Zeiten russischen Anerkennungsbedarf in der Welt kompensieren sollte und diese Förderung heutzutage doch deutlich zurückgefahren wurde - und mangels Geld ist eine Förderung des Nachwuchses nicht nur schwieriger, sondern auch weniger effektiv zu gestalten - meine Meinung...


  3. Nach oben   #3
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    Ich denke nicht, dass man das so pauschal beantworten kann. So ist Russland in anderen "traditionell" starken Sportarten immer noch dominant (z.B. RSG http://www.youtube.com/watch?v=Se94HO-P5SU ) oder zumindest Teil der Weltspitze (Eishockey, Turnen), während in anderen (z.B. Eiskunstlauf) andere Länder mittlerweile wesentlich erfolgreicher sind. Ich denke, Russland konnte seine Stellung vor allem da behaupten, wo es auch in der nachsowetischen Gesellschaft eine höhere Aktivenquote gibt, als in anderen Ländern. Sportarten die an sich noch attraktiv sind.

    Denn in der Tat wird nicht mehr - wie zu UdSSR-Zeiten so aktiv aus den Schulen ausgesiebt und Leute notfalls in einen Sport geschoben. Die Gesellschaft hat sich da an unsere angenähert und wer etwas nicht will, macht es nicht - es gibt auch mehr Alternativen. Talente, wenn sie denn wollen, werden auch heute viel gefördert, aber die Auswahl ist größer und der Zwang, etwas machen zu müssen, ist weg. Von der generellen Strukturkrise der 90er hat sich die Talentförderung an sich aber weitgehend erholt.

  4. Nach oben   #4

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    Ich sehe dieses Problem in Russland folgend: Es gibt nur noch wenig Ernsthaftigkeit, mit der Sport betrachtet wird. Im Fernsehen ist immer weniger Sport zu sehen. Das Wissen und Interesse an einem gesunden Lebensstil wird auch immer geringer. Heute sitzen die Jugendlichen lieber vor ihren Computer und surfen im Internet. Niemand will trainieren. Werbung sieht man hauptsächlich für Alkohol und Zigaretten. Niemand möchte mehr etwas machen.
    Während seiner Präsidentschaft sagte Dmitri Medwedew, dass nur 20 Prozent der Schüler am Sport teilnehmen. Trainer sagen dagegen, dass bestenfalls gerade einmal zwei Prozent teilnehmen und trainieren. Die meisten Menschen, welche heute in Vereinen trainieren, sind älter und haben einen gewissen Status. Sie haben verstanden, dass Übung wichtig ist, dass es wichtig ist, sich um seine Gesundheit zu kümmern. Es werden in Russland immer mehr Vereine geschlossen. Und wenn mal einer neu eröffnet wird, ist es um zu sagen: Schaut, wir haben einen Verein und Sportplatz. Aber wer trainiert dort – nur wenige Menschen. Entweder weil Eintritt verlangt wird oder aus einem reinen Desinteresse. Die meisten sitzen lieber zu Hause oder sehen zu, wie trainiert wird.
    Kindersport ist zu einer bezahlten Aktivität geworden. Aber viele haben nicht das Geld, um dafür zu zahlen. Wenn Sport früher etwas gekostet hätte, wären viele russische Spitzen-Sportler nie zu ihren Ehren gekommen, weil die Eltern nie das Geld gehabt hatten, um das zu zahlen. Viele Kinder und Jugendliche wollen auch noch heute den sportlichen Wettbewerb, aber sie können einfach nicht daran teilnehmen, es fehlt das Geld.
    Mit dem Wandel der Gesellschaft ändert sich auch die Bedeutung des Sports. Sportvereine müssen sich den veränderten Lebensumständen der Menschen anpassen, sie in ihren Lebenswelten abholen und sich in Angebotsstruktur und Organisation ihren Bedürfnissen anpassen. Die Lebenswelt der Menschen erfordert viel Flexibilität und ist auf ständige Selbstoptimierung ausgerichtet. Demzufolge liegen die Herausforderungen für Sportvereine darin, ganzheitliche Sport- und Gesundheitskonzepte über klassische Sparten hinaus anzubieten und flexible Angebote und Mitgliedschaftskonzepte bereitzustellen, die den Zugang erleichtern.
    Dazu gehören auch neue Konzepte im Freiwilligenmanagement. Die Potentiale von Sport und Freiwilligenagenturen zukünftig zu nutzen und bei der Gewinnung und Qualifizierung von Freiwilligen, bei Organisations- und Personalentwicklungen oder beim Freiwilligenmanagement konstruktiv zusammenzuarbeiten. Der Sport ist der größte Anbieter von bürgerschaftlichem Engagement.

  5. Nach oben   #5

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    Tolle Infos! das hört sich für mich richtig an, Nikto

  6. Nach oben   #6
    Avatar von Zorkarkder
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    Bald ist es wieder so weit! Seid ihr schon in guter Laune?!

  7. Nach oben   #7
    Avatar von Morslamard
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    Nikto hat das sehr krass erklärt! gefällt mir gut! Im großen und ganzen sehr logisch!


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