25.04.2009

QIMONDA IN DRESDEN
Russen stellen Bedingungen für Fabrik-Übernahme

Harte Verhandlungen um die Dresdner Qimonda-Fabrik: Nach SPIEGEL-Informationen will ein russischer Staatsfonds das Werk des insolventen Chip-Herstellers kaufen - aber nur, wenn der deutsche Staat sich auch beteiligt. Doch die Staatskanzlei sieht diese Lösung skeptisch.

Hamburg - Ein russischer Staatsfonds soll das angeschlagene Dresdner Werk von Qimonda retten - und der Insolvenzverwalter und die sächsische Staatsregierung bemühen sich derzeit intensiv, den Russen die Chipfabrik schmackhaft zu machen.

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Qimonda-Werk in Dresden: Rettungsversuch unter Zeitdruck

Bereits am Dienstag hatte Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) nach einem Gespräch mit Russlands Regierungschef Wladimir Putin in Moskau angedeutet, dass ein russischer Investor an Qimonda interessiert sei. Noch müssten aber rechtliche Bedingungen geprüft werden.

Nach SPIEGEL-Informationen betonten Insider nun allerdings, dass die Russen nur einsteigen, wenn sich der deutsche Staat mit einem nennenswerten Anteil an der Fabrik beteilige. Im Gespräch sind wenigstens zehn Prozent; die Staatskanzlei hatte bislang einer direkten Beteiligung kritisch gegenübergestanden.

Qimonda steht unter Zeitdruck: 2450 Mitarbeiter befinden sich derzeit in einer Auffanggesellschaft, deren finanzielle Existenz nur bis zum Sommer gesichert ist. Danach müsste der Insolvenzverwalter beginnen, Patente und Unternehmensteile zu verkaufen. Die Gespräche mit den ebenfalls interessierten Chinesen werden aus Verhandlungskreisen inzwischen als "unspezifisch" eingestuft.

Das Insolvenzverfahren für die Infineon -Tochter war Anfang April offiziell eröffnet worden. Fast 2500 Mitarbeiter aus Dresden und München wechselten in eine Transfergesellschaft. Zuletzt beschäftigte Qimonda weltweit 8700 Menschen. In Deutschland arbeiteten 1100 Menschen in der Zentrale in München und 2700 in Dresden.

ssu/dpa

Quelle: spiegel.de