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Thema: Europa Zeiten guter Beziehungen zu Russland gesehen

  1. #1

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    Europa Zeiten guter Beziehungen zu Russland gesehen

    Deutschland und Russland

    «Ich halte diesen Weg für falsch, geradezu für gefährlich»
    Altbundeskanzler Gerhard Schröder wendet sich gegen eine Gegnerschaft zu Russland

    Meine Damen und Herren, Sie haben mich gebeten, einige Ausführungen zum Verhältnis zwischen Europa und Russland, insbesondere zur Energiepartnerschaft zu machen. Ich tue das gerne, weil ich der Auffassung bin, dass diese Beziehungen von grösstem Wert für Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent sind. In den vergangenen Jahrhunderten haben wir in Europa Zeiten guter Beziehungen zu Russland gesehen – und Zeiten schlechter, auch sehr schlechter Beziehungen. Waren die Beziehungen schlecht, stand es um den Frieden auf unserem Kontinent nicht gut. Daher tun wir gut daran, dafür einzutreten, dass Russland und das integrierte Europa auf eine partnerschaftliche Perspektive zusteuern.
    Dies zu betonen, scheint mir gegenwärtig deshalb so wichtig, weil wir im Verhältnis zwischen Europa und Russland an einer Weggabelung angekommen sind. An einem Punkt, wo wir in Europa, aber auch unser Partner Russland, zu entscheiden haben, in welche Richtung sich diese Beziehungen weiterentwickeln sollen. Es geht um Annäherung oder Distanzierung. Wenn man die Diskussionen der letzten Zeit verfolgt, gewinnt man den Eindruck, dass manche für eine Distanzierung, ja sogar eine Gegnerschaft zu Russland eintreten.
    Ich halte diesen Weg für falsch, geradezu für gefährlich. Wir dürfen nicht auf diejenigen hören, die wieder Mauern, diesmal rhetorische und ideologische, aufbauen wollen. Manche tun dies mit dem Verweis auf ihre Biographie, die Erfahrung mit Systemen wie der DDR. Ich habe Verständnis für manche Emotionalität. Aber die Frage ist, ob es klug ist, sich in der internationalen Politik davon leiten zu lassen. Ich bin davon überzeugt: Nein. Aus zwei Gründen – zum einen, weil das heutige Russland in keinster Weise mit der damaligen Sowjetunion gleichgesetzt werden kann. Und zum anderen, weil dieses Denken rückwärtsgewandt ist. Wenn wir jedoch die Zukunft gestalten wollen, dann muss es uns darum gehen, die Beziehungen zu verbessern – und sie eben nicht zu verschlechtern.
    Das Verhältnis zu Russland ist sehr komplex. Es geht dabei um Kultur, um Sicherheitspolitik, um Ökonomie, um Energie und selbstverständlich auch um Demokratie und Menschenrechte. Nur in dieser Gesamtheit lassen sich die Beziehungen verstehen. Ich plädiere für eine nicht unkritische, aber vor allem umfassende und faire Beurteilung Russlands. Die Kritik muss immer die Rahmenbedingungen berücksichtigen, und wir dürfen in der Beurteilung Russlands nicht mit unterschiedlichen Standards arbeiten. Wer glaubt, Entwicklungen in Moskau kritisieren zu müssen, darf in Tiflis nicht schweigen, wenn dort demokratische Rechte ausser Kraft gesetzt werden. Aber genau solche Reaktionen haben wir in Europa, auch in Deutschland, erlebt – vielleicht auch aus falscher Rücksichtnahme.
    In der internationalen Politik hat Russ*land eine wichtige Rolle übernommen. In der globalen Wirtschaft wird Russland mit dem anstehenden Beitritt zur WTO integraler und gleichberechtigter Partner – mit allen Rechten und – das ist auch zu betonen – mit allen Pflichten. Auch die globalen sicherheitspolitischen Herausforderungen lassen sich nur mit und nicht ohne Russland lösen – vor allem bei Abrüstungsfragen und bei der Konfliktlösung im Nahen und Mittleren Osten sowie auf dem Balkan.
    Wir müssen auf beiden Seiten, in Europa und in Russland, begreifen, dass der kalte Krieg endgültig vorbei ist. Russland ist auch nicht mehr der schwache Verhandlungspartner der 90er Jahre. Russland ist heute eine selbstbewusste politische und ökonomische Macht. Das ist aber für Eu*ropa nicht schlecht, sondern im Gegenteil gut. Denn ein stabiles und verlässliches Russland an der Ostgrenze der Europäischen Union ist Voraussetzung für Frieden und Wohlergehen in Europa.
    An die Stelle jahrzehntelangen antagonistischen Denkens und Handelns ist in der russischen Politik das Bewusstsein gemeinsamer Interessen und auch gemeinsam definierter Werte getreten. Europa sollte daher alles unterlassen, was als Eindämmungs- oder Einkreisungspolitik gegenüber Russland missverstanden werden könnte. Das betrifft zum Beispiel das in Polen und Tschechien geplante amerikanische Raketenabwehrsystem. Europa und Deutschland im besonderen sind gut beraten, die transatlantischen Beziehungen zu nutzen, um die Vereinigten Staaten zur Rücknahme dieser Raketenpläne zu bewegen.

    Auszug aus der Rede von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder am 16.11.2007 anlässlich des «XIII. Europa Forums Berlin» der Quandt-Stiftung


    Ravensburger meint: http://upload.wikimedia.org/wikipedi...p_position.jpg

  2. Nach oben   #2

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    auch das noch, von einem Rechtsverdreher

    oh. Ravi.

    Kompensation ja, ende der Fahnenstange.

    es bringt nichts sich mit kommunistischen Geheimdienstbonzen & Silovicigesindel sich noch weiter herumzuaergern.
    der Buettenredner ist doch meines wissens auf deren Lohnliste der Wendehals.

    unsere Altersheime stellen so grosse Ansprueche nun auch wieder nicht.
    Gruss.

  3. Nach oben   #3
    Avatar von Dagobert Duck
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    Deesen brot ich esse dessen lied ich singe.

    Glaube nicht nur,
    G.Schröder ist lernfähig und das ist gut so!
    In seiner 2. amtszeit in deutschalnd zeigt dieser courage, getraut was alle bunzeskanzler zuvor, mit seiner agenda 2010 nicht trauten, eine kleine reform in deutschland einzuleiten.
    Auch war das eine beachtliche leistung, sich gegen den irak-krieg zu behaupten, obwohl onkle sam versucht hat ihn politisch zu vernichten!

    ...kann ihn verstehen das er keinen bock mehr hatte - vor lauter vetternwirtschaft, deutschland noch ein jahr länger zu regieren, und nur höhn ernten.
    Dann lieber eine job suchen, damit ehegattin doris nicht genervt wird (sonst muss dieser schon wieder heiraten)!

    Ist doch gut so, das er jetzt für das haus russland wirbt, er lernt zu verstehen, russland bezw. russen sind europäer wie deutsche, wir sind eine europäische familie...und das ist gut so!



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