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Thema: Russland und das Baltikum

  1. #61
    Zitat Zitat von Sandra
    Das ist leider auch des Puddels Kern. Den tatsaechlich glauben die einzelnen Mitglieder an das Ziel einer guten Sache und friede, freude Eierkuchen auf dieser Welt. Versuch mal einem Mitglied zu erklaeren dass er sich missbrauchen laesst. Ergebnisslos.
    Ja, leider.
    Wobei ich da den dortigen Mitarbeitern noch nicht mal einen Vorwurf mache. Jeder, der dort dabei ist, sieht wohl vornehmlich sein Gebiet - ohne sich um Zusammenhänge, die mit diesem auf den ersten Blick nicht zusammenhängen, zu kümmern. Das ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens genauso. Was dann bei fast allen fehlt, ist das "Große Bild", die Zusammenhänge mit deren Wirken. Und das ist das Allerwichtigste - NIE das Gesamtbild aus den Augen verlieren. Doch wem soll man bei dessen Fehlen einen direkten Vorwurf machen? Wenn, dann ist die Gesellschaft dafür verantwortlich, die dies nicht thematisiert und im Gegenteil systematisch verschleiert. Womit wir erneut bei den Meinungsmachern landen...

    Allerdings unterscheide ich schon zwischen einfachen Mitläufern aus inneren humanen Überzeugungen und aktiven willfährigen Mitmachern. Ich kann von einem AI-Mitglied, das sich für Menschenrechte einsetzt, nicht erwarten, dass es die Zusammenhänge der damit verbundenen Globalpolitik kennt und zusätzlich andere aus dieser. Das kann ich weder von ihm noch von Lieschen Müller nebenan. Ein aktiver Schreiberling jedoch, der trotz intensiver aktiver Verfolgung politischer Geschehnisse nach den letzten orwellschen Jahren voller Lug und Trug im Westen ohne rot zu werden immer wieder ernsthaft auf typische Artikel, Vertreter und Organisationen dieser Faschingsveranstaltung verweist und diese empfiehlt, von den vielen "Verschwörungstheorien" im Internet und der "Glaubwürdigkeit" der Orwell-Vertreter faselt und schließlich heuchlerisch einfach die Verhältnisse, die in Orwell-Staaten vorherrschen auf die Zielstaaten überträgt - ein solcher hat für mich jegliche Glaubwürdigeit auch nur ansatzweise verloren, vom Ernstnehmen ganz zu schweigen. Sowas hat mit Mitläufertum nicht mehr das Geringste zu tun. Leider hat diese Rubrik in den letzten Jahren parallel zur Orwell-Ausprägung sehr zugenommen. Darunter gibt es sogar Vertreter, von denen man es nie erwartet hätte. Das Grundprinzip ist es das Gleiche wie die Steuerung der angesprochenen humanitären Organisationen. Auch bei vielen anderen Sachen lassen sich in Historie und Gegenwart immer wieder die gleichen Grundprinzipien beobachten (Provokationen von abhängigen Drittstaaten, Aufbau eines Medienteufels, Bindung der Vasallenstaaten usw.). Man muss nur die Augen öffnen.

  2. Nach oben   #62

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    alles klar saratoga, was gehst du eigentlich so ab? vernünftig reden kannst wohl auch nicht?lies mal was ich geschrieben hab. russland verhält sich vielleicht in letzter zeit nicht so,aber es hat sich schon mal so verhalten. und das finde ich ja auch nicht schlimm weil es wie gesagt ein gegengewicht zu den amis bilden sollte. und wenn russland die gelegenheit dazu bekommt dann wird es sich wieder genauso verhalten.
    alle kämpfen mit gleichen mittlen. wenn nicht , dann gäbe es russland nicht. und das wär ein alptraum

  3. Nach oben   #63

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    Zitat Zitat von maxim
    russland verhält sich vielleicht in letzter zeit nicht so,aber es hat sich schon mal so verhalten. und das finde ich ja auch nicht schlimm weil es wie gesagt ein gegengewicht zu den amis bilden sollte. und wenn russland die gelegenheit dazu bekommt dann wird es sich wieder genauso verhalten.
    alle kämpfen mit gleichen mittlen. wenn nicht , dann gäbe es russland nicht. und das wär ein alptraum
    Ja, RU ist ein Gegengewicht zur weltweiterer Diktatur des Amerikanismus. Dabei vertritt die US-Regierung nicht mal die Interessen ihres Volkes, sondern nur die Grosskapitalisten. Dass sie auf ihr Volk scheißt, zeigen die Anschäge auf WTC, die Schließung von Arbeitsplätzen, die Schwarzen und -Hispanicghettos, aus denen das neue Kannonenfutter rekrutiert wird. RU-Regierung dagegen vertritt in erster Linie die Interessen der Oligarchen, dann die der russischen Politik und zum Schluss des Volkes.

  4. Nach oben   #64
    Zitat Zitat von maxim
    russland verhält sich vielleicht in letzter zeit nicht so,aber es hat sich schon mal so verhalten. und das finde ich ja auch nicht schlimm
    Russland? So, da ist mir aber was entgangen. Wann soll denn das gewesen sein? Unter Schnapsnase Jelzin etwa? Oder war das die Katharina?

    Ganz nebenbei ist das, was Du hier propagierst, nichts anderes als die Abkehr von jeglichen internationalen Regeln - siehe auch wie oben geschrieben Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. Doch damit befindest Du Dich im harmonischen Einklang mit den Bestrebungen der westlichen Finanzdiktaturen - ganz im Gegensatz von den multipolaren Vorstellungen des Rests dieser Welt.

    Und auch, wenn es bis zu Dir noch nicht vorgedrungen sein sollte, dieser Rest hat immer mehr die Schnauze voll von den westlichen Diktaten. Der IWF wird gerade in die Wüste geschickt, die Weltbank ist am Folgen, die westlichen Zentralbanken verkaufen verzweifelt die noch vorhandenen Goldreserven, mit Derivaten werden verzweifelte Versuche unternommen, die Geldmenge aufzublähen. Eine multipolare Welt ist sehr zum Verdruss der bisherigen Finanzdiktatoren im Entstehen - mit mehreren Eck- und damit Stabilitätspunkten. Mit bilateralen Verflechtungen zur gegenseitigen Kooperation und zum gegenseitigen Nutzen. Das hat übrigens Putin in Doha durchgesetzt. Ein eklatanter Widerspruch zu Deiner gerade genannten Verschwörungstheorie, dass es Russland genauso machen würde.

    Was für die Finanzdiktatoren übrig bleibt, ist die Angst des unweigerlichen Machtverlustes in einem untergehenden System, was eben auf Diktat beruht. Und genau das lässt sie immer aggressiver werden - nach innen ebenso wie nach außen. Die Ähnlichkeiten zur globalstrategischen Lage vor dem 1.WK sind unverkennbar (Britisch-Empire, Bagdadbahn, industrieller Aufschwung Deutschlands, mit Abstand höchste Schulden im Terr*rland usw.).

    Nochmal zu Deiner Verschwörungstheorie. Multipolarität fußt auf mehreren Säulen. Auf Zentren, die eng lokal zusammenarbeiten, ihre eigenen Institutionen zur Entwicklung der Region herausbilden, doch auch mit den anderen Zentren auf verschiednene Art und Weise global miteinander verbunden sind (z.B. im Energiesektor). Siehe Südamerika, was sich gerade herausbildet, Mittelasien, arabische Staaten usw. Das ist auch die Globalisierung, wie ich sie mir vorstelle, in der auch ein UNABHÄNGIGES Europa seinen Platz hätte.

    Da ist nur ein sehr begrenzter Platz für Beherrschungspläne, Finanzdiktate, Vorherrschaft und ähnliche Machtgelüste - also solch grenzenlose Machtkonzentration wie in der Vergangenheit vorhanden. Und das ist ja gerade das tatsächlich Fortschrittliche daran - das Gerüst, die Rahmenbedingungen passen - jedenfalls 1000mal besser als bisher. Völlig ausschließen kann man eine solche zukünftige Machtkonzentration natürlich nie, doch somit wirken dieser zumindest sehr starke Gegenkräfte entgegen, so das dies mehr eine hypothetische Frage darstellt. Also etwas für Verschwörungstheoretiker wie Dich. Übrigens hat auch die Geschichte der Menschheit gezeigt, dass sehr viele auch mit großer Machtfülle ausgestattete Nationen eben nicht expansionistisch in Erscheinung traten, wie z.B. China. Weil es eben oftmals nichts bringt. Auch Russland dürfte dabei aus der SU-Vergangenheit einiges gelernt haben - bei Putin bin ich mir da sehr sicher.

  5. Nach oben   #65
    Avatar von Sandra
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    Obwohl uns Maxim noch die Antwort auf die Frage schuldet wann sich Russland jemals gleich benommen hat wie die USA, hier noch ein Link ganz allgemein zum Thema "Freiheit"
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25253/1.html Falls jetzt jemand meint "und was hat das mit dem Kriegsdenkmal zu tun?" Eine ganze Menge, den wenn Nazis wieder Marschieren duerfen, wenn Denkmaeler die fuer Tote stehen und dafuer das wir vielleicht ueberhaupt geboren wurden, abgerissen werden koennen und sich die Deutsche Polizei selbstherrlich benimmt, dann geht uns dies alle an! Maxim haette man Hitler 45 nicht den Garaus gemacht, waeren weder Sie noch ich Heute auf der Welt! Ohne die Russen waere der Krieg ob dies nun in die westlichen Geschichtsbuecher der Schule fuer die 12 Klasse passt oder nicht, ganz einfach nicht beendet gewessen. Sicherlich kann man Russland vorwerfen das System der Sowjets im kleinen politisch zu reanimieren, die Gretchenfrage aber lautet, waere ein anderes System Heute ueberhaupt politisch klug oder wuerde es nicht einfach zu einer ukrainisierung und damit zum Kolaps fuehren? Sicherlich auch mir war und wird eine Praesidialdemokratie immer Verdaechtig sein, die Frage ist aber gibt es das Potential fuer eine gute und funktionierende Parlamentarisierung? Sehe ich mir an, was in den von Ihnen letztlich doch so heiss geliebten Demokratien zur Zeit geschieht komme ich leider nicht um das Fazit rum "Leute man kann nicht auf die einen drauf hauen und dabei den beginnenden Faschismus vor der eigenen Tuere als Demokratie bezeichnen". Ja, ich stehe Heute auf dem Standpunkt was zur Zeit in Europa abgeht ist nichts anderes als gut getarnter Faschismus der auf leisen Sohlen heran geschliechen kommt. Damit die Massen dann was zum diskutieren haben, hacken die Medien auf Russland rum und dem armen armen Estland (und wiedermal fehlt mir ein kotzendes Smiley)! Wenn ich waehlen darf zwischen den Russen und den Amis, waehle ich die Russen! Den die Russen koennen selbst wenn Sie wollen niemals so gut getarnte und perfekte Faschisten sein, wie es das Heutige Europa gerade vorexerziert! Gegen Faschismus sind Millionen von menschen gestorben und das einzige was manch heutigem Zeitgenossen einfaellt ist aussgerechnet auf den Russen rum hacken und die Esten entschuldigen pfuiiiiiii! Diese Entwicklung gibt es nicht erst seit gestern, aber seit gestern sollte jedem klar sein wo dies noch Enden wird! Wehret den Anfaengen, dafuer duerfte es nur leider schon lange zu spaet sein...den die Anfaenge gehen tief in die 70er Jahre zurueck. Einziger Trost genau der Faschismus steht im Zeichen der Globalisierung. Nicht Deutschland zeigt die Anfaenge faschistischer Dendenzen sondern Europa, Australien und die USA ganz allgemein. Fein, diesmal sind die Deutschen nicht alleine schuld!Eines Tages haben wir mal wieder alle von nichts gewusst! Macht aber nichts, den wir haben ja ein Prima Feindbild, die Moslems sind schuld und zur Not basteln wir uns auch wieder die boesen Russen. Wobei das Bild die boesen Russen immer noch ehrenvoller ist, als das Bild die kriminellen Russen oder die moralisch verkommenen Russen. Hautpsache Russen, da kennt man sich damit aus und man muss keine neuen Texte schreiben, kann man aus den letzten 50 Jahren Journalienhistorie abschreiben. Auch Moslems sind dabei geil, Materialien findet man dafuer in jeder Klosterbibliothek! Aber trotzdem Maxim wir hoffen auf eine Antwort, wann sich die Russen gleich wie die Amis benommen haben!

  6. Nach oben   #66

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    Die repressive Regel
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25253/1.html

    Ach Sandra, der Kotzsmily ist der hier: , steht für eklig!


    Horst Teltschik vertritt die Interessen der Oligarchen in den USA - Horst Teltschik ist Mitglied des International Advisory Board des Council on Foreign Relations.

    Interessanterweise hat er vor nicht allzulanger Zeit die Einbindung von RU in die EU gefördert:

    >> Mahnung zur Eile <<

    Prinzipiell betont er die Bedeutung der wirtschaftlichen Vernetzung durch bi- oder multilaterale Verträge. "Das müssen wir auch mit Rußland machen - recht schnell sogar", treibt Teltschik die EU zur Eile. Mit der Ost-Erweiterung und der Anbindung Rußlands an die EU könnte der potentielle Markt um rund 400 Millionen Menschen vergrößert werden. "Damit hätten wir die Chance, einen nochmals so großen Raum wie die EU zu erschließen."

    Bildtext: BMW-Vorstand Teltschik: "Mit Ost-Erweiterung und Rußland Markt mit 400 Millionen Menschen erschließen"
    http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/200292/index.do
    Das war noch am Anfang der Schröderszeit.

  7. Nach oben   #67

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    Sandra:
    gegenüber der eigenen Bevölkerung? bis 31.Dez. 1999!

  8. Nach oben   #68
    Avatar von Sandra
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    Zitat Zitat von maxim
    Sandra:
    gegenüber der eigenen Bevölkerung? bis 31.Dez. 1999!
    Geht es ein klein wenig ausfuehrlicher?
    @Colt es gibt Foren da haengt das smile animiert ueber einer Closchuessel)richtig animiert damit es ueberhaupt kein Missverstaendniss gibt auch ganz Bildlich finde ich die Smileys die den Kopf gegen eine Backsteinwand hauen unsere sind schon sehr sehr altmodisch und konservativ

  9. Nach oben   #69

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    Was denn soll ich ihnen ausführlich über die sowjetunon und über die Jelzinära berichten? Über die letztere sind sie miindestens genauso gut informiert wie ich. über die Sowjetära dürfte ihnen auch vieles bekannt sein, da sie ja nun nicht erst seit zwei jahren in russland leben.
    ich glaube sie haben mich auch ganz gut so verstanden.

  10. Nach oben   #70

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    @ Sandra

    Zitat Zitat von Sandra
    Smileys ... unsere sind schon sehr sehr altmodisch und konservativ
    Versuch's doch mal hiermit: :-O~

  11. Nach oben   #71

  12. Nach oben   #72

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    jelb-jrün

    Der hat entweder einen Eimer Senf gegessen, oder er ist schon bei der Galle angekommen.

    Wohl bekomm's!

  13. Nach oben   #73
    Avatar von Sandra
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    Der hat Locus gelesen armes Kerlchen und zur Nachspeise gabs die Weltwoche aus der Schweiz, anschliessend hat er sich lange mit Maxim ueber den Westen Pressefreiheit und Demokratie unterhalten und jetzt, jetzt geht es ihm wirklich garnicht mehr gut!

  14. Nach oben   #74

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    Sandra , darf ich sie bitten auf diese Persönlichkeiten zu verzichten? ich hoffe doch sie haben in ihrem Alter die nötige Reife dafür, oder haben sie zu lange Moskauer Smog eingeatmet?

  15. Nach oben   #75

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    Anstand

    Ich finde auch, wir sollten auf persönliche Anmachen verzichten. Ich bin ja auch schon gelegentlich ausgerastet und hab unter der Gürtellinie argumentiert.

    Dennoch werde ich nie die Diskussionen mit meinen beiden Offiziersbrüdern vergessen, in denen wir uns inhaltlich bis auf's Messer gefetzt haben - es war 1968. Danach waren sie freundlich zu mir, boten mir Zigaretten an und man war wieder Bruder. Ich hätte das von mir aus nicht getan, aber es hat mich geprägt.

    Also liebe Sandra, bevor Sie jetzt Maxim vorwerfen, er hätte Alzheimer, da Sie doch in Kaluga wohnen, oder Boris hätte ihm den Kopf verdreht, bleiben Sie bitte sachlich.

    Und, wo ich schon die Netikette beanspruche: Man kann ja über Juschi denken, wie man will, aber ihn als 'Pickel' zu bezeichnen, halte ich für total geschmacklos. Wir sind kein chat für kids sondern ein politisches Forum.

    Marlene Dietrich wurde mal gefragt, warum sie jeden Umarmungsversuch von Adolf abgeblockt hat. Ihre kurze Antwort war: "Aus Anstand."

    Ende der Kotzerei. Schönes Wochenendende an Alle.

  16. Nach oben   #76

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    also mein letzter kenntnisstand war moskau, sollte das nicht mehr stimmen, dann nehme ich den smog zurück

  17. Nach oben   #77

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    Der Konflikt ohne Bewegung

    Irgendwo verstreut im Baltikum, genauer gesagt in Lettland und Estland, leben derzeit über 750.000 Menschen als Staatenlose, ohne Pass und ohne politisches Mitspracherecht. Diese Staatenlosen, die russische Minderheit im Baltikum, haben immerhin einen Bevölkerungsanteil von knapp 30 Prozent in beiden Ländern. Und in Moskau und Brüssel streitet man sich regelmäßig mit den Regierungen in Tallinn und Riga um den Status dieser Minderheit. Die Einzigen, die bei dem Streit fast nie zu Wort kommen, sind die ethnischen Russen selbst.


    Von der Angst, eine Minderheit im eigenen Land zu sein


    Der Ursprung des Minderheitenkonflikts am Baltikum liegt mittlerweile 60 Jahre zurück, als 1944 die vorher unabhängigen Staaten Lettland, Estland und Litauen der UDSSR angegliedert wurden. Die niedrige Geburtenrate dieser Jahre, eine Folge des Zweiten Weltkriegs, aber vor allem das Ziel Moskaus einen einheitlichen Sowjetstaat zu schaffen, sollte die Bevölkerungsstruktur Estlands und Lettlands dramatisch und nachhaltig verändern. Um dieses Ziel zu erreichen wurden zu Zeiten Stalins Massendeportationen von Esten und Letten nach Sibirien veranlasst. Gleichzeitig ermutigte man Russen sich in diesen Gebieten anzusiedeln. All dies führte dazu, dass Esten und Letten um das Überleben auf ihrem eigenen Territorium zu bangen begannen.
    Zur Verdeutlichung ein Beispiel: in den Dreißigerjahren machten Esten 88 Prozent der Bevölkerung in Estland aus. 1989 waren es nur noch 62 Prozent. Der russische Anteil stieg in dieser Zeit jedoch von 8 Prozent auf 30,3 Prozent. Ähnliche Zahlen gelten für Lettland, wo der Anteil der russischen Minderheit 1989 sogar bei 32 Prozent lag. Als dritter Balten-Staat hatte Litauen nicht mit solchen und den kommenden Problemen der Einbürgerung zu kämpfen, hier lag der Anteil nur bei knapp sechs Prozent und die russische Minderheit konnte problemlos eingebürgert und integriert werden. In Estland und Lettland begann nach der Unabhängigkeit aber das politische Tauziehen um den Status der ethnischen Russen.


    Hürden und Hindernisse für die Minderheiten


    Als unabhängig gewordene Staaten vergaßen Estland und Lettland nicht die Jahre unter den Besatzern und die Angst davor, im eigenen Land zu einer Minderheit zu werden. Sicherlich war das die Motivation für die harten und diskriminierenden Gesetze und Maßnahmen beider Staaten, die sich vor allem gegen die ethnischen Russen richteten.
    Nach der Unabhängigkeit wurde den meisten Russen die estnische, beziehungsweise lettische Staatsbürgerschaft zuerst verweigert. Beide Länder erließen ein Restitutionsedikt, dem zufolge nur jene, die bereits in der Vorkriegszeit Bürger der Republiken gewesen waren und ihre Nachkommen automatisch Staatsbürger werden konnten. Andere Einwohner des Landes wurden gezwungen, Aufenthaltsgenehmigungen zu beantragen - was sich hauptsächlich gegen die russischen Einwanderer richtete.

    Die Einbürgerungen waren kontingentiert, an Altersstaffelungen gebunden und erfolgten nach harten Prüfungen in Sprache und Gesetzgebung. Die meisten der ethnischen Russen, die zumeist ältere ehemalige sowjetische Industriearbeiter waren, konnten aber diese Prüfungen nicht bestehen.
    Auch der Arbeitsplatz konnte von den Sprachkenntnissen abhängen: Wen die Sprachpolizei erwischte und wer dann den Sprachtest nicht bestand, wurde gefeuert.
    Die Kandidatur für politische Ämter bei Parlaments- und Kommunalwahlen waren ebenfalls an gute Sprachkenntnisse gebunden. Das kam staatlicher Apartheid und der politischen Entrechtung der russischen Minderheit gleich.
    Die Folgen: Viele Russen wanderten aus, alleine 175.000 Menschen in Lettland. Die schlechte Situation der russischen Bevölkerung spitzte sich 1998 in Massenprotesten russischer Rentner zu. Darüber hinaus gibt es aber in beiden Ländern keinen aktiven, organisierten Widerstand der Russen gegen die restriktive Politik.


    Der Druck von Außen


    Es waren und sind vor allem die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Europäische Union (EU) und die Nato auf der einen und Russland auf der anderen Seite, die bereits seit Jahren auf Estland und Lettland Druck ausüben. In beiden Ländern gab es OSZE-Missionen, die die Entwicklungen kontrollieren und gegebenenfalls auf Missstände hinweisen sollten. Während der Vorbereitungen zum EU-Beitritt beider Ländern wies auch Brüssel auf die Missstände hin und forderte eine rasche Lösung des Minderheitenproblems.
    Russen aus Lettland klagten erfolgreich gegen die Diskriminierung vor dem Europäischen Gerichtshof und in den regelmäßigen Berichten der EU-Kommission wurde der Prozess aufmerksam verfolgt und Versäumnisse aufgezeigt. Aber während die EU keine direkten Konsequenzen für die Mitgliedschaft ziehen wollte, machte die NATO klar, dass der Beitritt nicht garantiert sei. Bei seinem Baltikumsbesuch 2002 erklärte NATO-Generalsekretär George Robertson Lettland und Estland unmissverständlich, dass eine Mitgliedschaft auch davon abhänge, ob die Haltung gegenüber der russischen Minderheit liberaler würde oder nicht.
    Russland protestiert regelmäßig gegen die Staatsbürgerschaftsregelungen, die Sprachpolitik sowie die Reduktion von Russischunterricht an öffentlichen Schulen. Gerade der russischsprachige Teil der Medien im Baltikum wird von Russland beeinflusst - Moskau nutzt so die Möglichkeit, sein strategisches Interesse an Estland und Lettland indirekt weiterhin zu vertreten.


    Schrittweise Reformen und ein Ausblick


    Nach den klaren Signalen der internationalen Organisationen haben Estland und Lettland die Einbürgerungs- und Sprachregelungen jetzt schrittweise gelockert.
    In Lettland wird beispielsweise den nach 1991 geborene Kindern Staatenloser automatisch der Erwerb der Staatsangehörigkeit zugestanden. Estland bemüht sich seit 2001 die Integration der russischen Minderheit zu verbessern, insbesondere in den Gebieten, in denen der russische Anteil bis zu 90 Prozent beträgt. In beiden Ländern wurde das Angebot von Sprachkursen vergrößert, weitere Restriktionen schrittweise abgeschafft, so dass die Zahl der Einbürgerungen deutlich stieg. Allerdings sind immer noch mehr als eine halbe Million der 2,4 Millionen Einwohner Lettlands staatenlos, in Estland besitzt mittlerweile fast die Hälfte der ethnischen Russen einen estnischen Pass.
    Nach der Verurteilung vor dem Europäischen Gerichtshof 2002 hat Lettlands Parlament im Mai 2002 auch die Sprachklauseln im Wahlgesetz abgeschafft.
    Prinzipiell ist aber der Minderheitenschutz in Estland weiter entwickelt als in Lettland. Die Sprachregelungen sind nicht so restriktiv und werden schneller abgebaut und auch in der Bildungspolitik ist man moderater, so kann etwa bis zu 40 Prozent des Unterrichts in einer anderen Sprache stattfinden.

    Mittlerweile hat die OSZE ihre Missionen in Tallin und Riga geschlossen, damit wurde anerkannt, dass der Schutz der russischen Minderheitenrechte den europäischen Standards entspricht.
    Was vor allem in Lettland noch fehlt sind schlüssige Konzepte für eine verbesserte Integration der ethnischen Russen. Die Verbesserung der Sprachkenntnisse ist sicherlich ein wichtiger Punkt, müsste jedoch ergänzt werden durch zusätzliche Qualifikationsmaßnahmen und eine stärkere Unterstützung der soziokulturellen Maßnahmen.
    So wird der Streit um die russische Minderheiten noch weiterhin fortgesetzt werden zwischen den Regierungen in Tallin, Riga und Moskau, den Medien und mit den internationalen Organisationen. Diejenigen, die das Problem aber direkt betrifft, werden dabei wohl wieder nicht selbst zu Wort kommen: Die russische Minderheit...irgendwo im Baltikum.
    http://www.europaspiegel.de/index/artikel60/page5/1
    Peinlich, peinlich. Dass die NATO sich einschalten müsste, um auf die Minderheiten einzugehen. Vielleicht sollte auch die NATO den Fleischskandal mit den Polen lösen.

  18. Nach oben   #78

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    Hier kommt ein Artikel, der auf dem ersten Blick nichts mit Estland zu tun hat. Doch wenn man die übliche RU-Hetze genau betrachtet, so stellt man fest, dass die RU-Hasser alle aus dem Westen sind.

    Das Beispiel Mari El
    Russlands Probleme mit der Demokratie
    http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id...ayInsideTree=1

    Als Quelle wird Estnisches Institut für Menschenrechte angegeben, das sich nicht mit den Menschenrechten im eigenen Land befasst, nein in Estand ist ja alles wunderbar, das Land erfühlt die EU-Standarts! Nein, es geht wie immer um die bösen Russen, die die el Mari unterdrücken. Dass man hier im Westen kaum einer weiß, was el Mari sind, spielt doch gar keine Rolle, umso besser, dann kann man noch mehr über die angebliche Diskriminierung schreiben, wenn man RU nicht gleich mit dem Appartheid-System vergleicht.

  19. Nach oben   #79
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    Also zuerst ist Mari El rund 700 Km von Moskau entfernt, zumindest wenn man die Grenze des moskauer Gebietes nicht zur Stadt Moskau zaehlt. Letzteres wuerde allerdings Luschkow freuen. Ich denke nicht, das jemals jemand soviel ausgerechnet ueber Mari El geschrieben hat, wird die Leute sicherlich freuen. Mari El ist uebrigens aeusserst huebsch, aeusserst ausgestorben und fuer russische Verhaeltnisse aeusserst akurat und gepflegt, sozusagen das Deutschland in Russland (nur ohne Deutsche). Was der Bericht verschweigt, ich war nicht nur selber dort sondern ich kenne sehr viele Leute in Moskau die aus dieser Republik kommen. Sucht man eine wirklich arme aber Bevoelkerungsreiche Gruppe wuerde man sich eigentlich besser an Tschuwaschien halten. Bei beiden Landstrichen koennte man ruhig sagen "der Letzte der nach Moskau geht, macht dann das Licht aus". Was der BEricht verschweigt, die Selbstmordrate ist nicht hoch wegen der Politik sondern wegen dem Samagon und dem Mohn der schwarz heimlich angepflanzt wird. Wer einmal die Konstruktion der Bauerngehoefte in Mari El gesehen hat, weiss dies geht einfacher als in jeder anderen Republik Russlands. Mari El besitzt Vierkanthoefe mit 2 m hohen Umzaeungen und ein weiterer Zaun fuehrt um ganze Weiler rum. Architektonisch uebrigens wirklich interessant und unikal. So fehlt mir in diesem Bericht auch die Analyse warum den die Verfasser meinen es gaebe mehr Selbstmorde, wegen der Politik? Wohl kaum! Macht aber nichts, hauptsache der Leser sieht es so. Moskau wuerde noch ein paar Leute von dort vertragen, der Arbeitsmarkt ist mittlerweile praktisch trocken gelegt. Zur Zeit haben alle Besitzer von Geschaeften die groesste Muehe Verkaufspersonal zu bekommen, Kaukasier darf man ja nicht mehr nehmen, also wer einen Job sucht kein problem jeder Supermarkt und jeder Markt in Moskau sucht wie verrueckt, mit garnicht so schlechten Gehaeltern gemessen an dem was der Job von der Ausbildung her verlangt. Mari El hat grosse Abstaende zwischen den einzelnen Weilern und Minidoerfern und hier ist auch einer der Gruende fuer mangelnde Wahlbeteiligung. Macht aber nichts, man braucht sich ja nicht die Gruende zu ueberlegen und auch nicht hinzu fahren und es sich selber ansehen, laesst sich doch alles am heimischen PC erledigen. Ich kann die Republik uebrigens fuer Fahrradtourismus empfehlen und tue dies auch auf meinen Webseiten ! Warum ich dies mache? Einfach ich war dort

  20. Nach oben   #80

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    Lettische Kommunistennazis verdrehen wieder mal Geschichtsfakten. Hauptsache es geht gegen Russland.

    Latvian documentary causes controversy
    http://www.russiatoday.ru/news/news/23272

  21. Nach oben   #81

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    RuSSlands Kriegserklärung an Litauen

    RuSSland hat Litauen den Krieg erklärt:

    Eine Gaspipeline ist explodiert. Wer jetzt noch rumwischt... "es wäre doch gar nicht bewiesen", ist irrationaler Spinner, oder ein weiter zu beweisen: es war die russische SS, oder Gestapo.

    Ein 'Unfall", auch noch am 13.Januar (dem Freiheitstag der Litauer), dass erzählt mal Euren Hühner: mir aber nicht.

    Somit ist die Nato jetzt offiziell im Krieg: bitte die Panzer, Olaf ... , ich meine die Leos.
    Und gleich mal die RuSSischen Spitzel & Nachrichtenkanäle mal ruhig stellen, auch dies ist wichtig.

    https://www.youtube.com/watch?v=C4t2-4y42D0

  22. Nach oben   #82
    Avatar von Katyn
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    Russlands und das Baltikum

    In den letzten Tagen habe ich öfter Kommentare gelesen, die uns vorwerfen, dass die Bürger ehemaliger Sowjetstaaten Russland gegenüber undankbar wären. Russland hätte so viel für uns getan?

    Kann mir jemand verraten, was damit gemeint ist? Was hat Russland für uns getan?
    1990 und 1991 gab es beeindruckende Bilder aus dem Baltikum. Diese Bilder zeigen unsere Dankbarkeit für die Freiheit von Russland.

    Es gibt nur noch wenige verwirrte Subjekte, die Russlands Hegemonie hinterhertrauern. Jedem Russen sollte klar sein, dass jede politische und militärische Einmischung in unsere Souveränität gegen den Willen der Mehrheit geschieht. Wir wollen und brauchen euch nicht. Wir sind froh euch los zu sein.

    600 km lange Menschenkette im Baltikum gegen Russland:
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken 1989_08_23_Baltijoskelias17e.jpg‎  

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