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Thema: "Russen" als Touristen

  1. #1

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    "Russen" im Urlaub

    Wirbel um "Russen raus aus Kitzbühel"

    Der angeblich von Kitzbühler Hoteliers gehegte Plan, die Zahl der russischen Gäste zu limitieren, war in Moskau mediales Tagesthema
    Innsbruck/Moskau/Wien – Emanuel Lehner, Leiter der Österreich Werbung in Moskau, sieht "eine gewaltige Lawine losgetreten". Seit Donnerstag seien "fünf Mitarbeiter ausschließlich damit beschäftigt, Anfragen von Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen zu beantworten", so Lehner zum Standard. Auch Auslandsösterreicher werden von russischen Medien um eine Stellungnahme gebeten, ob sich die Russen "wirklich so schlecht in Österreich benehmen".

    Alles andere als entspannt sieht deswegen Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, die Pläne des Nobelskiortes Kitzbühel, die Zahl der russischen Gäste kontingentieren zu wollen: "15 Millionen reisebereite Menschen fragen sich, ob sie im Urlaubsland Österreich willkommen sind." Es sei "kontraproduktiv, öffentlich über Quoten zu sprechen". Ins gleiche Horn stößt der Villacher Tourismusberater Manfred Kohl: "So etwas kann man intern planen, aber doch nicht öffentlich diskutieren. Manche Hotelbetriebe haben von interkulturellem Management leider keine Ahnung." Er verstehe den "realen Hintergrund, vor allem wenn es um Gruppen und um Alkohol geht". Schengelya Natella, stellvertretende Direktorin der russischen Tourismusagentur, sagte bei einer kurzfristig in der russischen Botschaft in Wien einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagabend, die Vorbehalte seien "absolut haltlos und absurd". Eine Quotenregelung sei eine "Ausgrenzung und im Widerspruch zu jeglicher wirtschaftlicher Logik". Mit Verweis auf Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der zuvor die Äußerungen über eine "Russen-Quote" als "unerfreulich" bezeichnet hatte, sagte sie: "Wir fühlen uns nicht beleidigt." Was zähle, seien die Aussagen der offiziellen Stellen.

    Schadensbegrenzung

    In Kitzbühel ist man nach der heftigen Kritik im In- und Ausland nun um Schadensbegrenzung bemüht und bestreitet, eine Kontingentierung von zehn Prozent der Nächtigungen anzustreben. "Wir müssten ja einen Vogel haben", sagt der Obmann von Kitzbühel Tourismus, Christian Harisch. "Wir sind an einer Verfünffachung interessiert." Derzeit betrage der Anteil zwei Prozent, zehn Prozent Russen würden angestrebt. Harisch spricht von einer Medienente. Der ORF habe berichtet, es gäbe eine interne Empfehlung des Hotelvereins, nicht mehr als zehn Prozent der Kontingente an russische Veranstalter zu vergeben. Harisch: "Die gibt es nicht. Ich sitze selbst mit mehreren Betrieben im Hotelverein." 16 der 20 Vier- und Fünfsternehotels sind darin vereint. Sollten einzelne Hoteliers nur Gäste aus einem Land wollen, sei das ihre Sache. Rundherum wird Quoten-Ideen eine Absage erteilt, vom Landeshauptmann bis zu den Tourismusobleuten. Harisch bestätigt, dass es Engpässe gab, „aber nicht bei uns, sondern an den Flughäfen Innsbruck und Salzburg am großen Russen-Anreisetag“, dem ersten Samstag im Jänner. Ähnlich wie in Kitzbühel ist man auch in Mayrhofen "froh, dass die Russen Lücken füllen", sagt der Chef des Tourismusverbandes, Martin Schäffl. Heuer kamen 15 Prozent mehr. In vielen Tiroler Gemeinden gab es im Jänner Einbrüche: In Kitzbühel ein Minus von zehn Prozent.

    Spendierfreudiger als andere

    Tirol ist laut Tirol Werbung "Russen-Destination Nummer eins" in Österreich, mit einem Zuwachs von rund 200 Prozent in fünf Jahren. Allerdings auf sehr niedriger Basis: Der Anteil an russischen Gästen in Tirol beträgt 0,5 Prozent (41.000), der an Übernachtungen 0,65 Prozent (273.000 bei gesamt 42 Millionen). Faktum ist, dass russische Gäste spendierfreudiger als andere sind: Laut Mehrwertsteuer-Rückerstatter Global Refund gibt ein Durchschnittsrusse in Österreich 503 Euro pro Einkauf aus, ein Japaner 285 Euro, ein US-Amerikaner 390 Euro. Getoppt werden die Russen noch von den Ukrainern – mit 621 Euro. Fürs Erste sei noch schwer einzuschätzen, welche Auswirkungen der Rummel für das Segment der reichen Touristen hat, sagt Dima Krotov vom Reiseveranstalter Mondial Booking Center in Moskau. Einige russische Medien würden sicher aufbauschen, dass Russen wieder eine Antipathie im Westen entgegenschlägt. Österreich-Werber Lehner hofft, dass der Skandal keine Schäden hinterlässt: "Wir werden alles unternehmen, um die Aufregung zu beschwichtigen." Ein Nachgeschmack bleibe, sagt Krotov: "Aber die Russen werden Österreich zweifellos weiter lieben."
    http://derstandard.at/?url=/?id=2760766

  2. Nach oben   #2

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    Urlauberstatistik



  3. Nach oben   #3

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    Warum die Osteuropäer viel Geld ausgeben, liegt auf der Hand: viel Geld der Osteuropäer geben im Einkaufshaus. Naja, man denkt noch im alten Muster; das heißt: im Westen ist alles besser, qualitativer und es haltelt sich nicht um ein billiges Second Shop.
    Außerdem gehört es dazu, dass die russ. Männer mehr Geld für ihre Begleiterinnen (z.B. Blumen oder Museumsbesuche) ausgeben. Im Westen muss ja meistens die Frau die Pillen kaufen. Über andere Angewohnheiten der Russen wie Trinken und Saufgelagen kann man natürlich nur den Kopf schütteln, doch in welchen bekannten Urlaubsorten läuft denn Omasfrühstücksfernsehen? Die wilden Parties gibt es doch in jedem größeren Ort, man redet und singt gerne in der Heimatsprache wie jeder Uraluber, tja und gekotzt wird auch überall, wenn es soweit ist! Doch vorauf man sich schon anstellen sollte: die langweiligen Kaffeefahren haben die Russen definitiv nicht erfunden!

  4. Nach oben   #4

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    Schärfere Kontrollen für Russen

    Die deutsche Tourismusbranche hat vor einem deutlichen Rückgang der Reisen von Russland nach Deutschland gewarnt. Es würden möglicherweise bis zu einem Drittel weniger Visa ausgestellt, weil die deutsche Botschaft in Moskau die Anträge schärfer als zuvor kontrolliere, kritisierten deutsche und russische Reiseveranstalter.

    Bisher werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Moskau pro Jahr etwa 250 000 Touristen-Visa für Deutschland ausgefertigt. Berliner Reiseunternehmer und der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Hanns Peter Nerger, berichteten von einer Begrenzung auf 600 Visa-Anträge pro Reisebüro, verlängerten Bearbeitungszeiten und einer verstärkten Überprüfung der Zahlungsfähigkeit der russischen Gäste. „Das ist haarsträubend“, sagte Nerger.

    Das Berliner Außenministerium in Berlin wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher sagte, das Auswärtige Amt sichere „einen möglichst kundenfreundlichen Service“. Dabei müsse aber auch alles getan werden, „um die Sicherheitsbedürfnisse Deutschlands und der so genannten Schengen-Staaten zu schützen“.
    In den Botschaften Deutschlands würden weltweit jährlich rund 2 Millionen Visa ausgestellt - jedes achte davon in Moskau. Die deutsche Botschaft begründete die Neuerungen im Visa-Verfahren unter anderem mit begrenzten Kapazitäten.

    Nach Angaben des russischen Tourismus-Verbandes können sich mehr und mehr Russen einen Urlaub im Ausland leisten. „Deshalb müssen mehr Visa erteilt werden. Doch die Kapazitäten der Konsulate wachsen nicht mit“, kritisierte Verbandssprecherin Irina Tjurina.

    Der Berliner Reiseveranstalter Alpha Travel Consultants hat zudem die Erfahrung gemacht, dass es sich bei den russischen Besuchern fast ausnahmslos „um in Deutschland äußerst gern gesehene und zahlungskräftige Gäste“ handelt, die sich in Fünfsterne-Häusern Übernachtungen für 1500 Euro und mehr leisten.

    Für zahlreiche Antragsteller seien bereits wochenlange Wartezeiten entstanden, klagten Reiseveranstalter. Die Anträge von Messebesuchern und Ausstellergruppen dürften nicht mehr pauschal im so genannten Reisebüroverfahren eingereicht werden.

    Persönliches Erscheinen in der Botschaft erforderlich

    Geschäftsreisende müssen jetzt persönlich in die Botschaft kommen und können ihre Anträge nicht mehr pauschal durch Reisebüro-Fachkräfte erledigen lassen. Dabei müssten auch Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen der vergangenen drei bis sechs Monate zum Nachweis der Liquidität vorgelegt werden, hieß es.

    Besonders Berlin hatte zuletzt von der Reiselust der russischen Gäste profitiert. 2006 konnte laut BTM ein Plus von 19,9 Prozent (40 157 so genannte Ankünfte) erzielt werden. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt/Main wollte sich zu dem Visa- Konflikt nicht äußern.
    http://www.sueddeutsche.de/reise/art...=2#readcomment

  5. Nach oben   #5
    Avatar von Sandra
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    Colt man nennt so etwas der Versuch politischer und wirtschaftlicher Erpressung ueber unschuldige! Du boeses Russland spielst nicht unser spiel, dann schickanieren wir halt Deine Landsleute dort wo wir das koennen und das ist bei der Visavergabe. Frei nach der amerikanischen Philosophie wir koennen fremde Laender und seine Zivilisten bombardieren nur weil uns deren Praesident nicht gefaellt, weil sie selber schuld sind, sie haben den Gewaehlt (siehe Jugoslawienkrieg, Irak etc.) somit durch die Wahl bist Du lieber Zivilist nicht mehr unschuldig! Nach dieser Logik ist der boese boese russische Tourist schuldig an den Gaspreisen, an der Rede in Muenchen von Putin, und an noch vielem anderen! Kleingeistig nennt man solche Einstellung, Diplomatie waere etwas anderes. Gerade vor wenigen Tagen wurde das Visaregime zwischen Thailand und Russland gegenseitig aufgehoben. Nun brauchen russische Touristen fuer Thailand kein Visa mehr und umgekehrt gilt natuerlich das selbe! So etwas ist diplomati und ein wirtschaftlich geschickter Schachzug Thailands. Deutschland geht es so toll, die brauchen keine Touristen und keine Geschaeftsleute.

  6. Nach oben   #6

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    Zitat Zitat von Sandra
    Colt man nennt so etwas der Versuch politischer und wirtschaftlicher Erpressung ueber unschuldige!
    Nun brauchen russische Touristen fuer Thailand kein Visa mehr und umgekehrt gilt natuerlich das selbe! So etwas ist diplomati und ein wirtschaftlich geschickter Schachzug Thailands. Deutschland geht es so toll, die brauchen keine Touristen und keine Geschaeftsleute.
    Touristen? Geschäftsleute?

    Russland im Würgegriff der Mafia
    14:00 | 17/ 03/ 2007



    MOSKAU, 17. März (RIA Novosti). In Russland sollen sich 10 000 Mafiabanden mit 300 000 Mitgliedern organisiert haben.

    Das teilte Russlands Innenminister Raschid Nurgalijew Anfang der Woche mit. Der Zeitung "Nowyje Iswestija" kamen Unterlagen aus dem Innenministerium im Februar in die Hände, in denen zugegeben wird, dass die reichsten und wirtschaftlich am höchsten entwickelten Regionen des Landes unter die Kontrolle der Mafia gekommen sind. Dabei sind konkrete organisierte kriminelle Gruppen aufgezählt, die "für die Sicherheit der Regionen eine ernste Gefahr darstellen". Inzwischen ist die Zahl der aufgedeckten Verbrechen, die die Mafia begangen hat, im vorigen Jahr in 38 Regionen zurückgegangen. In jeder vierten Region des Landes wurden im vergangenen Jahr Verbrechen, die mit der organisierten Kriminalität verbunden sind, überhaupt nicht ermittelt.

    Alexej Muchin, Direktor des Zentrums für politische Information, teilte der "Nowyje Iswestija" mit, dass die Mafia 2000/2001 Aufwind bekam, als die Regionalverwaltungen für Bekämpfung der organisierten Kriminalität aufgelöst worden waren. Im Ergebnis kämpfte mehrere Jahre lang überhaupt niemand gegen die Mafia. Die kriminellen Chefs begannen, sich zu legalisieren, Posten von Betriebs- und Stiftungsleitern zu besetzen sowie sich in die Machtstrukturen, besonders in die Legislative, einzuschleichen. Laut offiziellen Angaben des Innenministeriums wirken in Russland gegenwärtig 450 organisierte kriminelle Gruppen mit 12 000 Mitgliedern. Wie Muchin jedoch sagt, erfassen diese Statistiken nur jene, die sich unmittelbar kriminell arbeiten; zieht man die Mafiagruppen hinzu, die sich legalisiert haben, beträgt ihre Zahl 10 000 mit 300 000 bewaffneten Mitgliedern.

    Die Schattenwirtschaft, die zum Großteil unter der Kontrolle der Mafia steht, macht in Russland gegenwärtig ungefähr 20 bis 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Zum Vergleich: In den entwickelten Ländern übersteigt diese Zahl nicht einmal 5 bis 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.


    Und da denkt der Laie immer, die Oligarchen tun nichts für die Entwicklung der
    Infrastruktur.

  7. Nach oben   #7

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    Deutschland ist zweitbeliebtestes Traumreiseziel für Russen

    MOSKAU, 28. April (RIA Novosti). Deutschland ist nach Frankreich das zweitpopulärste Traumreiseziel für die Russen. Das ergab eine Studie des Moskauer Meinungsforschungssinstituts WZIOM.

    Der Umfrage zufolge träumt jeder fünfter Russe von einer Reise nach Frankreich. Rund 12 bis 13 Prozent möchten Deutschland aber auch Italien und die USA besuchen. Weiter folgen Großbritannien mit acht Prozent, Spanien, Ägypten, Indien, Japan, China, die Türkei und Griechenland mit jeweils vier Prozent.

    Das Leben in anderen Staaten interessiert mit 77 Prozent deutlich mehr die Russen als die internationale Politik (53 Prozent). Besonderes Interesse erwecken Sitten und Bräuche in anderen Staaten (47 Prozent der Befragten), die Wirtschaft und Soziales (34 Prozent) sowie Tourismus und Erholung (30 Prozent) und die Natur (29 Prozent). Auch interessieren sich die Russen für die Geschichte anderer Staaten (21 Prozent), für deren Kunst (18 Prozent), Politik (15 Prozent), Waren (13 Prozent) und Literatur (sechs Prozent).

    Im vergangenen Jahr reisten nur sechs Prozent der befragten Russen ins Ausland. Ebensoviel lasen ein Buch eines ausländischen Schriftstellers. Drei Prozent besuchten eine ausländische Kulturausstellung, während ein Prozent der Interviewten ein Konzert eines ausländischen Künstlers besuchte.

    Für die Studie wurden am 14. und 15. April dieses Jahres 1600 Personen in 153 Ortschaften von 46 russischen Regionen befragt. Der statistische Fehler lag dabei unter 3,4 Prozent.

  8. Nach oben   #8

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    Der letzte Satz ist der schönste

  9. Nach oben   #9
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    Zitat Zitat von maxim
    Der letzte Satz ist der schönste
    Denke ich auch immer wenn ich es lese

  10. Nach oben   #10

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    Habe gerade bei WDR "Die Ferien des Herrn Gadjiev" gesehen. Der Reporter Stephan Stuchlik begleitete die Familie in den Antalia-Urlaub. Aus der üblichen RU-Hetze ist leider nichts daraus geworden. Ständig nannte er die Urlauber Russen oder sogar Sowjet(!)bürger. Komisch, denn die Reportage ist aus dem Jahr 2006. Naja, wie auch immer, ständig vergliech der RU-Korrespondent die russische "Urlaubskultur" mit der der Deutschen. Der ständige üblicher "deutscher Krieg um die Liegestühle" oder die Trinkweise der Russen waren absolut tiefes Niveau... http://forum.gamion.de/images/smilies/056puke.gif
    Ist ja nicht das erste mal, unser lieber Stephan so was schreibt. Wer weiß, vielleicht liegt es auch darin, dass Herr Stuchlik selbst noch nicht in Deutschland angekommen ist, bzw. sich nicht als Deutscher fühlt.
    http://www.wdr.de/tv/weltweit/060810.phtml

  11. Nach oben   #11
    Diese Reportage hatte ich vor ein paar Wochen auch schon mal gesehen. Sie bedient typische deutsche Vorurteile. Als ob die eigenen Gepflogenheiten den Nabel der Welt darstellen sollen. Das eigene Handeln soll die Richtschnur sein und bei vielen fruchtet das auch bzw. ist auch der Fall. In einem ähnlichen Maß ist das gegenüber dem Islam der Fall.

    Dargestellt wurden z.B. die Essgewohnheiten. Da ich selbst letztes Jahr da unten war und ebenfalls viele Russen dort anwesend waren, kann ich auch etwas vergleichen. Sicher packten sich die meisten Russen die Tische vom Buffet voll und schafften es nicht, alles wegzufuttern. Ja, von mir aus, was juckt mich das? Das hat doch ein wenig mit Toleranz zu tun. Und auch der Mehraufwand für das Personal sollte sich in Grenzen halten. Zudem kenne ich es von privaten Essen in anderen Kulturen, dass da öfter der Tisch vollgepackt wird.

    Saufen tun sie natürlich oftmals ganz schön was weg. Aber es ist doch nicht meine Leber. Wo ist da das Problem? Da war sogar einer dabei, der ein Jelzin-Fan war. Auf die Frage "warum" meinte er, dass Jelzin stark gewesen wäre. Naja, die Auffassungen sind halt doch auch manchmal verschieden. Die Welt wäre ja sonst auch langweilig. Ansonsten fand ich die Trinkgewohnheiten auch nicht so daneben. Da hatte ich schon Außergewöhnlicheres gesehen.

    Von Liegestuhlkrieg habe ich auch nichts gesehen. Die diesbezüglichen russischen Reservierungen wurden zwar meist sehr früh vorgenommen (auch der Esstische), doch als tragisch empfand ich das nicht. Zumal ich auch meist dort zu finden war, wo Bälle durch die Gegend flogen, so dass diese Zone allgemein auch weniger begehrt war.

    Da fand ich es viel besser, dass man mit ihnen auch gescheit Volleyball spielen konnte und man von ihnen einige Tricks beim Bogenschießen und Angeln abschauen konnte. Also mich haben die Russen im Urlaub nicht gestört - im Gegenteil. Eher etwas anderes - manchmal kam es mir so vor, als hätten die Russen gegenüber Deutschen ein etwas gewachsenes Misstrauen, jedenfalls im Vergleich zu vorherigen Jahren. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich der Fall ist, doch das war zumindest mein subjektiver Eindruck. Das konnte aber oftmals ausgeräumt werden. Da war z.B. einer dabei, der verfluchte Jelzin, Gorbatschow, die Oligarchen sowieso und Spartak Moskau, doch zeigte den Daumen bei Putin unmissverständlich nach oben und war Fan von ZSKA.

  12. Nach oben   #12
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    Ich kann mir zum Glueck diese Sendung nicht ansehen aber wenn ich aus dem Bericht von Saratoga das Wort Russen raus streiche wuerde ich sagen koennte ich es mit "Deutsche" und "Mallorca" austauschen. Vielleicht war der Reporter niemals auf der Putzfraueninsel (ich auch nicht aber wegen der Reporter, die mich in diesem Fall frueh genug gewahrnt haben). Al inclusiv, fuehrt gerade auch bei Deutschen zu geistigen Aussetzern. Zudem kostet in Russland die Altalaitour auch noch einiges mehr, als die gleiche Tour in der gleichen Absteige ueber Deutschland gebucht. Prols auf Strandurlaub ist nicht eine nationale Frage, sondern immer appetitverderbend.

  13. Nach oben   #13

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    Stefan Stuchlik ist rekordverdächtig

    Zitat Zitat von colt47
    Habe gerade bei WDR "Die Ferien des Herrn Gadjiev" gesehen. Der Reporter Stephan Stuchlik begleitete die Familie in den Antalia-Urlaub.
    Eine kleine Information am Rande: der ARD-Russland-Experte Stefan Stuchlik hat es tatsächlich geschafft, INNERHALB VON NUR FÜNFZEHN TAGEN SIEBENMAL IM SELBEN FAHRSTUHL in Moskau STECKENZUBLEIBEN.

    "Das würde an den russischen Fahrstühlen liegen", hat er es damals im Frühstücksfernsehen verkündet.

  14. Nach oben   #14
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    Zitat Zitat von colt47
    "Das würde an den russischen Fahrstühlen liegen", hat er es damals im Frühstücksfernsehen verkündet.
    Tja, knirsch da habe ich was verpasst, seit ewig hier und noch nie stecken geblieben

  15. Nach oben   #15

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    Zitat Zitat von colt47
    Warum die Osteuropäer viel Geld ausgeben, liegt auf der Hand: viel Geld der Osteuropäer geben im Einkaufshaus. Naja, man denkt noch im alten Muster; das heißt: im Westen ist alles besser, qualitativer und es haltelt sich nicht um ein billiges Second Shop.
    Außerdem gehört es dazu, dass die russ. Männer mehr Geld für ihre Begleiterinnen (z.B. Blumen oder Museumsbesuche) ausgeben. Im Westen muss ja meistens die Frau die Pillen kaufen. Über andere Angewohnheiten der Russen wie Trinken und Saufgelagen kann man natürlich nur den Kopf schütteln, doch in welchen bekannten Urlaubsorten läuft denn Omasfrühstücksfernsehen? Die wilden Parties gibt es doch in jedem größeren Ort, man redet und singt gerne in der Heimatsprache wie jeder Uraluber, tja und gekotzt wird auch überall, wenn es soweit ist! Doch vorauf man sich schon anstellen sollte: die langweiligen Kaffeefahren haben die Russen definitiv nicht erfunden!
    Hoffentlich trinkt ihr Russen euch alle tot. Den Rest können die USA und China
    ausrotten.

    Gruß

    Costa

  16. Nach oben   #16
    Avatar von Tauroggen
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    Zitat Zitat von Costa
    Hoffentlich trinkt ihr Russen euch alle tot. Den Rest können die USA und China
    ausrotten.
    Gruß
    Costa
    Was soll denn diese blöde Bemerkung hier?

    Unfreundliche Grüße
    Tauroggen

  17. Nach oben   #17
    Avatar von Sandra
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    Zitat Zitat von Tauroggen
    Was soll denn diese blöde Bemerkung hier?

    Unfreundliche Grüße
    Tauroggen
    Tauroggen dies frage ich mich auch!

  18. Nach oben   #18

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    Ach Tauroggen, haben sie nicht Costa letzten erst verteidigt, als ich mich nach dem Sinn seiner dahingerotzten Beiträge erkundigt habe? "In der Kürze liegt die Würze" ? Ich frage mich da langsam ob das "W" nicht durch ein "F" ersetzt werden sollte um diese Sprichwort Costagerecht zu gestalten. So ist es eben mit der unvoreingenommenheit.

    Achja nur ein Beitrag zum Thema Russen im Urlaub. Ich weiß dass viele Europäer schlimm sind im Urlaub, Deutsche und Engländer benehmen sich oft unausstehlich vor allem auf Malle.

    Aber als ich letztens mit der Fähre von Deuschlan nach Russland gereist bin, gab es dort ein kaltes Buffet. Vor mir stand ein Landsmann offensichtlich auf dem Heimweg nach Russland.
    es gab reichlich zu essen, denn die finnische Betreiberfirma wusste wohl um die Essensgewohnheiten der Passagiere. Und zwar gab es unter anderem geräucherten Lachs, eine ganze Platte. reichlich für 10 bis 15 Personen.

    Mein besgter Landsmann bewegte sich zielstrebig darauf zu, hob die Platte an und schob seelenruhig den ganzen Lachs auf seinen Teller, der nun einen fetten Haufen bildete. Und ging zurück zu seinem Platz. ...

  19. Nach oben   #19
    Avatar von Tauroggen
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    Ja, Maxim, ich bin jetzt schlauer.

    Daneben Benehmen im Urlaub ist meines Erachtens einfach individuell und kaum an eine Nationalität gebunden. Meine Strategie in einem solchen Fall ist nicht ärgern, nur staunen darüber, wieviel Rückenwind es in mancher Kinderstube geben mag.

    Gruß
    Tauroggen

  20. Nach oben   #20
    Avatar von Sandra
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    Zitat Zitat von Tauroggen

    Daneben Benehmen im Urlaub ist meines Erachtens einfach individuell und kaum an eine Nationalität gebunden.
    Einverstanden Tauroggen, Maxim einfach mal nach Mallorca fahren oder italienische Rivera im Hochsommer und sie wuerden sich auch ueber den deutschen Schaemen koennen. Kopf hoch, Frau kann sich in Russland schaemen wenn sie sich anguckt was hier von uns rum laeuft und Geschaeeeeeeeeeeeeefte macht pfui! Auch wenn sich diese nicht die ganze Platte Lachs schnappen wuerden, man kann sich ueber vieles schaemen.

  21. Nach oben   #21

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    ich habe auch nicht behauptet, dass es deutsche sich im urlaub tadellos benehmen würden, ich glaube über die deutschen urlauer wurde auch hierzulande eifrig gelästert. aber dies nun mal ein russlandforum ist, schreibe ich hier meiene eindrücke von meinen landsleuten.

    im übrigen waren auch viele deutsche an bord dieser fähre, und von denen ist keiner so aufgefallen. natürlich ist das nicht malle... . und dass sie sich für ihre westeuropäischen lansleute zumal shcämen, glaube ich ihnen gerne. aber ich wil ja nicht, dass meine landsleute sich an sowas beispiel nehmen...

    ganz einfach

  22. Nach oben   #22
    Avatar von Tauroggen
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    Zitat Zitat von maxim
    ... aber dies nun mal ein russlandforum ist, schreibe ich hier meiene eindrücke von meinen landsleuten.
    ...aber ich wil ja nicht, dass meine landsleute sich an sowas beispiel nehmen...
    ganz einfach
    Lieber Maxim!

    Völlig einverstanden mit dem was Sie schreiben, nur verhindern können Sie schlechtes Benehmen eigener Landsleute im Ausland nicht. Schon gar nicht wenn es von den eigenen Leuten als tonangebendes Beispiel angenommen wird.

    Meines Erachtens hilft da nur ein herausgehobenes, eigenes, vorbildliches Verhalten, wenn möglich unter Herausstellen der eigenen Nationalität. So dass die umstehenden Menschen merken, flegelhaftes Benehmen ist nicht Kennzeichen einer bestimmten Nation.

    Gruß
    Tauroggen

  23. Nach oben   #23

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    "Russen" als Touristen

    Das Benehmen war schon immer eine Frage der eigenen Kinderstube. Auch im tieferen Russland benehmen sich Russen gesittet - auch wenn am Tisch die 2. Flasche Vodka das Herz des Gastronomen höher schlagen läßt. Auffällig duch "seemännischen" Gang waren eigentlich nur deutsche Gäste.
    Ebenso ist das Verhalten der Russen in Hotels in Moskau völlig normal und hebt sich in nichts von Bürgern anderer Länder ab.
    Übrigens bezweifle ich, dass sich Deutsche an der italienischen Riviera auffällig verhalten, sie ist für Billig-Touris einfach zu teuer, die gehen eher an die Adria, schon alleine des Sardinen-Feelings wegen bei den Liegestuhlplätzen. Und Russen die nach Antalia fliegen sind eher diejenigen, die sich das erste Mal einen Sommerurlaub im Ausland leisten. Wer das zweite Mal dorthin fliegt, ist selbst schuld oder mag eben eine Massenabfertigung oder kennt es nicht anders - nicht wegen der Russen, sondern eher ist das Land und die Hotellerie daran schuld.
    Und in den sehr guten Hotels in der Schweiz sind mir Russen nie negativ aufgefallen, sie blieben sogar ruhig unter sich. Aufgefallen sind mir nur Deutsche, die das (massiv) silberne Besteck mitgehen ließen. Wer sich nur 2 Tage in solch einem Hotel leisten kann, meint wohl, den Preis über das Versilbern des Silbers wieder ausgleichen zu müssen. Also was soll das Kategorisieren nach Nationalitäten ?


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