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Thema: Eigenanstellung HQS

  1. #1

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    Eigenanstellung HQS

    Moin,

    ich habe irgendwo im Netz gelesen, daß es möglich ist als Ausländer eine Firma in Russland zu gründen und sich selbst per HQS als Geschäftsführer anzustellen.

    Das würde heissen man bekommt quasi adhoc eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre die man später problemlos verlängern kann. Man umgeht damit die ganzen Bedingungen für die normale Aufenthaltsgenehmigung (Sprachtest, etc.) und kommt sogar um die Kontenmeldung herum. Ist zwar nicht billig; Firmengründung, Anwalt für HQS-Gedöns, Buchhaltungs- und Briefkastenadressekosten und dann Steuern und Sozialversicherung auf das Mindestgehalt nach HQS-Schema aber klingt nach einer einfachen und schnellen Methode nach Russland reinzukommen. Und die Kosten sind für manche in Anbetracht der geringeren Steuer in Russland zu vernachlässigen.

    Stimmt das oder ist das Bullshit und da versucht nur einer naive Ausländer abzuzocken?

  2. Nach oben   #2
    Avatar von TGROR
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    Zitat Zitat von squizzy Beitrag anzeigen
    Moin,

    ich habe irgendwo im Netz gelesen, daß es möglich ist als Ausländer eine Firma in Russland zu gründen und sich selbst per HQS als Geschäftsführer anzustellen.

    Das würde heissen man bekommt quasi adhoc eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre die man später problemlos verlängern kann. Man umgeht damit die ganzen Bedingungen für die normale Aufenthaltsgenehmigung (Sprachtest, etc.) und kommt sogar um die Kontenmeldung herum. Ist zwar nicht billig; Firmengründung, Anwalt für HQS-Gedöns, Buchhaltungs- und Briefkastenadressekosten und dann Steuern und Sozialversicherung auf das Mindestgehalt nach HQS-Schema aber klingt nach einer einfachen und schnellen Methode nach Russland reinzukommen. Und die Kosten sind für manche in Anbetracht der geringeren Steuer in Russland zu vernachlässigen.

    Stimmt das oder ist das Bullshit und da versucht nur einer naive Ausländer abzuzocken?
    Weitgehend stimmt das, aber im Detail lauern da doch einige Fallen und ich empfehle dir da eine, auf diese Fälle spezialisierte, Anwaltskanzlei zu konsultieren. Solche gibt es auch mit Sitz in DE - @Paul könnte dir da möglicherweise weiterhelfen mit einem Kontakt....


  3. Nach oben   #3

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    Zitat Zitat von squizzy Beitrag anzeigen
    Moin,



    Stimmt das oder ist das Bullshit und da versucht nur einer naive Ausländer abzuzocken?
    Grundsaetzlich ist es kein Bullshit. Aber:

    - es gibt (am Anfang) nur ein Arbeitsvisum. Keine Aufenthaltsgenehmigung.
    - es sieht nur auf den ersten Blick "einfach" aus. Buchhaltung, Papierkram, Vollmachten, persoenliches Erscheinen (auch wenn es die geneigten Juristen fuer "nicht noetig" erachten) beim Finanzamt, erhoehte Aufmerksamkeit der Behoerden (von wegen "Auslaender hat ne Firma) kann auf Dauer wirklich nervig sein. Bis zu dem Punkt, das die Firma wegen Nichtigkeiten handlungsunfaehig ist und damit der Aufenthalt des "HQS Geschaeftsfuehrers" anuliert werden kann.

    Was auf Dauer nicht geht, die frisch gegelten Juristen aus Moskau (auch Deutsche) aber gern vermitteln: Einfach mal schnell ne Firma gruenden und ein HQS Visum erhaten, die Firma auch auf Dauer "aus der Ferne", nebenbei, am Leben erhalten.... das klappt nicht.

    Einfache und schnelle Methode? Ja. Aber nur auf den ersten Blick. Spaetestens nach 3 Monaten gehen die Probleme los, wenn man nicht im Stoff steht und vor Ort ist.

    Schickes Geschaeftsmodell fuer Juristen, um die naechste Leasingrate fuer den Porsche zu zahlen... ja....

    PS... Feste Kosten (bei min. HQS Lohn) Sozialabgaben, Buchhaltung (bis 10 Vorgaenge/Monat), Miete, Steuer, Bank usw... rechne um 1200 EUR/Person Monat. Zzgl. eigene Lohnkosten.

  4. Nach oben   #4
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    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Grundsaetzlich ist es kein Bullshit. Aber:
    Yep - alles korrekt angeführt meinem Wissenstand nach.

    Für eine reine Erlangung der Aufenthaltsberechtigung macht es IMHO keinen Sinn, aber wenn man vorhat, unternehmerisch tätig zu werden und die Regeln einzuhalten, hat das Ganze durchaus Sex. :

  5. Nach oben   #5

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    Vielen Dank für die schnellen und sachlichen Antworten.

    Ich verschaffe mir gerade einen Überblick über die Möglichkeiten zum langfristigen und regelkonformen Aufenthalt. Aber irgendwie haben alle irgendwas im Kleingedruckten was dem Ganzen die Spontanität oder den Spass nimmt, wie Heiraten oder das Sprachzertifikat. Da erscheint der Weg über Arbeitsvisum statt Aufenthaltsgenemigung ganz interessant, wenn auch teuer.

    Derzeit sind das eh noch alles Planspiele. Aber so wie das hier abgeht möchte man ja vielleicht auch kurzfristig hier raus.

  6. Nach oben   #6

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    Moin

    Ich will ja kein Spielverderber sein. "Kurzfristig" und "Spontan" passt nicht zu Gesetzen in RUS.

    Zeitraum.... von "ich will" bis "ich hab" das HQS Visum und "bin Direktor meiner eigenen Firma", sicher 6 Monate. Und das auch nur, wenn sich ein Jurist aktiv vor Ort um den ganzen Kram kuemmert. Inkl. einiger Fluege nach Russland. Man kann z.B. zwar eine OOO Gruenden, ohne physisch vor Ort zu sein (Bank, Aemter), damit ist die Firma jedoch noch nicht 100% handlungsfaehig. Ausserdem wird, bis zur Erteilung des HQS Visum (ab 6 Wochen) ein voruebergehender Geshaeftsfuehrer benoetigt.
    Geändert von Paul (14.10.2021 um 08:14 Uhr)

  7. Nach oben   #7
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    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Ich will ja kein Spielverderber sein......
    Bist aber vermutlich, mit deinen, wiederum korrekten Ausführungen.

    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Ausserdem wird, bis zur Erteilung des HQS Visum (ab 6 Wochen) ein voruebergehender Geshaeftsfuehrer benoetigt.
    Mit rund 700 Euronen pro Monat auch kein Lercherlschas....

  8. Nach oben   #8

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    Wie gesagt, es ist eher so ein Gedankenspiel um alle Möglichkeiten durchzurechnen.

    Ich habs im Netz (find ich nicht mehr) als Angebot gesehen. Der darauf spezialisierte Anwalt braucht etwas Vorlauf, dann Ortstermin in Moskau und innerhalb von 4 Wochen soll die Genehmigung durch sein (angeblich). Das klingt natürlich verlockend bis naiv. Soweit ich Euch richtig verstehe zu naiv.

    Wirklich unternehmerisch tätig werden würde ich auch nicht. Ich dachte da eher an ein paar Wohnimmobilien zur Vermietung.

  9. Nach oben   #9
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    Zitat Zitat von squizzy Beitrag anzeigen
    Wirklich unternehmerisch tätig werden würde ich auch nicht. Ich dachte da eher an ein paar Wohnimmobilien zur Vermietung.
    Auch in dem Business wirst nicht um eine ordentliche Buchführung herum kommen.


    Und - ganz ehrlich gesagt - ich ginge lieber Brezel verkaufen ins Bräustübl, als mich mit russischen Mietern herumzuschlagen....

  10. Nach oben   #10

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    Zitat Zitat von TGROR Beitrag anzeigen
    Und - ganz ehrlich gesagt - ich ginge lieber Brezel verkaufen ins Bräustübl, als mich mit russischen Mietern herumzuschlagen....
    Hmmm..... Vielleicht ist Backen lernen auch einfacher, als die Untiefen des russischen Ausländerrechts zu durchblicken

  11. Nach oben   #11

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    Zitat Zitat von TGROR Beitrag anzeigen
    Auch in dem Business wirst nicht um eine ordentliche Buchführung herum kommen.
    Buchhaltung brauchst von Anfang an. Moskauer Buchhalter, Verstaendigung Russisch/Englisch, +/- 20 Vorgaenge/Monat, vereinfachte Abrechnung beim Finanzamt, Einreichung der Unterlagen beim Finanzamt 1x Quartal, kostet um 5000 Rubel. Dazu musst aber wissen, liegt irgendeinem Mitarbeiter beim Finanzamt das Fruehstuecksbtroetchen falsch um Magen oder ein Komma wurde an der falschen Stelle gesetzt, bei der Abrechnung, ist das Konto schneller dicht, als man glaubt. Und wenn man ist so einer Situation NICHT schnell vor Ort sein kann, endet das spontane Erlebnis OOO, schneller als einem lieb ist....


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