Liebe Forumsmitglieder,

viele Grüße von Rainer aus Hirschfelde bei Zittau.
Ich bin von Baujahr 1960, ledig und habe schon viel von der Welt gesehen. Russland war mir bis zum letzten Jahr völlig fremd. Mein Kurztrip nach Moskau vor 18 Jahren zähle ich nicht zu Russlanderfahrung.

Seit mehreren Jahren nehme ich russiche Gastschüler bei mir auf und bin im vergangenen Jahr einer Einladung von den Eltern des letzten Schülers gefolgt. So habe ich mich auf den Weg nach Tatarstan gemacht und war für eine (viel zu kurze) Woche in der Nähe von Kazan. Meine Erlebnisse und meine Begegnungen mit den Menschen dort haben mein Weltbild über Russland regelrecht auf den Kopf gestellt! Hatte ich doch in der Vergangenheit nur Schlechtes über das größte Land der Erde gehört. Warnungen wie "Pass nur auf in Russland" oder "Die Russen sind nicht ohne" machen einen nicht gerade mutiger. Und was unsere doch so tolle Presse dann noch veröffentlicht gibt einem den Rest, wenn man nicht so neugierig ist wie ich.

Mein Aufenthalt bei meiner einladenden Familie war sowas von herzlich und menschlich, wie ich es selten erlebt habe. Nicht nur alle Familienmitglieder waren überaus freundlich zu mir. Ich bin zweimal als Mitfahrer bei Einheimischen im Auto mitgenommen worden und habe mich an den verschiedenen besuchten Orten dort mit den Menschen verständigt, zum Teil auf englisch oder manchmal mit Händen und Füßen. Aber das war egal, denn alle waren hilfsbereit. Mit meiner Sprache war es bei meinen Gastgebern einfacher für mich, da mein Gastschüler direkt simultan übersetzt hat und ich mit der Mutter direkt auf englisch sprechen konnte.

Ende September habe ich dann einen spontanen Kurztrip nach Sotschi unternommen, mit dem etwas mulmigen Bauchgefühl, dass dort wohl fast niemand deutsch bzw. englisch spricht. Aber im heutigen Zeitalter von Smartphones, Internet und Übersetzungsprogrammen muss das irgendwie gehen, dachte ich mir. Dass ich kurz vorher mit einem Russischkurs für Anfänger gestartet habe sei nur am Rande erwähnt. Aber man glaubt es kaum wie positiv es ankommt, wenn man auch nur Danke oder Bitte oder die Tageszeit auf Russisch aussprechen kann. Auch hier waren alle Menschen die ich getroffen und kennengelernt habe, freundlich und hilfsbereit. Das mir es aber passiert und ich mich in eine Stadt verliebe, konnte ich nicht ahnen. Schon nach kurzer Zeit war ich sowas von überwältigt von Sotschi und als ich wieder abreisen musste, ist mir das wirklich sehr schwer gefallen. Die Stadt hat mich regelrecht in ihren Bann gezogen und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken nach Beendigung meines Arbeitslebens dorthin auszuwandern.

Viele Freunde und Bekannte sind fastziniert und finden meine Idee interessant. Es gibt aber auch Gegenstimmen mit Warnungen. Und das war der Grund mich hier im Forum anzumelden, um Vieles über mein Vorhaben in Erfahrung zu bringen.

Ich freue mich auf neue Kontakte, Informationen und Gedankenaustausche.