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Thema: Eta normalna

  1. #1

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    Eta normalna

    Eta normalna

    Eigentlich war für mich 3 Monate lang nichts normalna... - Aber das war einer der am meisten gehörten Sätze in dieser Zeit ...

    Einer meiner großen Lebensträume wurde im vergangenen Sommer wahr : Von Anfang Juni bis Ende August war ich in Sibirien – im Altai, und meine Erfahrungen dort konnten reichhaltiger nicht sein. Andreas Schmunk, hier im Russlandforum bekannt, hatte mir bei der Organisation dieser 3 Monate geholfen.
    Zuerst wollte ich das Leben in einem russischen Dorf kennen lernen: Knapp drei Wochen lebte ich bei einer Familie in Tscharyschskoje – bei Kristina, ihrem Mann Tolya, dem Schwiegervater und der 92jährigen Babuschka. Gerade rechtzeitig zu meiner Ankunft war die Datscha im Garten fertig geworden. Da hatte ich nun die allerschönste Bleibe – Wohnküche, Schlafzimmer und Bad, alles wunderbar und gemütlich. Das Schlafzimmerfenster lag direkt neben dem Hühnerstall und so zwischen 4°° Und 4.30 Uhr wurde ich vom russischen Hahn geweckt, der seinen Job perfekt beherrschte...Ich erforschte ein bisschen das Dorfleben und begeisterte mich jeden Tag aufs Neue für den Tscharysch, an dessen Ufern ich entlang wanderte und in den ich mich bei Bedarf, es war sehr heiß, immer wieder „hineinschmiss“.
    Vor allem aber wühlte ich mit großer Freude in Kristinas Gemüsegarten, jagte dort Dschukis (Kartoffelkäfer), kämpfte mit den „Gemeinen Blindbremsen“ und brachte ein bisschen „germanische Struktur“ in den üppigen, für deutsche Verhältnisse etwas „unorthodoxen“ „ogorod“. Ob sinnvoll oder nicht, das bleibe mal dahingestellt.
    Das war eine schöne Zeit dort bei Kristinas Familie in Tscharyschskoje. Wir hatten viel zu erzählen - Kristina spricht perfekt Englisch – ich wurde köstlichst bekocht und Kristina besorgte für mich alle Infos, die ich über Land und Leute wissen wollte. Am Ende fühlte ich mich schon fast wie ein Teil der Familie. Das war der beste Einstieg, den ich mir für den Anfang meiner langen Reise vorstellen konnte.
    Übrigens: Menschen, die Freude am Bergwandern und an Naturerlebnissen haben, könnten in Kristinas Datscha wunderbar Ferien machen, würden auf´s Köstlichste mit Speisen versorgt und könnte sogar von Kristinas Kenntnis der sibirischen Bergwelt profitieren. Sie begleitet jeden Sommer Touren in viele verschiedene Regionen. Wendet euch an Andreas, der kann den Kontakt herstellen.

    Meine zweite Station war das Sommercamp „sunshine“. Kinder und Jugendliche konnten hier ein paar Wochen verbringen. Dort wollte ich für Unterkunft und Verpflegung meine pädagogischen Dienste einbringen. Zuerst war es als Überbrückung gedacht, um dann, im August, eine Bergtour mit einer Gruppe unter Andreas Führung zu unternehmen..
    Es war aber absolut keine Überbrückung, es war ein wunderbares, vielseitiges, anregendes Erlebnis. In den 43 Jahren meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe ich kaum eine so gute pädagogische Arbeit erlebt. Svetlana Maslovskaya, Andreas hatte den Kontakt zu ihr hergestellt, ist die Leiterin der Organisation „sunshine“. Sie und ihre „crew“ leisteten das denkbar Beste für ca. 140 Kinder und Jugendliche. Es gab ein wirklich tolles, anregendes, abwechslungsreiches Programm, bei dem nichts zu wünschen übrig blieb und mir blieb tatsächlich vor Staunen häufig der Mund offen stehen. Mit wie viel liebevollem Engagement die kids täglich begleitet wurden, das habe ich hier in Deutschland so noch nicht erlebt.
    „That´s : great! That´s : great! That´s, that´s, that´s : great, great, great!” Das war einer der Schlachtrufe, der immer und überall dann zu hören war, wenn einzelne oder Gruppen etwas vorgeführt hatten. Englisch hörte man überhaupt an allen Ecken, weil „sunshine“ ein zweisprachiges Camp ist, das auch in besonderem Maße die Englischkenntnisse fördern will. Ja, die Förderung der Kinder und Jugendlichen, das war es, was stets im Vordergrund stand. Es herrschte eine Atmosphäre der Freundlichkeit und Wertschätzung, die die Betreuer/innen immer und überall strömen ließen und so gab es auch unter den jugendlichen Teilnehmern/innen ein gutes, verständnisvolles und unterstützendes Miteinander.
    Ich war am Ende der gemeinsamen Zeit rundherum begeistert und hatte mit vielen Kindern und Betreuern Freundschaft geschlossen, besonders auch mit Svetlana, die der allumfassende „gute Geist“ dieses Camps war. Anstrengend war es auch : von morgens 8°° bis abends 23°° Uhr non-stop-Programm. ...

    Schon im Russlandforum hatte ich kurz Kontakt zu „Altstein“ gehabt. Das war meine nächste Station! Werner, so heißt Altstein in echt, lebt mit Nadja, seiner russischen Frau, seit einigen Jahren in Maima- im Altai, direkt am Katun. In einer mail berichtete er, dass er in einem großen Haus wohnt und sehr gerne Gäste empfängt.
    Vom Camp aus nahm ich Kontakt zu den beiden auf und sie wiederholten ihre freundliche Einladung, kamen mich sogar im Camp abholen. Und dann begann eine wirklich herrliche, gemeinsamen Zeit, an deren Ende eine echte Freundschaft entstanden war. Werner und Nadja ließen mich in jeder Weise an ihrem Leben im Altai teilhaben. Mit Freude half ich ihnen in dem großen Haus, an dem noch jede Menge gebaut werden darf. Mit Nadja fuhr ich auch ein paar Tage durchs Land. Wir hatten viel Spaß und auch abenteuerliche Erlebnisse. Ich hoffe, wir werden die entstandene Freundschaft in den kommenden Jahren noch ausweiten können. Von Maima aus fuhr ich dann noch ein paar Tage nach Askat, einem kleinen Künstlerdorf, lernte auch dort liebenswerte Menschen kennen und bekochte die Mitglieder des buddhistischen Zentrums. Das machte 1. mir Freude und schmeckte 2. den Menschen dort sehr gut. Dann ging´s noch einmal nach Maima zu Werner und Nadja, denn dort sollte ich am 10.8. von den „Bergwanderern“ abgeholt werden.

    Andreas, den ich bis dahin nur per WhatsApp oder Telefon kannte, hatte sich ein typisch deutsches Essen für die Ankunft gewünscht. Es gab Krustenbraten mit selbstgemachten Klößen. Mmh, das kam gut an!
    Andreas kam mit Natascha, Kristina und Tolya und nach dem fürstlichen Essen ging es los. Tolya, Kristinas Mann fuhr uns bis zur ersten Station unserer Abenteuer-Tour. Kristina kannte ich ja schon aus Tscharyschskoje und mit den anderen war der Kontakt auch sofort herzlich und unkompliziert.
    Nun kommt der Abschnitt meiner Reise, über den ich locker ein ganzes Buch schreiben könnte. Hier fand alles statt : Abenteuer, übergroße Freude, Staunen, Gefahren, Rücksicht, Anstrengung, kulinarische Genüsse, Erschöpfung, Beulen und andere Blessuren, Zusammenhalten, Reise zum „Arsch der Welt“, unglaubliche Schönheit, Ehrfurcht, Angst, Stärke ...die Liste könnte ich noch lange fortsetzen.
    Die Tour war über und über reich. Etwas Vergleichbares habe ich bisher in meinem Leben nicht erlebt. Um ehrlich zu sein, war es, was die körperlichen Anforderungen betraf, einige „Hutnummern“ zu groß für mich – aber dass wusste ich vorher nicht. Als ich nach der Reise in meinem Heimatort ankam, stand dort meine beste Freundin mit einer Karte für mich :
    „ Ich wusste nicht, dass es unmöglich war, also habe ich es gemacht.“ (Jean Cocteau)
    Sie hatte meine Berichte, die ich, wenn möglich, nach Deutschland geschickt hatte verfolgt und fand den Satz passend...er war passend !
    Aber da ich oft über meine Grenzen gehen musste, erfuhr ich, außer dieser fast übernatürlich schönen Landschaft noch etwas ganz Kostbares : einfühlsame Menschen, die immer bereit waren, sich auf mich einzustellen und die mich stets unterstützten ( körperlich und seelich). Allen voran Andreas, der mir unermüdlich jedes Mal auf´s Pferd half und was noch viel besser war, auch wieder herunter. Manchmal konnte ich nach dem stundenlangen Reiten einfach kein Müskelchen mehr rühren. Dann stand Andreas schon parat, hielt die Arme auf und ich konnte mich wie in „Mutters Arme“ sinken lassen. Das war einfach wunderbar! Herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle, lieber Andreas!
    Mit Worten kann ich kaum beschreiben, wie überwältigend diese Altai-Bergtour in jeder Weise für mich war und im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht wusste, was körperlich auf mich zukam. Vielleicht hätte ich mich dann nicht getraut. ... Und nun bin ich stolz, dass ich es mit Hilfe meiner Altai-Familie geschafft habe.
    Es lohnt sich also manchmal, etwas zu machen, was eigentlich nicht möglich ist.
    Ich danke Kristina, die mit ihrem Organisationstalent unsere tägliche Versorgung perfekt managte und im Handumdrehen die köstlichsten Gerichte zauberte. Ich danke Natascha, die mit ihrer Heiterkeit und ihrer Hilfsbereitschaft stets für gute Stimmung sorgte, die mit ihrem Satz : „I´m a Russian woman!“ jede schwierige Situation meisterte und mich damit ermutigte. Ich danke Roman, unserem Guide, der wahrscheinlich manchmal nicht fassen konnte, dass eine 64jährige Babuschka sich noch unbedingt auf ein Pferd quälen musste, der aber in jeder Situation überaus geduldig meine Handicaps annahm und mir zur Seite stand, dessen Lachen wie klare Glöckchen durch die Berge hallte, für den es nur Strecken von cto Metern (100m) und Zeitabschnitte von höchstens einem Stündchen gab, der unermüdlich für die Pferde, das Gepäck ( und das war ja nicht von Pappe!), das Feuer und, und, und ...sorgte, der immer gute Laune hatte.
    Und noch einmal : ich danke Andreas für seine nicht endende Hilfsbereitschaft, für seine Hand, die er mir immer ungefragt und im rechten Moment reichte, für seinen Humor ( er nannte mich doch tatsächlich „meine Gazelle“, als ich wackelig und unbeholfen über Geröllhalden kraxelte), für seine Geschichten, die er offen und lebendig mit uns teilte, für seine Grobheit und seine Sanftheit, für seine Männlichkeit und seine Zartheit, für seine poetische Ader...

    Die Monate im Altai waren ein unerhörtes Erlebnis für mich Ich bin beeindruckt, nachhaltig verändert, bin dankbar für die vielen lieben Menschen, die ich kennen lernen durfte und für die bedingungslose Gastfreundschaft, mit der ich beschenkt wurde.
    Eta normalna? Net, eta ne normalna dlja menja! Ja wernuc !
    (Ist das normal/ selbstverständlich? Nein, für mich ist es das nicht. Ich komme wieder ! )


    Barbara
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  2. Nach oben   #2
    Avatar von altstein
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    Wir freuen uns dass wir zu deinem Lebenstraum ein wenig beitragen konnten.
    Viele die im Altai waren lässt es nicht mehr los alle die uns Besucht haben sind wieder gekommen, einige schon 4 Mal ist ein gutes Gefühl und wir freuen uns.
    Wäre ja super wenn noch einige Fotos kommen.
    Gruss altstein


  3. Nach oben   #3
    Avatar von Reichsadler
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    Ja Leute, das ist mal ein Beitrag der was kann, der Bände spricht! Viiiiieeeeeeelen Dank!

  4. Nach oben   #4

  5. Nach oben   #5
    Avatar von altstein
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    sehr schön

    Einmalig sehr schön, viele Dank Andilis
    Wünsch allen Daheimgebliebenen viel Spass beim anschauen der schönen Aufnahmen ich, glaube das muss man gesehen haben
    Gruss Altstein

  6. Nach oben   #6

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  7. Nach oben   #7

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    Ich bin jetzt mit dem schneiden vom Video aus dem August fertig. Es sind Orte und Landschaften wo Barbara & Co. diesmal waren.

    Die Tracks hat meine Tochter netterweise gesungen. Viel Spaß beim schauen

    https://www.youtube.com/watch?v=Q_ssgeQFGL4&t=8s

  8. Nach oben   #8
    Avatar von altstein
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    muss man schauen super

    Hallo Andreas ,
    sehr schönes Video und Musik, vielen Dank für deine Mühe dass du uns das zum Anschauen hier eingestellt hast. Auch ein Dank und Gruss an deine Tochter !
    Gruss Altstein


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