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Thema: Es war ein Land, - im Abendbrand... Agnes Miegel

  1. #1
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    Es war ein Land, - im Abendbrand... Agnes Miegel

    „Abschied von Königsberg“. (Auszug):

    Wir wandern fort aus den zerstörten Gassen,
    Doch wissen wir, die weinend Dich verlassen:
    Wenn unsre Augen Dich nie wiedersehn,
    Wenn wir vergehn mit unsrem Blut,
    Mit unserm Hab und Gut,
    Daß noch in Dir, o Mutter, Leben ist,
    Und dass Du, Königsberg, nicht sterblich bist!

    Anlaß für diesen Beitrag ist für mich ein doch sehr bestürzender Artikel bei Kaliningrad-Domizil zur "Spurenvernichtung" von Agnes Miegel durch die russischen Organe...http://kaliningrad-domizil.ru/portal...t-mehr-prsent/
    Da muß man sich fragen, wann wird Ännchen von Tharau folgen?
    Ein Volk läßt sich verleugnen, seiner Kultur berauben... - ein gestorbenes Volk...(!?!)
    https://www.youtube.com/watch?v=O_Dn6waeifI
    2000 Jahre deutsche Geschichte und Kultur sollen einfach vergessen und zerstört werden?
    Claudia Roth: "Wir wollen mit der Abschaffung der deutschen Staatsangehörigkeit ein Fanal für Europa setzen"

    """In Niedersachsen fand Agnes Miegel eine neue Heimat und schrieb voller Dankbarkeit an Prof. Steinacker nach Innsbruck: „Viel Gutes und Gütiges ist mir hier in Niedersachsen noch zuteil geworden.“ Doch besonders in Niedersachsen wird Agnes Miegel heute im Zuge der gegenwärtigen, immer hysterischer anmutenden, politischen Korrektheit verfemt und verfolgt. Namensumbenennungen von Straßen und Schulen sind „im Gespräch“ oder bereits erfolgt.

    Als Grund für die Ächtung von Agnes Miegel in der heutigen BRD wird in der Hauptsache das von Miegel und weiteren 87 Künstlern unterzeichnete Gelöbnis treuester Gefolgschaft genannt. Doch das Gelöbnis wurde als Reaktion auf den kurz zuvor erfolgten Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund unterzeichnet. Daß die Künstler um Miegel mit ihrer Treuebekundung nicht allein standen, beweist eine am 12. November 1933 erfolgte Volksabstimmung in der 95,1 % der Deutschen ebenfalls den Austritt aus dem Völkerbund befürworteten."""



    Foto: Ännchen von Tharau-Gedenkstein, eigenes Foto vom 19.10.2013 Insterburg
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken DSC05897.JPG‎  

  2. Nach oben   #2
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    Es war ein Land...

    ... gesprochen von Agnes Miegel:
    https://www.youtube.com/watch?v=au5wsjtHWRc
    "Land der dunklen Wälder" - das Ostpreußenlied
    https://www.youtube.com/watch?v=6ZrBHzi3tGU
    Dr. Beutner: Für einen gerechteren Umgang mit Agnes Miegel
    https://www.youtube.com/watch?v=g3wyaGDOs5U
    Folgende Lieder sagen vieles und lassen verstehen, obwohl sie nichts unmittelbares mit Ostpreußen zu tun haben...:
    Thomas Natschinski: Es war ein Land
    https://www.youtube.com/watch?v=BI-jRrvyvc4
    Peter Maffai: War ein Land
    https://www.youtube.com/watch?v=UCZ3KYnOtlk


  3. Nach oben   #3
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    Agnes Miegel - Die Frauen von Nidden


    Nidden, der größte Ort auf der Kurischen Nehrung, wurde bereits 1437 erwähnt und erhielt 1529 seine älteste Handfeste bezüglich eines Kruges. Die ursprüngliche Lage des Ortes bis 1675 lag gut 5 km weiter südlich jenseits der Hohen Düne am Grabscher Haken (prußisch "grabis" = Berg). Die zweite Dorflage von Nidden befand sich von etwa 1675 bis in die 30-iger Jahre des 18. Jh. direkt am Haffstrand, etwa auf der Höhe des Grabscher Haken. 1709 wurde durch die Pest fast die gesamte Bevölkerung hingerafft. Der von Agnes Miegel in ihrem Gedicht "Die Frauen von Nidden" geschilderte Pestfriedhof liegt etwas südlich von der zweiten Ortslage. Die Bevölkerung sprach kurisch, mit den Gästen selbstverständlich deutsch. Südlich von Nidden wurde dagegen kaum noch kurisch sondern deutsch und plattdeutsch gesprochen. Nidden war ein Ort, der gerne von Künstlern aufgesucht wurde. Es gab eine Künstlerkolonie, die im Gasthaus Blode ausstellte (Lovis Corinth, Ernst Mollenhauer, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff), und der Schriftsteller Thomas Mann bewohnte dort eine eigene Villa, bis er 1933 aus Deutschland emigrieren musste (heute Thomas Mann Museum und Kulturzentrum, Tomo Mano Namas ). Von hier hatte man einen herrlichen Blick auf das Haff. Berühmt ist Nidden auch wegen seiner bis heute noch nicht befestigten Wanderdüne. Auf dem Urbo Kalnis (kurisch „ausgehöhlter Berg") steht seit 1874 ein Leuchtturm mit Blinkfeuer. Sehenswert in der dritten Ortslage von Nidden ist nach wie vor der Friedhof mit den heidnischen Grabstelen, der vom ostpreußischen Maler Lovis Corinth gemalt wurde. Bis 1919 gehörte Nidden zum Deutschen Reich; mit Abschluß des Vertrages(DIKTAT) von Versailles 1919 wurde der Ort dem Völkerbund-Mandatsgebiet Memelland zugeteilt (mit Grenze gegen Ostpreußen einige Kilometer südlich, etwa an der heutigen Grenze gegen die russische Kaliningradskaja Oblast im Bereich der Hohen Düne, Parnidžio Kopa).
    Ab 1923 bis 1939 gehörte Nidden zum unabhängigen Litauen, 1939-1945 wieder zum Deutschen Reich.


    Die Frauen von Nidden

    Die Frauen von Nidden standen am Strand,
    Über spähenden Augen die braune Hand,
    Und die Boote nahten in wilder Hast,
    Schwarze Wimpel flogen züngelnd am Mast.

    Die Männer banden die Kähne fest
    Und schrien: "Drüben wütet die Pest!
    In der Niedrung von Heydekrug bis Schaaken
    Gehn die Leute im Trauerlaken!"

    Da sprachen die Frauen: "Es hat nicht Not, –
    Vor unsrer Türe lauert der Tod,
    Jeden Tag, den uns Gott gegeben,
    Müssen wir ringen um unser Leben,

    Die wandernde Düne ist Leides genug,
    Gott wird uns verschonen, der uns schlug!" –
    Doch die Pest ist des Nachts gekommen,
    mit den Elchen über das Haff geschwommen.

    Drei Tage lang, drei Nächte lang,
    Wimmernd im Kirchstuhl die Glocke klang.
    Am vierten Morgen, schrill und jach,
    Ihre Stimme in Leide brach.

    Und in dem Dorf, aus Kate und Haus,
    Sieben Frauen schritten heraus.
    Sie schritten barfuß und tief gebückt
    In schwarzen Kleidern bunt bestickt.

    Sie klommen die steile Düne hinan,
    Schuh und Strümpfe legten sie an,
    Und sie sprachen: "Düne, wir sieben
    Sind allein noch übrig geblieben.

    Kein Tischler lebt, der den Sarg uns schreint,
    Nicht Sohn noch Enkel, der uns beweint,
    Kein Pfarrer mehr, uns den Kelch zu geben,
    Nicht Knecht noch Magd ist mehr unten am Leben. –

    Nun, weiße Düne, gib wohl Acht:
    Tür und Tor ist dir aufgemacht,
    In unsre Stuben wirst du gehn
    Herd und Hof und Schober verwehn.

    Gott vergaß uns, er ließ uns verderben.
    Sein verödetes Haus sollst du erben,
    Kreuz und Bibel zum Spielzeug haben, –
    Nur, Mütterchen, komm, uns zu begraben!

    Schlage uns still ins Leichentuch,
    Du unser Segen, – einst unser Fluch.
    Sieh, wir liegen und warten ganz mit Ruh" –

    Und die Düne kam und deckte sie zu.

    Agnes Miegel
    https://www.youtube.com/watch?v=5eec9KDtjow

  4. Nach oben   #4
    Avatar von Reichsadler
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    Bei uns in Österreich wurde der Tage Konrad Lorenz zur Unperson erklärt, aus den selben Gründen. Das Doktorat wurde ihm aberkannt. Das alles natürlich von Erscheinungen, die Konrad Lorenz nicht einmal das Wasser reichen können. Macht nichts, der Gerichtstag naht mit Riesenschritten.

  5. Nach oben   #5
    Avatar von Tauroggen
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    Nicht zu fassen...

    Konrad Lorenz den Doktortitel aberkannt? Warum? Doch wohl nicht, weil der Zufall ihn in einer Zeit hat lehren und forschen lassen, die heute mit Denk- und Sprechverboten belegt ist?! Noch verrückter geht es eigentlich nicht!

    Habt ihr mal vom "Lied der Linde" gehört, einer nieder geschriebenen Zukunftsprophezeiung, die in vor ca. 150 Jahren in einer tausendjährigen Linde im oberen Maintal entdeckt wurde. Unter anderem wurde darin der Untergang der Monarchien, der beiden Weltkriege usw. vorausgesagt, aber auch, dass der Retter unserer Kultur aus dem Osten kommt.

    Tauroggen

  6. Nach oben   #6
    Avatar von Reichsadler
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    Er war einer von vielen, die einer Partei beigetreten ist, welche die Ausbeutung der arbeiteten Massen einstellte und einen noch nie da gewesenen wirtschaftlichen und kulturellen Aufbruch, aber das internationale Groß- und Finanzkapital um seine Macht brachte. Für diesen Fehler muß er nun bezahlen, wie so viele. Hier einen Link zur "Stimme Israels", dem Standart.
    http://derstandard.at/2000027787429/...-Konrad-Lorenz

    Das Lied von der Linde ist mir bekannt. Habe es irgendwo in meiner Bibliothek ind der leider "polnische Wirtschaft" herrscht. Nach dieser Vorhersage soll ja auch wo heute der Stephansdom steht noch in diesem Jahrhunder Kräuter wachsen.

  7. Nach oben   #7
    Avatar von Hieronymus
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    Agnes Miegel - 1924 schon fast prophetisch über 2014

    "Ich sah sie kommen und gehn, Geschlecht um Geschlecht.
    Deutschherr und Siedler ging, Priester und höriger Knecht.
    Wald wurde Wiese, wurde Gasse und Haus.
    Türme ragten mit dröhnendem Mund über die Firste hinaus.
    Meine Kinder wuchsen: Altstadt, Kneiphof und Löbenicht.
    Ich liebte sie.
    Sie aber liebten sich nicht.
    ...
    Weil wir es wissen: Du wirst noch bestehn
    Die weise Maklerin der baltischen Küsten,
    Wenn schon im Westen, müde vom Erleben,
    Die großen Schwestern sich zum Schlummer rüsten.
    Dann wirst Du neuen Völkern Arbeit geben.
    Durch Deiner Speicher eherne Schleusen wird
    Der Körnerstrom der schwarzen Erde quillen
    Der greisenden Europa Mund zu füllen.
    Auf deinen Märkten tauscht der gelbe Hirt
    Für Deiner Kinder künstliche Geräte
    Die Fettigkeit der grünen Steppe ein.
    Du wirst, ehrwürdige Ahnin junger Städte,
    Das Herz des Landes sein, das um Dich blüht.
    In einem großen Glauben wirst Du brennen
    Und wirst den Fremden, die Dich staunend nennen
    Und wirst dem Sohn, in dem Dein Lieben glüht
    Gleichnis, Gewähr und Bild des Ewigen sein!"

    (aus: Agnes Miegel, 13. Juni 1924: "Königsberg")

    =====>> Falls der vollständige Text nicht allgemein zugänglich sein sollte, kann ich ihn bei Bedarf auf Wunsch gerne einscannen und hier einstellen.

    Hieronymus


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