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Thema: Syivester in Kaliningrad

  1. #1
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    Syivester in Kaliningrad

    Nun ktitisiere ich ja nicht nur Leute, die sich mit fremden Federn schmücken, vielleicht erinnert sich der eine oder andere an meine Reisebericht auf der Krim und den feuchtfröhlichen Abend mit dem Fischverkäufer oder meine Schlderung in der russischen Botschaft in Ostberlin über Reisemöglichkeiten mit dem Fahrrad nach Moskau.

    23. Dezember, vor 5 Tagen habe ich meine Ex , wie ich sie ja nun bezeichnen muss, das letzte Mal gesehen, zum Termin beim Amtsgericht.
    Ich bin frei, endgültig. Was soll ich nun mit dem angebrochenen Jahr anfangen ? In die Dommrep, wo immer das sein mag ? Oder soll ich die alte Connection in Danzig für ein russisches Visum reaktivieren, die mir vor ½ Jahr einen spontanen Besuch in Kaliningrad ermöglicht hatten ?

    Und da ich mich selber an mir berauschen kann , überzeuge mich selber vom Letzteren.
    Es geht mal wieder nach Osten, aber mit der sehr hohen Warscheinlichkeit der Rückkehr, was so Manchem, Jahrzehnte vorher, nicht vergönnt war, denn auch DAS sollte immer bei einem Besuch Russlands mitschwingen
    Schwere Geländewagen, mit Kocher, Klo, Kühltuhe und Wasser, Bett, Daunenschlafsack , was kann da noch schief gehen ?

    Hamburg, Berlin, Stettin, es beginnt zu grieseln, noch kein Schnee, die Straßen werden glatt, die ersten Wagen liegen schon im Graben. Meine Quelle für das Visum funktioniert, 2 Tage warten, es ist Weihnachten

    Nachts in Zoppot fällt Schnee.
    Heute ist der 29. Dezember, die letzten geschmackvollen Lichterketten an polnischen Weihnachtsbäumen in grün, lila gelb und rot, oft blinkend , huschen vorbei, Ach, Kultur ist etwas schönes.

    Den ganzen Tag hat es geschneit , der Schlagbaum hinter Besledy geht hoch , Kaliningrader Oblast.. Nun weiss ich, warum die Chaussee-Bäume in einer Höhe von ca. 1 m über der Straße mit einem weißen Streifen bemalt sind. Weiss die Straße, keine Streifen darauf zu sehen, und dann den Wagen genau in der Mitte halten.

    Bragationowsk, schnell eine Flasche Wodka gekauft, für alle Fälle, sollte es noch kälter werden.
    Einfahrt in Kaliningrad, der Schnee dämpft die Schläge in die Schlaglöcher.
    Mein Schlafplatz wie vor einem Jahr, im Sommer vor dem Hotellschiff Hansa. Frühstück am nächsten Morgen mit tiefen.demonstrativ einladenden Einblicken, als mir Kaffee von der Bedienung nachgeschenkt wird.
    Das kann ja heiter werden.

    Abends erreiche ich meine Bekannten,die ich noch vom Sommer her kenne, in Selenogradsk/Cranz. Wir verbringen den Abend im „3 x 7 „ einer kleinen Bar in der Haupstraße des Ortes , die 7 hat in Russland ja eine besonderte Bedeutung. Und dass dann 3 x , das kann ja nur gut sein.

    Da ich mich in Russland nun keinesfalls einem Trinkangebot verweigern kann, „sto gramm“, ein magische Satz , hab ich meinen Wagen so gestellt, um dann sofort in die Falle gehen zu können , um ausgeruht dann morgen s novy godem zu feinern.
    Nun hatte der Wagen hinten links und rechts vor den Hintertüren 2 große Ersatzreifen an klappbaren Halterungen montiert, ich kommt zurück, eine der Halterungen ist frei.

    Habe ich den Wagen nicht abgeschlossen ? auch liegen, von außen sichtbar, die Reste einer Apfelsinenschale.
    Ich öffne die andere Tür und taste ins Dunkle. Da liegt ein Körper, reglos, warm.
    Hat man mir da jemanden ins Auto gelegt.
    Die Militzia kommt, Taschenlampen , und da sitzt ein vielleicht 10 jähriger Junge völlig verstört hinten im Auto.
    War vielleicht neugierig gewesen, hatte die Radhalterung gelöst und war dann keck in meinen Wagen gekrochen, der noch warm war, hatte Apfelsinen und Lebkuchen gesehen und sich dann gütlich getan.

    Ich habe die Militz dann etwas beruhigt, die den Jungen mitnehmen wollte, und ihm dann noch die Taschen mit Apfelsinen und Kringeln vollgestopft.
    Die Nacht war denn auch nur kurz denn der Sylvestermorgen dämmerte schon hoch und die Wirkung dieses bösen Getränkes musste auch abgebaut werden.

    Sylvester, meine Bekannten hatten mir am Vorabend gesagt, dass die nach Moskau fahren würden.
    Und es hatte noch weiter geschneit, ½ m dürfte der Schnee schon hoch sein. Und es schneit weiter und es wird kälter.
    Auf dem Parkplatz vor „meinem Schiff“ einige verzweifelte Anfahrversuche von PKW, bei ¼ bis ½ m Schnee ein sinnloses Unterpfangen, Ich helfe, 4 -Rad Antrieb, Abschleppseil ohne Probleme und alle wollen mich Einladen für den Abend und die meisten hatten schon vorgeglüht.

    Aus dem Hotelschiff dringt Musik. Es wird getanzt, es wird geschwoft. Die Mächen hatten sich besonders herausgeputzt, eine hübscher als die andere, so wie das Jahr beginnt, so wird es das ganze Jahr über sein, ein russicher Irrglaube.

    Eine gefiel mit besonders gut, aber es sollte anders kommen.

    Ich komme mit einem Deutschen ins Gespräch. „Für eine Nacht kann man hier ganz schnell eine Begleitung finden,, Für etwas Ernstes allerdings, müsste man schon suchen „

    Ach nee, DAS war mit ja überaus neu...

    So gegen 3 Uhr wird’s dann etwas ruhiger, Bei Rausgehen trifft mich der Schlag, So kalt ist es, und ich denke da an den 1 cm Abstand zuwischen Daumen und Zeigefinger, wenn man nach der Kälte gefragt wurd, Nein, eine Kabine können Sie nicht mieten, alles ausgebucht, seit Wochen, die Russen verleben das Neujahr gerne in einem Hotel.

    Und es „knackt“ wie wir hier in Hamburg sagen 28 Grad am Auto, Tendenz fallend . Im Auto das Wasser eingefroren, das Gas strömt nur noch langsam. Zum Glück ist der Wodka nicht gefroren und getreu des Wahlspruches: Wasser kann, Zucker darf und Wodka MUSS ,gab es dann einen heißen Wodka mit Zucker, ein Teufelszeug.

    Und alle 2 Stunden habe ich dann den Wagen gestartet, Motor warmlaufen lassen, um nicht am nächsten Morgen bei rd. 30 Grad minus selber Starthilfe zu benötigen, denn auch bei 30 Grad Frost parafiniert der Diesel und selbst 10 ´er Öl ist dann streichfähig..
    Und so machte ich mir am 1. Januar viele Freunde, einer hatte seinen Wagen an den Wagen angebunden, den ich dann zog..

    Tagsüber nach Selenogrask und Svedlogorsk/Rauschen. Die Ostsee schon stark vereist, Unten in Sevedlogorsk an der Strandpromenade – der Fahrstuhl funktionierte zum Glück – die Eischollen hochgeschoben bis zum Strandweg, ein Knacken und Bersten.

    Es wird dunkel und es schneit schon wieder. In Kaliningrad die Hauptstraßen mittlerweile vom Schnee etwas freigeräumt, mit Schneeflügen an die Straßenseite zu einem 1 m hohen Wall aufgetürmt.
    3 Personen an der Straße, Handzeichen -aus der DDR bekannt - um mitgenommen zu werden. Eine Frau kommt mir bekannt vor, es ist diejenige, auf die schon auf dem Hotelschiff mein Auge gefallen war.
    Mutter und Tochter und Kleinkind.
    Ich halte, die Mutter bleibt zurück, und so werde ich durch Kaliningrad gelotst.

    Stoi !, wie ein Ucas, Stopp. Warten, minutschko. die Mutter verschwindet in einem Haus, ich warte, die Kleine neben mir, es ist ein Mädchen , wird nach 15 Minuten unruhig, Weitere 10 min vergehen.

    Der Wagen ist warm, also kann nichts passieren, ich kann die Kleine zum Glück beruhingen, minutschko, was immer das heißen mag , zeigt wohl Wirkung.

    In dem Haus, in dem die Schöne der Nacht verschwunden war, klingt aus einer Wohnund Lachen und Musik, ich klingel und da tanzt die Vergessliche und feiert.
    Wie Schuppen fiel es ihr dann aus den Haaren, als sie mich sah... irgendwas war da doch...?

    2, 3 Straßen weiter wohnte sie dann, jetzt sei sie zu müde, aber und ich solle dann vielleicht am nächsten Ab end zum Teetrinken kommen. Und spontan fiel mir dann der Satz des Deutschen auf dem Schiff ein.

  2. Nach oben   #2
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    Keine Fotos gemacht?


  3. Nach oben   #3
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    Die Mütze

    Hier habe ich noch einen...

    Ich war den Verführungen der holden russischen Weiblichkeit erlegen, das Innnenminsterium, damals noch in Bonn , hatte dem deutschen Generalkonsulat in Danzig Anweisung gegeben , meiner zukünftigen Frau ein Einreisevisum zu erteilen . (ihr könnt´s glauben oder nicht)
    Anruf in Danzig, ja, Erlaubnis liegt vor.

    Und so mache ich mich, nun allerdings mit PKW – ich fuhr damals Citroen CX - auf die Reise. 3000 km quer durch Europa.
    Hamburg, Berlin,Posen , Warschau wird umgangen und dann beginnt es, mit Fahrzeugen des 20 Jahrunderts auf Straßen der Kaiserzeit., Galizien, Südpolen, Przemischl. , Grenze zur Ukraine .

    Lange Wartezeit bei der Einreise in die Ukraine , auf der Gegenseite schätze ich die Schlange auf 2-3 km die Straßen werden deutlich besser, lange Geraden, . oft vierspurig. , Die GAI sorgt für Ordnung. Kremenetz, mit seinen vielen Kirchen und Kapellen, Mittag an einer Küche an der Landstraße, was ist das für ein Wagen, Lachen, als der Wagen hydraulisch hoch und runtergefahren wird.

    Ich musste in den Chmilnitzki Oblast , Schepetowka , dort wohnten die Eltern meiner Zukünftigen, nach Flucht aus Zentralasien , Jacob, was für ein wunderbarer Name, Jacob , der Vater , wollte eingentlich nach Odessa, aber nun waren sie hier gestrandet, Und jedem Russen ist sicher bekannt, welche Ethnie oft aus Odessa kommt.

    Hinter Kremenetz ein Wegweiser: Odessa 650 km , Ja, das sind Entfernungen,
    Jahre später wollte man mir einmal ein Straf-Verfahren anhängen, weil nach Besuch der Schwester meiner Frau die Ausreise 2 Tage zu spät erfolgt war, die Gültigkeit des Visum nicht 1 Monat nach Einreise sondern 1 Monat nach Ausstellung (in Moskau) gilt.
    Ich habe dann die Herren Verwaltungsangestellten darauf hingewiesen, dass von Moskau in die Provinz und dann weiter zur deutschen Grenze durchaus 3-4 An-Reisetage entstehen können, und dass es in unserem Land schon einmal einen gegeben hat, der sich bei den Entfernungen in Russland ziemlich verschätzt hat. Damit war die Sache erledigt. .

    An dem o.g. Wegweiser nach links, eine kleine Landstraße, wellig in langen Geraden, fast kurvenlos, auf 80 km , 2 oder 3 Dörfer auf dieser Strecke . Reisengroße landwirtschaftliche Schläge . Sonnenblumenfelder Später bin ich diese Straße mehrfach gefahren, las, , dass es sich hierbei um eine uralte Heerstraße quer durch die Ukarine bis zum Dnjepr. handelt.

    Die Grenze zum Chmilnitzki Oblast mit einem großen Schild markiert und einer demonstrativen, aufgesprühten Aufschrift: „polska koniec“ Hier ist Polen zuende.
    Ind er Tat war bis 1939 dieser Stelle die Grenze zwischen der CCCP und der RP II , als Ergebnis des Eroberungskrieges Polens gegen die CCCP , und der Hinweis, dass dort das Land Polen, 150 km östlich der heutigen Grenze, mitten in der Ukraine zuende ist, das Werk polnischer Nationalsten

    Ich sage ja immer wieder, Geschichte wiederholt sich nie genau, Geschichte spielt das gleiche Stück
    aber immer nach der gleichen Melodie (wenn ich mir heute die Einflussnahme Polens auf die Ostukraine betrachte, wir werden uns noch wundern, wenn die Ukraine den Bach runtergeht)

    Jacob war traurig, dass ich nun seine Tochter nahm., was es für ihn und auch seiner Frau bedeutet haben musste, erfuhr ich erst viel später, beide waren aufgrund der deutschen Mordlust zu Vollwaisen geworden.
    Rückfahrt, Übernachtung in Lwov, Ausländer zahlen mehr als Russen und Ukainer.
    Lwov, natürlich auch mit den Plattenbauten der sozialistischen Zeit, aber an vielen Stellen architektonische Zeugen des vernichteten jüdischen Bürgetums in dieser Stadt, an dem das Land Polen nicht ganz unschuldig war.

    Kurz hinter Lwov auf der Überlandstraße., Kontrolle der GAI, die natürlich neugierig darüber sind, was denn eine junge Russin in einem deutschen Auto mit einem älteren Deutschen macht., immerhin bei fast 30 Jahren Altersunterschied.
    Nun, wir kommen ins snacken, woher, wohin, was die Jungs verdienen usw. Zigaretten werden ausgetauscht und ich hatte noch 2 Bier im Kofferraum
    Nach 10 min geht’s weiter. Plötzlich sagt meine Zukünftige; die haben ihre Mütze hier im Wagen vergessen. Ich habe natürlich sofort gewendet, und da stehen 2 aufgeregt Winkende am Straßenrand,

    Zuende war das natürlich damit nicht, als wir dann vor der Grenze an das Ende des Staues für die Ausreise aus der Ukraine fahren, siehe oben, eine Schlange von Kilometern, steht ein Mann der GAI, hebt den rechten Arm zum sog. „Deutschen Gruß“ schreit Heil Hitler und geleitet uns an den Anfang des Staues direkt an der Grenze. .
    Die Jungs von der Landstraße hatten offensichtlich über Funk einen Bescheid gegeben
    Und so entfiel auch eine Kontrolle des Fahrzeuges, ich hatte 30 Flaschen Champagner dabei..

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