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Thema: Russlands neue Militärdoktrin

  1. #1

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    Russlands neue Militärdoktrin

    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach der neuen Militärdoktrin der Russischen Föderation auf deutsch (oder englisch) zwecks Uni-Arbeit. Hoffe hier kann mir geholfen werden. Ist für mich irgendwie nicht zu finden.


    grüße

  2. Nach oben   #2
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    Da bist Du aber der westlichen Propaganda aufgesessen.
    Es gibt keine NEUE russische Militär-Doktrin.

    Die russische Sicherheitspolitik zum Schutz des Landes ist 250 Jahre alt und wurde, naheliegend, militärisch gestützt, denn diese Bedrohung des Landes kam immer aus dem Westen:

    Russland stand um 1750 im Focus der polnischen Rzeczpospolita, die sich mit den Osmanen verbündet hatte, dem Land, bei einem Sieg über Russland, große Gebiete versprochen wurden (der Gedanke des "Landes zwichen den Meeren" , Miendze more , zwischen Ostsee und Schwarzem Meer wurde damals geboren und ist auch heute nicht ganz vom Tisch, wenn ich mir Polens Aktivitäten zur Bildung einer Ersatz-Nato ansehe - (LitPolUkr.brig)

    Russland stand um 1812 wieder im Focus aus dem Westen mit Napolen und nicht unwesentlich damit auch durch polnische Truppen von rd. 1/4 Mio Mann.

    40 jahre später stand Russland im Krim-Krieg wieder im Focus des Westens, um 1850 versaute sich Österreich
    sein Verhälntnis zu Russland, diese Scharte es 65 Jahre später wieder ausbügeln wollte und dann auch Deutschland mit in den Krieg zog.

    und 27 jahre später ging es wieder gen Osten.

    Es folgte der Kalte Krieg, und heute wird wieder zum Sturm auf Russland geblasen.

    Durch eine richtige Militärstrategie, konnte Russland diesen Anfeindungen immer pari bieten.

    Ich befürchte allerdings, dass DU das garnicht wissen willst, dass Du ganz andere Intensionen bei Deiner Frage hast, Antworten für eine Uni-Arbeit findest Du nicht in Plauderforen.


  3. Nach oben   #3

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    Hallo Janis, ich kann toto66 nur zustimmen.

    Es gibt _im Kern_ nicht den Hauch einer »neuen« Militärdoktrin Rußlands. Änderungen gab es seit dem Zerfall der UdSSR stets nur an der konkreten Ausgestaltung. Gegenteilige Behauptungen und Anschuldigungen entstammen überwiegend dem Nato-Hauptquartier und den Strippenziehern in der US-Regierung (DoD, State Department).

    Der Kernsatz der »Doktrin« laut englischer Wikipedia:
    »Russia's 2010 military doctrine defines itself as strictly defensive.«

    Merke: Ausschließlich _defensiv_. Zu Deutsch für Dich die 11 Bullet-Points aus dem öffentlichen Papier von 2010, die die externen Gefahren für Rußland definieren und heute immer noch brankdaktuell sind:

    • Streben der Nato nach globalem Einfluß unter Heranrücken der Nato-Infrastruktur an Rußlands Grenzen;
    • Versuche, die Lage in verschiedenen Staaten und Regionen zu destabilisieren und ihre strategische Stabilität zu untergraben;
    • Entsendung ausländischer Militärkontingente nach Ländern und Gewässern in die Nähe Rußlands und seiner Verbündete;
    • Entsendung strategischer Raketenabwehrsysteme unter Untergrabung der globalen Stabilität und Verletzung des etablierten Kräftegleichgewichts durch Kernwaffen, durch die Militarisierung des Weltraums und durch die Entsendung nicht-kerntechnischer Präzisionswaffen;
    • Erhebung territorialer Ansprüche gegen Rußland und seiner Verbündeten sowie die Einmischung in innere Angelegenheiten;
    • Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Raketen und Raketentechnologie, Zunahme der Zahl von Atommächten;
    • Verletzung von zuvor getroffenen internationalen Verträgen durch manche Staaten und Nichteinhaltung der Begrenzung von Waffen und der Abrüstung;
    • Einsatz von Streitkäften in angrenzenden Staaten unter Verletzung der UN-Satzung und anderer internationaler Rechtsnormen;
    • Präsenz von Quellen zur Schaffung und zur Eskalation von militärischen Konflikten in Territorien, die an Rußland und seine Verbündete grenzen;
    • Verbreitung von internationalem Terr*rismus;
    • Auftreten von Quellen zwischen-ethnischer (zwischen-konfessioneller) Spannungen, Aktivitäten zur Bewaffnung internationaler radikaler Gruppen in Gebieten, die an Rußland und seine Verbündete grenzen, wachsender Seperatismus und gewalttätiger Extremismus in verschiedenen Regionen der Welt.

    Siehst Du auch den Zusammenhang mit Syrien, Libyen, Irak, mediale Anti-Islam-Hetze, »Je suis Charlie«, Boko Haram, IS etc.?

    Wie gesagt, es gibt keine »neue« Doktrin, Ukraine/Nato hin oder her. In der Sache gebotene, realpolitische Anpassungen, die im Westen mit viel heißer Luft zu einer neuen »Doktrin« und »Aggression« aufgeblasen werden, haben ihren Hintergrund zwar auch in der offenen Art der Kommunikation, die die russische Regierung seit jeher betreibt, aber vielmehr in den Absichten westlicher Meinungsmacher, Rußland zu dämonisieren und den hausgemachten Konflikt mit Putin zu personalisieren: Sachargumente? Fehlanzeige. Stattdessen: ad hominem.

    Vom Wesen her sind die Verlautbarungen vergleichbar mit den Tagesschau-Meldungen über von der Leyens Flatscreens für die Bundeswehr, nur dass es bei den Russen nicht um Nichtigkeiten geht, sondern um Sinnvolles, wobei auch operative Details in die Öffentlichkeit getragen werden. Beispiele: Erhöhung des Verteidungsetats zur schnelleren Modernisierung der Streitkräfte, verstärktes Engagement der Streitkräfte in den arktischen Gebieten sowie eine defensiv ausgerichtete Präsenzerhöhung auf der Krim und in Kaliningrad. (Du kannst die Online-Archive von Sputniknews/RIA Novosti/Radio Stimme Rußlands gerne umgraben; aber Du wirst bei den vielen Artikeln, die im Kern gleichlauten, nur einen einzigen roten Faden finden und keine »Überraschungen«.) Was ich damit sagen will: Während unsere Leitmedien uns mit schnuckeligen Nachrichten (und Pannen-News zum Erzwingen einer Budgetsteigerung) aus dem BMVg versorgen und sich über Operatives größtenteils ausschweigen, spricht das russische Verteidigungsministerium in aller Offenheit Klartext. Keine »versteckte Agenda«.

    Versuche bitte mal die objektive Frage, wo man da eine »Aggression« hineininterpretieren und eine »neue Militärdoktrin« ableiten kann.

    Möglicherweise passende Links:
    https://russiandefpolicy.wordpress.com/ — Aktuelles, Englisch
    http://en.wikipedia.org/wiki/Militar...rine_of_Russia —Wikipedia, Englisch (dort findest Du auch den Link zum Text, den Du suchst; zu meiner Überraschung haben da die Maidan-Trolle noch nicht herumgewütet.)

    Zum besseren historischen Verständnis und zur Einordnung der aktuellen Geschehnisse in einen größeren zeitlichen und kausalen Rahmen empfehle ich Dir dringend die neueste Doku von Alex Medwedew, in der u. a. polnische und ein österreichischer Wissenschaftler/Sachverständige zu Wort kommen:
    Projekt Ukraine
    (Youtube, Russisch mit englischen Untertiteln, 87 Minuten; englische Untertitel dank Sergej Kasanow).
    In diesem Film kommt auch ein gewisser Herr Brzeziński vor, dessen Buch »The Grand Chessboard« von 1997 Du ebenfalls kennen solltest. Es ist eine Art »Instruction Manual« US-amerikanischer Geopolitik. Mit dem Maidan wurde der Zenit seiner Implementierung erreicht.

    TL;DR: Es gibt weder eine großartig veränderte, neue Militärdoktrin Rußlands noch eine »russische Aggression«. Weiterer Lesetipp: Das neueste Buch von Gabriele Krone-Schmalz.

  4. Nach oben   #4
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    kann ich teilweise zustimmen...

    Zitat Zitat von toto66 Beitrag anzeigen
    ...
    Russland stand um 1750 im Focus der polnischen Rzeczpospolita, die sich mit den Osmanen verbündet hatte, dem Land, bei einem Sieg über Russland, große Gebiete versprochen wurden (der Gedanke des "Landes zwichen den Meeren" , Miendze more , zwischen Ostsee und Schwarzem Meer wurde damals geboren und ist auch heute nicht ganz vom Tisch, wenn ich mir Polens Aktivitäten zur Bildung einer Ersatz-Nato ansehe - (LitPolUkr.brig)...
    ..., ist aber nur ein Bruchteil der aggressiven polnischen Hegemonialpolitik.
    Weiter drauf einzugehen gehört aber nicht zur eigentlichen Thematik ( ...Militärdoktrien).
    Vielleicht noch ein Ausspruch von Walesa sei erlaubt, den er so etwa zu Beginn der Merkelära bei einem Diskussionsforum von sich gab: (sinngemäß) "... er wünschte sich die deutsche Ostgrenze am Rhein..."! (Solche Aussage hätte in jedem Land ein Sturm der Empörung, Einbestellung der Botschaft u. u. u. bedeutet, Merkel hat jedoch kaum reagiert...)

    Russische Militärdoktrien sind mir auch keine bekannt, lediglich die der VSA.

  5. Nach oben   #5
    Avatar von GrauWolf
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    DOCH ! es gebt neue Russlandisches Militaerisches Doktrina

    Bitte hier lesen
    http://www.rg.ru/2014/12/30/doktrina-dok.html

    Spezifische NOvelle kann man in Abs II lesen:

    9. Мировое развитие на современном этапе характеризуется усилением глобальной конкуренции, напряженности в различных областях межгосударственного и межрегионального взаимодействия, соперничеством ценностных ориентиров и моделей развития, неустойчивостью процессов экономического и политического развития на глобальном и региональном уровнях на фоне общего осложнения международных отношений. Происходит поэтапное перераспределение влияния в пользу новых центров экономического роста и политического притяжения.

    10. Неурегулированными остаются многие региональные конфликты. Сохраняются тенденции к их силовому разрешению, в том числе в регионах, граничащих с Российской Федерацией. Существующая архитектура (система) международной безопасности не обеспечивает равной безопасности всех государств.

    11. Наметилась тенденция смещения военных опасностей и военных угроз в информационное пространство и внутреннюю сферу Российской Федерации. При этом, несмотря на снижение вероятности развязывания против Российской Федерации крупномасштабной войны, на ряде направлений военные опасности для Российской Федерации усиливаются.

    12. Основные внешние военные опасности:

    а) наращивание силового потенциала Организации Североатлантического договора (НАТО) и наделение ее глобальными функциями, реализуемыми в нарушение норм международного права, приближение военной инфраструктуры стран - членов НАТО к границам Российской Федерации, в том числе путем дальнейшего расширения блока;

    б) дестабилизация обстановки в отдельных государствах и регионах и подрыв глобальной и региональной стабильности;

    в) развертывание (наращивание) воинских контингентов иностранных государств (групп государств) на территориях государств, сопредельных с Российской Федерацией и ее союзниками, а также в прилегающих акваториях, в том числе для политического и военного давления на Российскую Федерацию;

    г) создание и развертывание систем стратегической противоракетной обороны, подрывающих глобальную стабильность и нарушающих сложившееся соотношение сил в ракетно-ядерной сфере, реализация концепции "глобального удара", намерение разместить оружие в космосе, а также развертывание стратегических неядерных систем высокоточного оружия;

    д) территориальные претензии к Российской Федерации и ее союзникам, вмешательство в их внутренние дела;

    е) распространение оружия массового поражения, ракет и ракетных технологий;

    ж) нарушение отдельными государствами международных договоренностей, а также несоблюдение ранее заключенных международных договоров в области запрещения, ограничения и сокращения вооружений;

    з) применение военной силы на территориях государств, сопредельных с Российской Федерацией и ее союзниками, в нарушение Устава Организации Объединенных Наций (ООН) и других норм международного права;

    и) наличие (возникновение) очагов и эскалация вооруженных конфликтов на территориях государств, сопредельных с Российской Федерацией и ее союзниками;

    к) растущая угроза глобального экстремизма (терроризма) и его новых проявлений в условиях недостаточно эффективного международного антитеррористического сотрудничества, реальная угроза проведения терактов с применением радиоактивных и токсичных химических веществ, расширение масштабов транснациональной организованной преступности, прежде всего незаконного оборота оружия и наркотиков;

    л) наличие (возникновение) очагов межнациональной и межконфессиональной напряженности, деятельность международных вооруженных радикальных группировок, иностранных частных военных компаний в районах, прилегающих к государственной границе Российской Федерации и границам ее союзников, а также наличие территориальных противоречий, рост сепаратизма и экстремизма в отдельных регионах мира;

    м) использование информационных и коммуникационных технологий в военно-политических целях для осуществления действий, противоречащих международному праву, направленных против суверенитета, политической независимости, территориальной целостности государств и представляющих угрозу международному миру, безопасности, глобальной и региональной стабильности;

    н) установление в государствах, сопредельных с Российской Федерацией, режимов, в том числе в результате свержения легитимных органов государственной власти, политика которых угрожает интересам Российской Федерации;

    о) подрывная деятельность специальных служб и организаций иностранных государств и их коалиций против Российской Федерации.



    Ganz kurz Hier sind Innovationen -
    - NATO strebt eigene Streitkraefte ganz nah an die Grenzen RF uebertragen

    - Politischen Konflikten die in der Nachbarnlaendern enstanden sind NATO und USA versucht in die RF Grenzen eindringen

    neue methoden der moderne Kreigsfuerung charakterisieren: Iformationskreig in Virtuelle Bereich, Absturz der legitimen Staatsorganen in Nachbarnlaendern und ...


    Ganz verstanden und klar womit sollen wir engegen gehen ..

  6. Nach oben   #6

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    OK, Grauwolf, es gibt eine aktualisierte Fassung

    Es gibt alle paar Jahre eine neue Fassung, die der veränderten außenpolitischen Situation angepaßt wird.
    Der wesentliche Charakter ist aber nach wie vor *defensiv*. Auch in der aktuellen Version.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?

    PS: Jedes Militär auf der Welt kennt heute den Begriff "Cyber Warfare", also das, was Du mit »virtuell« meinst. Das ist eine ganz reale Gefahr, weil man mit ein paar Mausklicks ganze Kraftwerke und Verkehrsnetze lahmlegen kann. Wie man bei der »ATO« im Donbaß sehen kann, ist die Zerstörung von Infrastruktur zentraler Bestandteil westlicher Kriegsführung... auch wenn die Methoden hier ganz »traditionell« sind.

    Schöne Grüße aus Saarbrücken nach Moskau
    ...und DANKE DER SOWJETUNION für den heutigen Feiertag! :-)

  7. Nach oben   #7
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    Die böse NATO und die ausschließlich guten russischen Militärs!

    Zerstörung von Infrastruktur in der Ostukraine als strategisches Mittel der westl. Kriegsführung!?
    Womöglich auch noch als späte Fortführung der Eroberungspolitik Hitlers und Churchills?

    Jeder legt sich die Welt so zurecht, wie er sie braucht...

  8. Nach oben   #8
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    @ungläubiger

    """Jeder legt sich die Welt so zurecht, wie er sie braucht... """"
    Mit Deinem Intellekt als Sprachrohr US-amerikanischer Vasallen disqualifizierst Du Dich selbst mit Deinem zurechtgelegten Weltbild!
    Von Dir las ich in der kurzen Zeit Deiner Anwesenheit im Rufo noch keinen einzigen Beitrag, der dem eigentlichen Ziel dieses Forums, der Deutsch-Russischen Freundschaft zu dienen, sich auch nur einen Milimeter annäherte.
    Man kann Dich vergleichen mit den Terr*rdrohnen, die ihre tödliche Fracht an friedliche Hochzeitsgesellschaften in Afghanistan verschenken...

  9. Nach oben   #9

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    @rusfreund, »Der Ungläubige«

    Dankeschön. Ich dachte mir schon, dass der »Ungläubige« kein Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung hat. Deswegen habe ich ihn auch nicht gefüttert.

    Zum Thema »böse Nato«: Ohne Feind im Osten ist die Nato obsolet. Als Verteidigungsbündnis sowieso. Betrachtet man besonders die kriegerischen Handlungen seit Jugoslawien Ende der 90er (und davor), gab es NIE einen Auftrag/Einsatz, der defensive Merkmale aufwies. Fazit: Was Sie als »böse« verniedlichen ist in der Tat zum Instrument für Angriffe außerhalb ihres Gebietes geworden.

    Zum Thema »zerstörte Infrastruktur«: Egal, ob Jemen, Irak, Serbien, Syrien, Libyen, Ostukraine — wo die Nato zuschlägt oder ihre »Militärberater« zuschlagen lassen, herrscht am Ende Zerstörung und unermeßliches Leiden der Zivilbevölkerung. Nicht primär militärischen Objekte glauben dran, sondern primär zivile Infrastruktur und Siedlungen. Beweisen Sie mal das Gegenteil, »Ungläubiger«. Ist halt Krieg, wa? Nun, ich kann Ihnen versichern, dass weder Kiew noch Lemberg in Schutt und Asche liegen. Nicht, weil die ukrainische Armee mit angeschlossenen Nazi-Einheiten so »unglaublich stark« wäre, sondern weil der Donbaß sich lediglich verteidigt. Und ja, »Ungläubiger«, Sie haben vollkommen recht: Die Ostukraine ist nur deshalb zerstört, weil »Putins Armee« Land und Leute dort selbst beschießt. Ironie off — träumen Sie schön weiter in Ihrer der westlichen »Wir sind die Guten!1! Da, in Moskau! Ein dreiköpfiger Affe!1!«-Doktrin folgenden, zurechtgebogenen Parallelwelt aus BILD, ZDF und SZ.

  10. Nach oben   #10
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    Ach rusfreund, Sie unterstellen mir Einseitigkeit und selber stehen Sie einseitig auf die vom Kreml veröffentlichte Meinung und spielen hier selber eine Rolle als Sprachrohr des Moskauer/Leningrader Oligarchenkonzerts, dass von Putin (oder auch nicht?) dirigiert wird.

    Sie reden Dugins Worten nach, der Russland in Zukunft als Schutzmacht der Deutschen propagiert. WO bitte ist der Unterschied zu der von Ihnen immer unterstellte amerikanischen Vasallenschaft der BRD?

    @James
    Sie vermischen in Ihren Aufzählungen von Kriegen die NATO mit UN und USA u. a.. Bleiben Sie doch bitte bei der Wahrheit.
    Welche Kriege wurden durch die NATO geführt?
    Welche Kriege wurden im Rahmen der UN geführt?
    Welche Kriege wurden durch die USA und ohne NATO/UN geführt?

    Der Krieg in der Ostukraine wurde möglich, weil die Separatisten zunächst maßgeblich initiiert und gestützt durch russisch stämmige "Bürger", die Macht an sich gerissen haben (nach dem Vorbild auf der Krim) und Kiew darauf mit Krieg geantwortet hat. Beide, die Separatisten und die ukrainischen Einheiten, sind für diesen Krieg verantwortlich. Natürlich hätte Kiew die Separatisten gewähren lassen können, bis diese vielleicht vor Kiew stehen würden, aber genauso gut hätten die Separatisten einlenken können, um das Leben von Zivilisten nicht zu gefährden. Die nationalistisch geprägten Separatisten hatten von Anfang an die Schaffung eines Neurusslands im Sinn.

    Im übrigen bin ich nicht so naiv anzunehmen, dass die USA oder die NATO die Guten sind und die russischen Militärs oder Putin seien die Bösen. In einem Russlandforum geht es aber primär um Beziehungen zu und mit Russland und daher ist berechtigte Kritik an Russland mehr als legitim.

  11. Nach oben   #11
    Avatar von Reichsadler
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    @ ungläubig
    Ja freilich, Kritik an Russland, das lass ich mir ja noch gefallen. Aber ein Echo der "Qualitätsmedien" brauchen wir nicht da. Oder?

  12. Nach oben   #12
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    Ich bin anderer Auffassung.

    Sie können natürlich aus dem Russlandforum eine Art fehlender Part machen und nur Sichtweisen diskutieren, die den politischen Linien aus Moskaus entsprechen. Man lasse dann die Lügenpresse und die Qualitätsmedien als Informationsquelle gänzlich beiseite und nehme sich dann die Informationen ausschließlich aus RT und Rupply-Diensten.

    Ein bisschen CIA-Verschwörung hier und Duginsche Befreiungstheorien da und schon haben wir eine objektive und wahrhafte Darstellung der politischen Lage?

    Schauen Sie Sich doch mal RT an - immerhin das Sprachrohr des Kremls. Kritischer geht es kaum noch. Allerdings geht diese Kritik nur in eine Richtung. Glauben Sie wirklich, das RT die Wahrheit gepachtet hat und man ohne einen "Gegenspieler" auskommt?

    M. E. führt diese einseitige Betrachtung aber nicht zu einem besseren Verständnis der Vorgänge in dieser Welt, sondern zu einer selbst gewählten Einschränkung in der Wahrnehmung der realen Welt.

  13. Nach oben   #13
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    Dann ist also die Wahrnehmung aus westlicher Sicht die Richtigere ? lieber Ungläubiger

    Angela Merkel. diese Frau, bezeichnet doch gestern am 10. Mai glatt den neben ihr stehenden russischen Präsidenten indirekt als Verbrecher, indem sie die Übernahme der Krim durch Russland als einen verbrecherischen, verfassungsfeindlichen Akt bezeichnet. denn auch sie macht Putin für die Entwicklung auf der Krim verantwortlich.

    So etwas ist auf politischem Parkett bisher ein einmaliger Vorgang, den Einladenden als Verbrecher vor aller Welt zu bezeichnen.
    Man mag ja geteilter Meinung darüber sein, ob es bei der Krim über eine Annexion, also eine Besetzung durch Russland oder eine Sezession war, also Loslösung von der Ukraine kraft Volksentscheid.
    Ein Verbrechen aber war es nicht.

    Verbrechen, das war unsere deutsche Mordlust in Russland.
    Wer die Vorgänge auf der Krim als Verbrechen bezeichnet, und damit in einen Topf wirft mit dem, was wir in Russland angerichtet haben, der ist als Kanzler unseres Landes unwürdig.

  14. Nach oben   #14
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    Wie wollen Sie für sich entscheiden, was richtig sein könnte, wenn sie nur eine Meinung beachten?
    Darum geht es.

    Wer Informationen der sog. Lügenpresse und Qualitätsmedien nicht berücksichtigt und sich nur einseitig über russische Staatsmedien informiert, wird ein unvollständiges Bild bekommen. Umgekehrt ist es natürlich genau so.

    Merkel hat Putin und Hitler nicht in einen Topf geworfen. Es gibt einfach zu wenige Anlässe und Treffen der Beiden, um die Themen zu besprechen.

    Die russische Siegesfeier war auch nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch eine Zurschaustellung der militärischen Stärke Russlands von heute. Dies mag man auch unterschiedlich sehen und interpretieren.

    Ich finde, das Merkel gegenüber Russland eine geradlinige Haltung einnimmt und offen ausspricht, was sie über die Politik Putins hält. Allerdings sehe ich eine Diskrepanz zu dem, was sich unsere Militärs und Verbündeten und Freunde im Namen von Freiheit und Demokratie "leisten" und wie dies von Merkel kommentiert wird. Dazu gehören die Vorgänge in der Ukraine durch Nationalisten genauso, wie Guantanamo, NSA und Flüchtlingspolitik. Rücksichtnahme und Heuchelei gehen bei Merkel eine eigenartige Verbindung bis hin zu einer Doppelmoral ein, die ihre Glaubwürdigkeit in Frage stellt und damit auch die viel gepriesenen westl. Interpretationen von Freiheit, Menschenrechte und Demokratie auf sehr wackeligen Füßen dastehen lässt.

  15. Nach oben   #15
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    Frau Merkel hat nicht Putin mit Hitler verglichen, Frau Merkel hat Putin indirekt als Verbrecher bezeichnet.
    Vor dem Hintergrund des Anlasses, des Siegestages, hätte sich DAS Frau Merkel schenken können,

    DAS war keine ehrliche Politik, wie es so mancher Schleimer vielleicht sogar dazustellen versucht, DAS war ein politischer faux pas, der die sonstigen Beteuerungen der Kanzlerin auf gewünschte spätere Zusammarbeit mit Russland als Lüge entlarvt.

  16. Nach oben   #16
    Avatar von Reichsadler
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    Gäbe es die derzeitige US Geopolitik und die Einkreisungsmaßnahmen der NATO nicht, dann würde die russische Militärdoktrin heißen: auf Hochglanz polieren und einmotten.

    Alles andere ist Weibergeschwätz aus der amerikanischen Schmutzwäscheküche. So is leutln und net anders!

  17. Nach oben   #17
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    Reichsadler, es gibt keine DERZEITIGE Einkreisungspolitik der USA und der NATO gegenüber Russland.
    diese Politik gibt es seit 70 Jahren, ganz genau sogar seit dem Ende des WK 1, sich damals Churchill für eine Zerstückelung Russlands stark machte.
    Der Popanz der sowjetichen Bedrohung Europas , der durch die USA nach 1945 aufgebaut wurde, ist bekannt, Lies einmal nach unter "Fulton-Rede" Es war damals die USA, die den Kalten Krieg iniziierten und auch heute sind es die USA als spiritus rektor für den neuen Kalten Krieg.
    Russland hat nie Europa bedroht, weil es erst einmal die Zerstörungen der deutschen Herrenmenschen, das Land wieder aufbauen mussten, . sehr zum Leidwesen der USA , die gerne über den Hebel einer Verländerung von Lend-lease Einfluss auf die Innenpolitik gehabt hätten.

    Und Russland bedroht auch heute nicht Europa. All das sind Ammenmärchen.
    Diese vorgebliche Bedrohung wird in UNSERER Geschichte nur von den Hitlers und Goebbels, von den Adenauers und den Merkels behauptet. und willige Hirne folgen.

  18. Nach oben   #18
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    Die Frage der Bedrohung ist halt eine Ansichtssache. Wenn Menschen in Riga und Warschau sich fragen, wer sich diese Atomraketen - mit einer Reichweite unter 600 km - im Ernstfall einfängt, dann könnten diese Menschen zu einem anderen Schluss kommen. Es gibt auch unverständlicherweise Menschen, die meinen, dass die ungefragte Einverleibung eines Landesteils durch ein anderes Land, durchaus als Bedrohung der eigenen Souveränität und Integrität angesehen werden könnte. Nicht nachvollziehbar ist auch das Unbehagen vieler Länder in der unmittelbaren Nachbarschaft der ungleichen Streithähne, dass die Infragestellung der Landesgrenzen und die Priorisierung des Selbstbestimmungsrechts von Minoritäten zu nicht absehbaren Problemen führen könnten.

    Real geht keiner davon aus, das Russland die NATO angreifen will oder das die NATO vorhat, Russland anzugreifen (auch wenn das hier und anderswo ein paar Schwachmaten behaupten). Die Bedrohungslage ist aber natürlich beidseits vorhanden, da militärische Potentiale vorgehalten werden, um im Sinne einer Abschreckung den Ernstfall zu verhindern. Beide Positionen sind m. E. zumindest im Ansatz nachvollziehbar.

    Im übrigen verstehe ich nicht diese Aufregung über diese NATO-Einkreisung. Die Völker haben sich, bzw. über die vom Volk gewählten Parlamente, freiwillig für die Nato entschieden. Auch jetzt keine Anzeichen dafür, dass größerer Bevölkerungsteile für einen Austritt aus der NATO wären.

    Russland ist doch dafür, dass das Volk entscheidet. Warum dürfen die Menschen auf der Krim entscheiden, zu welchem Staat sie gehören wollen, aber die Menschen in Osteuropa sollen nicht der Nato angehören dürfen?

    Die Krim und die Volksrepubliken machen nichts anderes, als es die östl. Natoländer früher gemacht haben. Sie suchen sich Partner, weil sie der anderen Seite nicht vertrauen. Die östl. Natoländer sehen sich gerade durch die Ereignisse in 2014 bestätigt, dass der Beitritt zur NATO richtig war. Die NATO ist im Sinne der russischen Sicht zur Volkssouveränität und vereinbar mit internationalen Verträgen, die Russland mit unterschrieben hat.

  19. Nach oben   #19

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    »Die Frage der Bedrohung ist halt eine Ansichtssache. Wenn Menschen in Riga und Warschau sich fragen, wer sich diese Atomraketen - mit einer Reichweite unter 600 km - im Ernstfall einfängt«

    Ungläubiger, Sie tun das, was Nato-Fanboys immer tun. Immer nur schön den gegenwärtigen, kurzen Ausschnitt einer langen Geschichte rauspicken und damit die eigene unlogische, absurde und provokante Sichtweise und Handlungsweise begründen.

    Die »Bedrohung« ist keine Ansichtssache bei Studium der Geschichte beider Seiten, und zwar der Fassung, über die auf beiden Seiten Konsens herrscht. Die »Bedrohung« wird erst zu einer Ansichtssache, wenn man der jeweiligen Propaganda Glauben schenkt — wie dies seit dem Fall des eisernen Vorhangs in Riga und Warschau passiert. Seit der Loslösung von der UdSSR und ihrem Zerfall sind dort US-Berater und -NGOs aktiv, um das Bild der »Russian Aggression« in die Schädel der Entscheider zu hämmern. Mehr als 20 Jahre sind viel Zeit. Hitlers Propagandamaschinerie hatte »nur« 12 Jahre, und selbst 70 Jahre danach haben viele Deutsche immer noch ein faschistoides Bild vom »bösen Russen«, auch und gerade in den Redaktionsstuben.

    Zum technischen Aspekt: Welche »diese« Atomraketen meinen Sie? Sie wissen schon, dass es seit dem Kalten Krieg und der Doktrin der »Mutually Assured Destruction« Interkontinentalraketen gibt? Sie wissen schon, dass Sie nicht nach Warschau und Riga schauen müssen, sondern dass ein Blick nach Ramstein genügt? Nach Büchel, wo auf deutschem Boden US-Kernwaffen stationiert sind, mit denen besonders strategische russische Oberzentren ins Visier genommen sind? Sie wissen schon, dass der US-»Raketenschild« de facto nutzlos ist und dass die russischen Verteidigungskräfte mit den neuen S-500 kein Problem mit der neuesten »Stealth-Technologie« der USA (F-35) hat?

    Wenn Sie es nicht wissen (oder glauben wollen): Immerhin weiß man es im Pentagon. Letztlich zählt das — und dass jedwede »Bedrohung« für den Weltfrieden spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges _immer_ von den USA oder ihren Vasallen ausging. Da kann ich Ihnen nur den neuesten Film des BBC-Journalisten Adam Curtis ans Herz legen. Er heißt »Bitter Lake«. Englisch können Sie ja bestimmt und finden können Sie den Film mithilfe von Google. http://www.bbc.co.uk/blogs/adamcurti...a-85807434a38e

  20. Nach oben   #20

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    Oh, und der hier ist ganz besonders faktenverdrehend:

    Zitat Zitat von Der Ungläubige Beitrag anzeigen
    Russland ist doch dafür, dass das Volk entscheidet. Warum dürfen die Menschen auf der Krim entscheiden, zu welchem Staat sie gehören wollen, aber die Menschen in Osteuropa sollen nicht der Nato angehören dürfen?

    Hat es in den Nato-Staaten des »New Europe« Volksentscheide gegeben? So, wie es in der EU Volksentscheide über die Einführung des Euro gegeben hat, von dem vordergründig die deutsche Exportwirtschaft profitiert? Klären Sie uns doch bitte auf.

  21. Nach oben   #21
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    @ ungläubiger:

    1.) Dann sollten sich aber auch die Menschen in Russland/Kaliningrad fragen, ob sie sich die US-polnischen Raketen aus Slupsk und Morag einfangen wollen, Es waren der polnische Raketentraum und nicht der russische.

    Und Dir ist bekannt, dass sich Polen die Einrichtung der USA- Foltergefängnisse auf ihren Territorium mit Raketeninstallationen (zufällig in den früheren sowjetischen Raketensilos in Slupsk !) bezahlen ließen. ?

    Die Menschen in Riga und Warschau sehen eine russische Bedrohung darum, weil ihre Regierungen sie verhetzen, sie mit hasserfüllter Popaganda überschütten.
    Gerade lief doch eine Berichterstattund im ZDF, in der in riesengroßen Lettern von einer russischen Bedrohung mit Panzern gesprochen wurde, auf dem Bild waren aber amerikanische Panzerfahrzeuge zu sehen...

    2.) freiwilliger Beitritt anderer Länder zur NATO ? immer wieder gerne gebraucht.
    Der CCCP/Russland war mündlich die Zusicherung gegeben worden, die NATO würde sich nicht nach Osten erweitern.
    Auch wenn diese Länder - in einer Phase, in der Russland auch eine militärische Kooperation mit dem Westen wünscht,- - dann um Beitritt zur NATO betelln, dann ist das ausgesprochen schofelig. Und da soll Russland nicht von einer Einkreisung reden ?
    Ein NATO-Beitritt ist fast ireversibel und politischer Selbstmord in einem NATO-Land

    NATO-Beitritt und EU-Beitritt hatten aber immer eine Kausalität, mal kam zuerst das eine und dann das andere und auch umgekehrt. EU und NATO, obwohl ganz unterschiedliche Zielsetzungen, waren immer irgendwie verwoben.

    James hat absolut Recht, dass in den Hirnen vieler Deutscher der verlorene Krieg von 1945 immer noch nicht verdaut worden ist.

    Und was die militärische Einkreisung Russlands angeht, die ist uralt. : Bereits kurz nach den Bombenabwürfen auf Japan führten die USA mit Maschinen mit engl. Hoheitsabzeichen Flüge über das Territorium der CCCP durch. später ohne Hoheitsabzeichen.
    Der Auftrag dafür kam aus dem Pentagon. Es wurde ein Plan für jede russische Stadt entwickelt, wieviel Nuklearbomben für ihre Zerstörung erforderlich wären. DAS war 1945/1946

  22. Nach oben   #22
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    Glauben Sie wirklich, nur die USA hatten Pläne, wie man den Gegner am effektivsten vernichten kann? Haben wir nicht erst kürzlich vom staatl. russischen Medienchef erfahren, dass Russland die USA in Staub verwandeln kann?

    Es ist doch reinster Unfug, hier über Pläne aus 194X zu sprechen, als Beleg für die aktuelle Situation.

    Weder die USA, noch England oder Frankreich haben die UDSSR oder Folgestaaten jemals militärisch angegriffen, obwohl es Zeiten gab, in denen die USA noch über das Vernichtungsmonopol verfügten.

    @James
    Wenn Sie schon über historische Ursachen und Zusammenhänge reden, dann sollten Sie uns mal erklären, warum nach über 40 Jahren unter der Regie der UdSSR, es weder der Warschauer Pakt noch die zwangsweise zusammengehaltenen Volkswirtschaften des Ostblocks es nicht geschafft haben, den Zerfall und die Auflösung zu verhindern.

    Die osteuropäischen, nicht russisch geprägten Staaten hatten nach dem Zerfall nichts eiligeres zu tun, als sich aus dem Joch der russischen Unterwerfung und Dominanz zu befreien. Da blieb nur der Westen und das Bündnis, weil jeder Staat für sich alleine zu schwach gewesen wäre, sich einer etvl. zukünftigen erneute Besatzung durch das russisches Militär zu widersetzen.

    Es brauchte gar keine Amerikaner, um das Bild der Russen in diesen Ländern um zu deuten. Dafür haben die Besatzer selber lange genug gesorgt. Sie kamen als Befreier vom Faschismus und blieben als Okkupanten im Land - so sahen es viele Menschen in diesen Ländern.

    Mal abgesehen davon, was hatte Russland ab 1990 diesen Ländern wirtschaftlich schon großartig zu bieten? Auch auf diesem Gebiet war Russland keine ernstzunehmende Alternative für den Westen bzw. die EU.

    Selbst heute muss sich Russland China anbiedern, um seine Rohstoffe günstig zu verballern, weil es außer toller Militärtechnik (Beweis der Funktionstüchtigkeit steht hoffentlich aus) immer noch nichts vorweisen kann. Warum hatte Putin den so große Probleme, seine Nachbarstaaten zu einer Wirtschaftsunion zu überreden. Selbst diese engsten Verbündeten trauen Russland aus vielen Gründen nicht vorbehaltlos über den Weg. Das ist natürlich auch der bloßen Größe des Landes und seiner Anzahl an Bewohnern geschuldet. Da kommt schnell misstrauen auf und die spezielle Geschichte Russlands, sich immer wieder als Führungsnation zu positionieren und seine Macht entsprechend auch gegen Widerstände in anderen Ländern einzusetzen, ist bei vielen Menschen noch sehr gut im Gedächtnis geblieben.


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